Ratssondersitzung

Neubau von Notunterkünften: "Gründlichkeit vor Schnelligkeit" ist jetzt die Devise

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Hemer. Zur Ratssondersitzung hatte die Bürgerinitiative „Lange Rute” die betroffene und interessierte Bürgerschaft zusammengetrommelt: Großer Andrang am Dienstag im Woeste-Gymnasium zu den Themen „Neubau Notunterkünfte Lange Rute” und „Steinbrucherweiterung Griesenbrauck”.

Ein Infoabend der Verwaltung für die Nachbarschaft war vorletzte Woche in einer tumultartigen Stimmung untergegangen. Jetzt im Rat zeigte sich die Politik reumütig und zog parteiübergreifend in einem gemeinsamen Antrag den umstrittenen Beschluss über den Neubau der Notunterkünfte an gleicher Stelle wie bisher an der Langen Rute zurück. Ehrlich gesagt, so Arne Hermann Stopsack (FDP), habe der Rat ein bisschen gepennt und die Dimensionen verkannt. Es habe ja scheinbar keinen nennenswerten Widerstand gegeben: „Das heißt nicht, dass es einem verboten ist, klüger zu werden oder noch mal darüber nachzudenken.” Auch Hans-Georg Humpert (GAH) schloss sich allen Vorrednern an: „Wir haben erkannt, dass es nicht in Ordnung war.”

Keiner sei unfehlbar, so Bürgermeister Michael Esken, der „Gründlichkeit vor Schnelligkeit” für die neuen Beratungen ankündigte. Den Zuhörern gab Esken zu bedenken, dass es nicht nur betroffene Anwohner gebe: Zum Thema Lange Rute müsse er sich vor seine Mitarbeiter und vor seine Ratsmitglieder stellen, weil der erhebliche Druck aus der Bevölkerung nicht immer oberhalb der Gürtellinie geblieben sei: „Ich gehe davon aus, dass die Anwohner eine sachliche Diskussion wollten.” Der Sozialausschuss werde den „Neubau Notunterkünfte” erörtern mit Experten von Sozialverbänden und Anwohnerbeteiligung, um bis zum 31. Dezember zu einem Ergebnis zu kommen.

Humpert hatte neulich öffentlich auf die Gefahren hingewiesen, die von der Steinbrucherweiterung Griesenbrauck und der dortigen Schlammdeponie des Ruhrverbandes zu befürchten sind. Nun sei ihm nach dem 13. Juli klar geworden, dass die Stadtverwaltung längst geschaltet und Fristverlängerung beantragt hatte. „Für uns war diese Steinbrucherweiterung immer schon ein Thema”, erklärte Erster Beigeordneter Peter Friedrich. Die Bürger in Landhausen hätten mit der Erweiterung (zum großen Teil auf Hemeraner Gebiet) neue Lärm-, Staub- und Erschütterungsprobleme zu befürchten. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr werde die Problematik am 11. August beraten: „Ich kann nur alle Einwohner aus dem Gebiet dazu einladen.” Die Förderung von Bodenschätzen habe bei Landesbehörden einen hohen Stellenwert, aber „da ist noch nichts verloren. Es schläft hier in der Verwaltung gar niemand, auch wenn das manchmal so aussieht.”

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