Paracelsus-Klinik

Neuerliches Bekenntnis zum Erhalt und Ausbau

Schreibt schwarze Zahlen und steht nicht zur Disposition: Die Paracelsus-Klinik in Hemer.

Foto: Michael May

Schreibt schwarze Zahlen und steht nicht zur Disposition: Die Paracelsus-Klinik in Hemer. Foto: Michael May

Hemer.   Der Generalbevollmächtigte Dr. Reinhard Wichels warb bei Belegschaftsversammlung der Paracelsus-Klinik um Vertrauen. Der ärztliche Direktor Dr. Philipp Mueller zweifelt nicht and er Zukunft der Klinik.

Obwohl Dr. Reinhard Wichels, derzeit Generalbevollmächtigter des Paracelsus-Konzerns, bereits Mitte Januar erklärt hatte, dass die Hemeraner Paracelsus-Klinik zu den wirtschaftlich gesunden Häuser zählt und keinesfalls geschlossen werde, ist eine gewisse Unsicherheit in der Belegschaft des heimischen Krankenhauses nicht ganz ausgeräumt. Deshalb ist Wichels am vergangenen Dienstag nach Hemer gekommen und hat an einer Belegschaftsversammlung der hiesigen Klinik teilgenommen. Ebenfalls dabei war der Paracelsus-Geschäftsführer Michael Schlickum und die Direktorin für Unternehmenskommunikation und Pressesprecherin des Konzert, Simone Hoffmann.

Gläubigerausschuss entscheiden über Zukunft

„Dr. Wichels hat nochmals audrück-lich betont und erläutert, dass Hemer zu den profitablen Akut-Kliniken des Konzerns zählt. Hemer solle nicht nur im jetzigen Bestand erhalten, sondern sogar ausgebaut werden“, teilt Simone Hoffmann auf Anfrage über die nichtöffentliche Belegschaftsversammlung mit. Dennoch habe man in der Konzernleitung für Verunsicherungen innerhalb des Personals natürlich volles Verständnis, so Simone Hoffmann.

Das komplette Sanierungskonzept werde voraussichtlich Ende des Monats dem Gläubigerausschuss vorgelegt. Und der müsse letztlich entscheiden, wie es weitergeht, erläuterte die Pressesprecherin, wollte sich zu konkreten Details des Konzeptes nicht äußern. Sie gehe aber davon aus, dass das eigentliche Insolvenzverfahren Anfang März eröffnet werde.

Eine Zerschlagung des Konzerns solle unter allen Umständen verhindert werden. Es sei grundsätzlich das Ziel des Konzeptes, im ersten Halbjahr 2018 die Kosten massiv zu senken, um dann bis zum Jahresende wieder wirtschaftlich zu arbeiten.

Kostensenkung bedeutet auch in diesem Kontext nicht zuletzt den Verlust von Arbeitsplätzen. In den vergangene Wochen ist bereits bekannt geworden, dass innerhalb des Konzerns rund 400 Stellen abgebaut werden müssen. 190 Vollzeit stellen werden durch die voraussichtliche komplette Schließung der besonders defizitären Paracelsus-Klinik in Karlsruhe-Durlach wegfallen. Die rund 200 weiteren Stellen sollen nur in solchen Kliniken und Einrichtungen abgebaut werden, die ebenfalls rote Zahlenschreiben. Dies habe Dr. Reinhard Wichels der Hemeraner Belegschaft am Dienstag ausdrücklich versichert, so Simone Hoffmann.

Keinerlei Zweifel am Fortbestand der Hemeraner Paracelsus-Klinik hat auch Dr. Philipp Mueller. Der ärztliche Direktor und Chefarzt der Internistischen Abteilung räumt im Gespräch mit der Heimatzeitung ein, dass die unverhoffte Nachricht von der Insolvenz zunächst ein gewaltiger Schock gewesen sei. Mittlerweile sähen die meisten Kolleginnen und Kollegen im Hause das wieder viel entspannter. „Wer als Mitarbeiter allerdings schon einmal die Schließung eines Krankenhauses miterlebt hat, der lässt sich eben nicht so leicht beruhigen“, kann Mueller die Skepsis in einigen Fällen nachvollziehen, auch wenn er sie selbst nicht teilt.

Auf den Betrieb des Hauses habe sich der Insolvenz-Antrag des Konzerns nicht ausgewirkt, betont Dr. Mueller. Die Patienten setzten nach wie vor Vertrauen in die Paracelsus-Klinik, und die Behandlung und Betreuung finde auf dem unveränderten hohen Niveau statt. „Wenn es nicht in der Zeitung gestanden hätte, hätten wir von dem Insolvenzantrag überhaupt nichts gemerkt“, ist Dr. Philipp Mueller schon wieder zum Scherzen aufgelegt.

Keine Abwanderungendes qualifizierten Personals

Was ihn ärgere, seien manche dummer und bösartige Aussagen, die im Internet herumgeistern, so der ärztliche Direktor. Was ihn aber freue, ist, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem Haus offenbar die Stange halten. Und das obwohl es im Allgemeinen immer Begehrlichkeiten bei Mitbewerbern auf dem Markt auslöse, wenn eine Klinik in Turbulenzen gerate. „Bislang ist meines Wissens nach niemand irgendwelchen Abwerbungsversuchen von außen erlegen“, so Mueller. Auch das werte er als Vertrauensbekundung, in die Zukunft des Hemeraner Krankenhauses.

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