Aktiv im Alter

Neues Netzwerk soll das Miteinander in der Stadt fördern

Sie werben für das neue Netzwerk ZWAR: (v.li.) Fachbereichsleiter Philipp Sieben, Bürgermeister Michael Heilmann, Laura Döring, Wolfgang Nötzold und Fachdienstleiter Christoph Markert

Sie werben für das neue Netzwerk ZWAR: (v.li.) Fachbereichsleiter Philipp Sieben, Bürgermeister Michael Heilmann, Laura Döring, Wolfgang Nötzold und Fachdienstleiter Christoph Markert

Foto: Ralf Engel

Hemer.   „ZWAR“ bringt Menschen für gemeinsame Aktivitäten ohne Verein zusammen. Die Gründung erfolgt am 25. April.

Sie sind eine Erfolgsgeschichte in NRW: In über 75 Kommunen gibt es mittlerweile über 300 ZWAR-Netzwerke, jetzt soll ein weiteres in Hemer hinzukommen. „ZWAR“ steht für „zwischen Arbeit und Ruhestand“ und soll Menschen ab 55 Jahren für gemeinsame Aktivitäten, Projekte und Engagement zusammenführen. „Es ist ein ganz wichtiger neuer Impuls für die Stadt, soll das Miteinander fördern“, sagte Bürgermeister Michael Heilmann bei der Vorstellung von ZWAR.

Erfolg der Netzwerkeseit 40 Jahren

Die Idee stammt aus der Stahlkrise und bewährt sich seit 40 Jahren. Der Ausstieg aus dem Berufsleben ist eine Zäsur. Damit Männer und Frauen durch Arbeitslosigkeit oder Ruhestand nicht in ein plötzliches Loch fielen, wurden Gruppen gegründet. Es sollte nicht darum gehen, Freizeit zu füllen, sondern Identität, Selbstwertgefühl und Eigenverantwortung älterer Menschen zu stärken und um die Fähigkeit, soziale Beziehungen wieder herzustellen. Der frühe Erfolg des ZWAR Projektes führte 1984 erstmals zu einer Förderung durch das Land NRW. 1995 begann die ZWAR Zentralstelle NRW landesweit tätig zu werden. Sie unterstützt jetzt auch die Hemeraner Netzwerkgründung, die auf einen Antrag der SPD zurückgeht.

Rund 2300 in der Innenstadt lebende Bürger zwischen 55 und 65 Jahren sind in den vergangenen Tagen zur Netzwerk-Gründung eingeladen worden. Sie findet am Donnerstag, 25. April, um 18 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum statt. Die Einladungen hat die Stadt bewusst auf die Stadtmitte beschränkt, denn es geht um die sozialen Kontakte im Quartier. Interessierte aus den Ortsteilen und über 65 sind aber ebenfalls herzlich willkommen, weitere Netzwerke in den Ortsteilen könnten folgen. „Es wird keine langweilige Informationsveranstaltung“, verspricht Laura Döring, ZWAR-Beauftragte und im Rathaus Koordinatorin für das Ehrenamt. „Es ist etwas wirklich Gutes für die Gesellschaft und die Altersgruppe“, betont sie. Viele begeisterte Anrufer hätten die Gründung bereits begrüßt.

Langjährige Erfahrungen mit dem ZWAR-Netzwerk hat Wolfgang Nötzold, der die Gründung in Hemer begleitet. Viele Menschen wollten sich nicht mehr langfristig binden und scheuen eine Mitgliedschaft. Selbstorganisation und Freiwilligkeit seien wichtige Themen. „Wir unterstützen die Leute dabei, was sie machen wollen“, sagt der Fachmann. So erreichen die Netzwerke Bürger, die bislang nicht an anderen Gruppen, Vereinen oder Angeboten teilgenommen haben. Verbindlichkeit entstehe nicht durch Mitgliedschaft, sondern durch Beziehungen. So ermöglicht die offene Gruppenstruktur neue soziale Kontakte, beugt auch der Einsamkeit im Alter vor.

Basisgruppe koordiniert gewünschte Aktivitäten

Aus der Gründungsversammlung soll sich eine Basisgruppe bilden, die sich alle zwei Wochen donnerstags trifft, um Aktivitäten ganz konkret zu planen. Das ZWAR-Netzwerk unterstützt den Aufbau durch eine fachliche Begleitung bis zum Jahresende und Seminare für die Selbstorganisation. Die möglichen Aktivitäten richten sich ganz nach dem Interesse der Bürger, reichen vom Wandern und Kulturveranstaltungen über Ausflüge und gemeinsamen Kochen bis zu bürgerschaftlichem Engagement.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben