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Postbank schließt Filiale bis zum Jahresende

Deutsche Post an der Poststraße

Deutsche Post an der Poststraße

Foto: Ralf Engel

Hemer.   Die Post sucht nach einem neuen Standort. Die einzige Packstation steht ab Ende Mai nicht mehr zur Verfügung.

Die Hauptstelle der Deutschen Post und Postbank steht in der Felsenmeerstadt vor großen Veränderungen. Erstes sichtbares Zeichen ist Ende Mai die Schließung der Packstation 117. Bis Ende des Jahres will zudem die Postbank ihre Filiale schließen. Mittelfristig ist auf dem Grundstück der Neubau eines Seniorenheimes geplant.

Die Aufgabe der einzigen Packstation in Hemer kam wohl auch für die Deutsche Post überraschend. „Der Grundstückseigentümer plant Umbaumaßnahmen und hat den Standplatz gekündigt“, teilt die Post auf Anfrage mit. Die Packstation steht an einer Grundstücksmauer direkt am Postgebäude. Ab dem 29. Mai müssen die Bürger auf den Service verzichten, der gerade Berufstätigen die Paketzustellung erleichtert. Einen Ersatzstandort gibt es noch nicht. „Wir wollen auf jeden Fall eine Packstation wieder aufbauen“, betont Postsprecher Achim Gahr.

Finanzdienstleistungenweiter in der Postfiliale

Größere Veränderungen am Standort hatte die Post bereits im vergangenen Jahr angekündigt, denn der Mietvertrag laufe Mitte des Jahres aus. Jetzt bestätigt sie eine Schließung der Postbank bis Ende des Jahres. „Wie alle Banken beobachtet auch die Postbank, dass sich der Markt sowie das Verhalten unserer Kunden in Zeiten der Digitalisierung verändern. Hierauf stellen wir uns unter anderem dadurch ein, dass wir für unsere Kunden unterschiedliche neue Filialformate mit differenzierten Produkt- und Serviceangeboten entwickeln. Zudem überprüfen wir kontinuierlich unser Filialnetz hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit und Optimierungsmöglichkeiten“, teilt Postbank-Sprecher Hartmut Schlegel auf Anfrage mit. Einen konkreten Schließungstermin für die Hemeraner Postbank gebe es noch nicht.

„Es ist jedoch geplant, dass sowohl Postdienstleistungen als auch Finanzdienstleistungen künftig in einer Partnerfiliale der Deutschen Post am Ort angeboten werden. Die Prüfungen dazu laufen noch“, so Schlegel. Nach dem Postgesetz muss in Hemer ein Poststandort angeboten werden. Die Bargeldversorgung der Kunden und die Versorgung mit Postdienstleistungen soll weiter sichergestellt werden.Der Umzug in ein anderes Ladenlokal ist bereits seit 2017 Thema.

Gebäude und Grundstück bereits 2017 verkauft

Ganz so einfach ist ein Umzug nicht, denn die Deutsche Post hat hinter dem Gebäude auch ihren Betriebshof für Fahrzeuge und Verladung. Zur Disposition steht dieses Grundstück seit September 2017. Damals hatte die Specht Gruppe aus Bremen neben Postimmobilien in Norddeutschland auch das Grundstück und Gebäude der Post in Hemer mit 1500 Quadratmetern Nutzfläche und einem 3300 Quadratmeter großen Grundstückgekauft. Die Specht Gruppe ist seit 1988 als Projektentwickler und Bauträger am Markt und hat bereits mehr als 100 Pflegeimmobilien realisiert.

Teile des in Richtung Bahnhofstraße gelegenen Betriebshofes der Post waren bereits vor einigen Jahren an ein Hemeraner Reiseunternehmen verkauft worden, das dort die Verwaltung angesiedelt und Busse stationiert hat. Für diese Nutzungsänderung war im Jahr 2011 der Bebauungsplan für den Stadtkern geändert worden. Aus der Zweckbindung Post wurde ein Kerngebiet, in dem jetzt die Nutzung für Handel und Wohnen möglich ist. Insofern ergeben sich auch neue Möglichkeiten für Investitionen.

Aktuelle Pläne für einen Abriss und eine Neubebauung mit Wohnungen oder ein Seniorenheim sind im Rathaus allerdings nicht bekannt.

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