Mord in Hemer

Privatclub für Rechtsradikale

Foto: IKZ

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Hemer.  Hemer. In dem illegalen Club an der Schützenstraße als Tatort für den Mord ging es um mehr als ums Saufen. Es war ein Club von Neonazis mit strengen Regeln, Versammlungen und eigenem Konto.

„Reichlich Drittes Reich“ mit Hakenkreuzfahnen und Stahlhelmen habe die Räume geschmückt, bestätigen Zeugen. „Head Hunters Deutschland“ nannte sich der Club. Den Aufnäher auf Lederjacken und Westen ziert innerhalb des Schriftzuges in der Nazischrift Fraktur ein Totenkopf mit Stahlhelm und zwei gekreuzten Pistolen. Der Club sei zunächst in Deilinghofen beheimatet gewesen, etwa vor einem Jahr dann an die Schützenstraße umgezogen. Früher sei dort mal eine illegale Kneipe gewesen, danach sei es definitiv nicht nur ums Saufen gegangen. Es habe Versammlungen gegeben, man sei zu Treffen der rechtsradikalen Szene gefahren. Das berichtet ein Aussteiger dem IKZ. „Es ärgert mich, dass es nur als illegaler Saufclub hingestellt wird. Normale Säufer wären da gar nicht reingekommen“, sagt der Mann. Die Zahl der Clubmitglieder schätzt er auf 20 bis 25 Personen aus dem Raum Hemer und Iserlohn.

Absoluter Herrscher sei Alexander U. gewesen. „Alle hatten Muffe vor ihm“, bestätigt der Aussteiger. Das Messer habe der mutmaßliche Mörder stets bei sich geführt.

Das Mordopfer Sven M. sei kein Mitglied des Clubs gewesen. Der 27-Jährige sei nicht nur zuvor verprügelt, sondern auch im Internet massiv bedroht worden. An dem Abend habe er ein klärendes Gespräch führen wollen - mit tödlichen Folgen.

Für das Tötungsdelikt habe der Hintergrund keine Rolle gespielt, betont Oberstaatsanwalt Rahmer. Gleichwohl ermittle die Mordkommission auch das Umfeld. Auch der Staatsschutz habe die Clubräume aufgesucht. „Wir vermögen eine ernsthafte politische Gesinnung nicht zu erkennen“, sagt die Staatsanwaltschaft. Vielmehr habe der Alkohol die Clubmitglieder vereint.

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