Jugendarbeit

Räume, die nicht nur für die jüngere Generation da sind

Lesedauer: 4 Minuten
Der intergenerative Spielplatz Geitbecke zwischen Wernshagen, Hans-Meyer-Straße und Charlotte-Terheyden-Weg ist fertig gestellt. Offiziell eröffnet wird er im Frühjahr. 

Der intergenerative Spielplatz Geitbecke zwischen Wernshagen, Hans-Meyer-Straße und Charlotte-Terheyden-Weg ist fertig gestellt. Offiziell eröffnet wird er im Frühjahr. 

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Kinder- und Jugendhilfeausschuss berät über die Haushaltsplanung und beschließt Kinder- und Jugendförderplan.

Sonja Slabon hat in ihrer ersten Sitzung als neue Jugendamtsleiterin den Mitgliedern des Kinder- und Jugendhilfeausschusses am Donnerstag eine gute Nachricht verkünden können: Der intergenerative Spielplatz Geitbecke ist im Prinzip fertig gestellt. Mit der offiziellen Eröffnung will die Stadt aber bis ins Frühjahr warten. Aber auch ansonsten wurden durch die Haushaltsplanberatungen viele Projekte im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe auf den Weg gebracht oder weitergeführt.

Schon erste Besucher sollen den neuen intergenerativen Spielplatz an der Geitbecke genutzt haben, wie es Sonja Slabon im Ausschuss sagte. Am Montag lag aber eine Schneedecke über den verschiedenen Türmen, Spielgeräten und Schaukeln. Auch der „Calisthenics“-Sportparcours mit Geräten wie Reckstangen, Barren und Hängeleitern an der vorderen Seite des Spielplatzes war mit einer weißen Schicht bedeckt. Der etwa 1800 Quadratmeter große Spielplatz soll intergenerativ sein. An der Seite und zwischen den Flächen für Spielgeräte befinden sich Bänke, damit zum Beispiel ältere Mitbürger ihren Enkeln beim Spielen zugucken können.

Absturzsicherung beim Bouldern am Lambergplatz

Auch für andere Bauprojekte gab es in den Haushaltsplanberatungen Zustimmung. Grünes Licht dürfte dafür im Rat der Stadt folgen. Beim Dirtpark in Deilinghofen laufen die Planungen zur Containerlösung einer Startrampe. Dort war auch eine Überarbeitung der Prüfstatiken nötig. Auch in diesem Fall konnte Wolfgang Bode von der Kinder- und Jugendförderung eine Prognose abgeben. Im April dürften die Stahlbauarbeiten fertig sein. Wartungsarbeiten wie die Streckenpflege werden, so Bode, von den Jugendlichen durchgeführt, weswegen sich die finanziellen Auswirkungen in Grenzen halten.

Der von der SPD beantragte mobile Spielplatz bzw. das veränderte Spielmobil ist mit einer Veranschlagung von 70.000 in den Haushalt eingebracht worden. Ursprünglich war dies als mobiler Container mit Spielgeräten geplant, gemäß dem Vorschlag der Verwaltung handelt es sich um ein Spielmobil, das auch die Ausstattung eines „mobilen Spielplatzes“ mitaufnehmen soll.

Beim Lambergplatz ist laut der Vorlage der Verwaltung für den Abschluss des zweiten Bauabschnittes aufgrund einer Stellungnahme des TüVs eine zusätzliche Absturzsicherung an der Boulderwand notwendig. Außerdem muss der Ballfangzaun um ein Netz erweitert werden, um die unterhalb der Fußballplätze liegende Schießbahn des BSV Hemer vor Bällen zu schützen. Dies soll der Gefahrenabwehr dienen. Der dritte Bauabschnitt sieht vorrangig die Herstellung der Wegeverbindung zwischen Lönsweg und am Oelbusch vor sowie die Umsetzung des Beleuchtungskonzeptes. Darüber hinaus soll ein wetterfester Unterstand auf dem Platz errichtet werden.

Streetwork mit den Jugendlichen über Discord

Fragen aufgerufen hat ein Posten zur Erhöhung der Zuwendung an den Zweckverband für psychologische Beratung (ZfB). In der Begründung der Verwaltung steht dort: „Sexuelle Gewalt nimmt aktuell einen immer größeren Raum ein. Neben der notwendigen Einzelfallhilfe für die Opfer, muss es zur Aufgabe werden, neue Erkenntnisse, Erfahrungen und Tendenzen aus der Praxis in die Öffentlichkeit zu tragen und damit Problembewusstsein herzustellen oder zu fördern; hinzu kommt Präventionsarbeit mit potenziellen Opfern“.

„Haben wir da etwas verpasst?“, fragte Ausschussmitglied Diana Naujocks (CDU). Fachbereichsleiter Peter Brühmann verwies auf die Geschehnisse in Lügde, wo über Jahre schwerer sexueller Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz geschehen ist. „Wir müssen eine Fachstelle gegen sexuelle Gewalt schaffen und brauchen mehr Beratungskompetenz an der Basis“, erklärte der Fachbereichsleiter.

Die Stadt habe den Hemeraner Anteil für eine halbe Stelle im Haushalt festgeschrieben. Dies stelle auch ein Signal für die anderen beteiligten Kommunen dar. Der Zweckverband für psychologische Beratungen und Hilfen (ZfB) ist eine kommunale Gebietskörperschaft der Städte Hemer, Iserlohn und Menden. Außerdem hat der Ausschuss den Kinder- und Jugendförderplan für die Jahre 2020 bis 2025 fortgeschrieben. Angedacht ist dabei unter anderem die Einrichtung eines digitalen Jugendplenums. Aber auch für Online-Streetwork soll ein Konzept erarbeitet werden. Dies könnte über den Onlinedienst Discord funktionieren. Auf Nachfrage von Ausschussmitglied Ursula Hüttemeister-Hülsebusch (GAH) schilderte Nadine Schilling vom Fachdienst Jugend, wie die geplanten Befragungen der Jugendlichen fortgeschritten sind.

Erste Ergebnisse seien dafür im Sommer zu erwarten. Der Fachdienst müsse dafür erst einmal auf die Haushaltsmittel warten und könne dann mit der Erstellung der Fragebogen anfangen. „Fragebögen sind eine Wissenschaft für sich“, erklärte Nadine Schilling.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben