Heiligabend

Rekordbesuch beim „Warten aufs Christkind“

Das Warten aufs Christkind erlebte an Heiligabend im Sauerlandpark einen Riesenandrang

Foto: Ralf Engel

Das Warten aufs Christkind erlebte an Heiligabend im Sauerlandpark einen Riesenandrang Foto: Ralf Engel

Hemer.   Almhütte und Eisbahn im Sauerlandpark wurden Heiligabend gestürmt. Ruhige Weihnachtstage gab es für Polizei und Feuerwehr.

Einen solchen Andrang hat das „Warten aufs Christkind“ noch nicht erlebt: Hunderte strömten an Heiligabend in die Almhütte und auf die Eisbahn des Sauerlandparks. Den für die meisten arbeits- und auch einkaufsfreien Sonntag nutzten viele Hemeraner für ein morgendliches Treffen mit Familie und Freunden. Das brachte die Almhütte an die Kapazitätsgrenzen.

Schon das erstmalig angebotene Frühstück war mit 160 Gästen ausgebucht. Gleich anschließend kamen dann die Massen. „Wir werden überrannt“, mischte sich bei Eventleiter Oliver Geselbracht zur Freude über den Erfolg des weihnachtlichen Treffens auch die Sorge über zu lange Schlangen am Getränkeausschank und an der Eisbahn. Nach den Erfahrungen der Vorjahre hatten sich Nikolaus Emil und Bürgermeister Michael Heilmann reichlich mit Schokonikoläusen eingedeckt, damit bei der Bescherung auch kein Kind leer ausging. Eine besondere Bescherung hatte der Nikolaus für das Netzwerk Demenz. Er überreichte Horst Riedel 1000 Euro. Musikalisch unterhielten die Sauerländer Wirtshausmusikanten mit volkstümlicher und vor allem weihnachtlicher Blasmusik. Ganz mutig wagten sich auch Kinder ans Mikrofon und sangen Weihnachtslieder.

Traditionelle Besuch bei Polizei und Feuerwehr

Für Nikolaus Emil und Bürgermeister Michael Heilmann krönte die Bescherung in der Almhütte die weihnachtlichen Besuche bei der „arbeitenden Bevölkerung“, die seit über 20 Jahren Tradition haben. Die Bürgermeister haben ein paar Mal gewechselt, der Nikolaus ist der gleiche geblieben“, bilanzierte Emil Rumianek.

Durch das Zusammentreffen von Sonntag und Heiligabend war es deutlich ruhiger im Städtchen. Der Wunsch auf ruhige Festtage ging weitestgehend in Erfüllung. Die Polizei verzeichnete nur einige kleinere Unfälle. Die Feuerwehr musste zu einigen häuslichen Rettungseinsätzen ausrücken. Am ersten Weihnachtstag wurde der Löschzug Süd alarmiert, weil die Brandmeldeanlage der Prinzhorn-Klinik Alarm ausgelöst hatte. Ein Toaster hatte zu viel Rauch verursacht.

Der Besuch auf der Feuerwache und in der Polizeistation dient auch dem Informationsaustausch. Die Feuerwehr beschäftigt aktuell besonders der neue Brandschutzbedarfsplan. Im ersten Quartal soll der Entwurf vorgestellt werden. Auf gutem Wege sind die vor einem Jahr heftig kritisierten verzögerten Fahrzeugbestellungen. Der Mannschaftstransportwagen und die Rettungswagen sind bestellt, das Tanklöschfahrzeug wird derzeit gebaut, was bei den Herstellern allerdings mindestens ein Jahr dauert. Bürgermeister Heilmann wünschte der diensthabenden Wachabteilung II und der Feuerwehrführung vor allem Gesundheit und unfallfreie Einsätze.

Eine Stadt ohne Kriminalpolizei vor Ort

Die besten Wünsche und Weihnachtsgrüße gingen auch an die Frühschicht der Polizeiwache und Wachenleiter Polizeihauptkommissar Jürgen Pretzlaff. Thema der Gesprächsrunde war unter anderem der schwindende Respekt auch vor Polizeibeamten. „Die Achtung vor der Polizei hat bei einigen Jugendlichen abgenommen“, bestätigten die Beamten und berichteten von Extremfällen. Ein großes Thema ist auch der Abzug der Kriminalbeamten von der Hemeraner Wache. Hemeraner haben dadurch keine direkten Ansprechpartner vor Ort, müssen nach Menden. Für die Wachhabenden bedeutet das eine Zusatzbelastung, weil Anzeigen nicht direkt durch die Kripo aufgenommen werden. Polizeihauptkommissar Pretzlaff formulierte es diplomatisch: „Es ist schade, dass eine Stadt von 35 000 Einwohnern keine Kripo mehr vor Ort hat“.

Die Rundfahrt endete in der Kurklinik Gut Holmecke, wo Mitarbeiter und die Mutter-Kind-Wohngruppe beschert wurden. Für Nikolaus Emil war damit Saisonende. Jetzt ist der Rauschebart ab und kann bis Weihnachten 2018 neu wachsen.

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