Sturmtief

„Sabine“ deckt Dach im Hemeraner Zentrum ab

Sturmtief „Sabine“ hat in der Stadtmitte ein Dach abgedeckt

Sturmtief „Sabine“ hat in der Stadtmitte ein Dach abgedeckt

Foto: Carmen Ahlers

Hemer.  Das Sturmtief „Sabine“ bereitet der Feuerwehr viel Arbeit. Bewohner eines Hauses in der Stadtmitte wurden evakuiert.

Sturmtief „Sabine“ lässt es am Sonntag in Hemer langsam angehen, am Sonntagabend häufen sich dann die Einsätze für die Feuerwehr: Es stürzen Baumteile auf die Straßen, Kaminabdeckungen lösen sich und an der Stephanstraße muss ein Haus teilweise evakuiert werden, weil sich die Dachpappe und weitere Teile der Dachbedeckung selbstständig gemacht haben.

Schon am Freitag ist es klar: Sturmtief „Sabine“ wird nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes auch über NRW ziehen und soll auch vor Hemer nicht Halt machen. Gefährliche Sturmböen mit über 100 Stundenkilometern sind angekündigt, und in Hemer bereitet sich die Feuerwehr frühzeitig darauf vor, dass es am Sonntag zu vielen Einsätze kommen kann. Immer wieder folgt der Blick in die Wetter-App. Verändert sich etwas oder kommt es in der Nacht von Sonntag zu Montag wirklich „knüppeldicke“?

Frühzeitige Planung einMuss für die Feuerwehr

Alle technischen Geräte wie zum Beispiel die Kettensägen werden noch intensiver als sonst überprüft, damit man – falls es sein muss – ohne Unterbrechung arbeiten kann. Am Sonntag ist die Wache stärker besetzt als sonst, und auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr vermuteten bereits am Samstag, dass sie Sonntagnachmittag schon die Gerätehäuser besetzen, um im Ernstfall schnell auszurücken. So ist es auch. Ab 17 Uhr sind am Sonntag alle Gerätehäuser durch die Löschgruppen besetzt, und das mindestens bis zum frühen Montagmorgen. 150 Feuerwehrmänner und -frauen sind bereit. Bereits am Freitag hat die Feuerwehr die Verpflegung ihrer Leute organisiert.

An vielen Stellen in der Stadt muss man sich im Vorfeld mit Sabine beschäftigen, so auch im Sauerlandpark. Am Freitag kündigen die Verantwortlichen eine „eventuelle Schließung des Geländes“ an, am Samstag wird die Schließung auf der Homepage und bei Facebook bekannt gegeben. Für die Besucher kann es im Sauerlandpark gefährlich werden, und dieses Risiko will die Parkleitung nicht eingehen.

Auch in den Hemeraner Schulen wird frühzeitig überlegt, ob der Unterricht am Montag stattfinden kann. Die Felsenmeerschule ist die erste, die ankündigt, dass die Schule geschlossen bleibt. Am Sonntag entscheiden alle Schulleitungen gemeinsam, dass an den Hemeraner Grund- und weiterführenden Schulen aufgrund der Sturmwarnung am Montag kein Unterricht stattfindet. In allen Einrichtungen wird eine Betreuung angeboten und die Schüler erst nach Rücksprache mit Eltern auf den Heimweg entlassen. Am Dienstag soll der Unterricht voraussichtlich wieder aufgenommen werden. „Sollte jedoch die Warnung weiterhin bestehen bleiben, werden die Eltern informiert“, heißt es in der Mitteilung.

Bürger nehmen die Warnungen ernst

Am Sonntagvormittag kommen die ersten Winde auf, und die Fahrt durch Hemer zeigt bereits, dass die Bürger die Warnung des Wetterdienstes ernst nehmen. Es ist ruhig auf den Straßen. In der Mittagszeit fährt die Feuerwehr in Menden schon einige Einsätze, in Hemer dagegen ist noch Ruhe vor dem Sturm. Der Wind nimmt aber immer weiter zu.

Der erste Einsatz erfolgt gegen 14.30 Uhr an der Ihmerter Straße, als ein dicker Ast in Höhe von AvB auf die Fahrbahn fällt. Zu diesem Zeitpunkt gibt es laut Feuerwehrchef Markus Heuel in Hemer Windstärke 8-9. Die Ihmerter Straße muss für die Aufräumarbeiten gesperrt werden.

Längere Sperrungder Stephanstraße

Gegen 17 Uhr wird es richtig ungemütlich. Mittlerweile hat es unter anderem Baustellenzäune umgerissen, die Feuerwehr fährt weitere Einsätze, weil Bäume umzustürzen könnten. In Ihmert droht die Kaminabdeckung von zwei Häusern in direkter Nachbarschaft herunterzufallen. Um 19 Uhr geht es für die Wehr zur Stephanstraße: Dort hat sich unter anderem die komplette Dachpappe selbstständig gemacht. Man kann von der oberen Etage ins Freie gucken. Die Löschgruppe Sundwig kommt hinzu. Die Bewohner der oberen beiden Etagen werden evakuiert. Zudem muss ein Bausachverständiger dazukommen. Die Stephanstraße bleibt vorerst gesperrt. Bericht folgt

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