Stadtrat

Sauerlandpark jetzt mit hauptamtlichem Chef

Thomas Bielawski 

Thomas Bielawski 

Foto: Ralf Engel

Hemer.   Thomas Bielawski übernimmt die Sauerlandpark-Geschäftsführung. Der Rat stimmt für die Senkung der Straßenbaubeiträge.

Der Neue ist ein alter Bekannter: Thomas Bielawski, bisheriger Leiter Parkpflege und -unterhaltung, wird neuer und erster hauptamtlicher Geschäftsführer des Sauerlandparks. Nach dem Votum des Aufsichtsrats der Sauerlandpark GmbH hat am Dienstagabend auch der Rat mehrheitlich in geheimer Abstimmung der Stellenbesetzung zugestimmt. Die Stelle war erstmalig extern ausgeschrieben worden. Über 30 Bewerbungen gingen ein. Bielawski tritt die Nachfolge von Heinz Kißmer an, der Ende Juni in den Ruhestand geht.

Die Hemeraner kennen Thomas Bielawski vor allem als zupackenden Leiter des Teams Grün im Sauerlandpark. Der 49-jährige Lüdenscheider ist gelernter Landschaftsgärtner, hat Landespflege in Osnabrück studiert. Seit 2012 ist er im Sauerlandpark beschäftigt und hat maßgeblich die Fortentwicklung des Parkgeländes vorangetrieben.

Geschäftsführung jetzterstmals in Vollzeit

Ab dem 1. Juli wird die Geschäftsführung der GmbH erstmals in Vollzeit ausgeübt. Seit seiner Gründung im Jahr 2011 wurde der Sauerlandpark stets von nebenamtlichen Geschäftsführern gelenkt. Auf Wunsch aller politischen Fraktionen war dies 2016 geändert worden. Heinz Kißmer, der seit 2011 nebenamtlich der Geschäftsführung des Sauerlandparks angehörte, übernahm neben der Fachdienstleitung im Rathaus halbtags die Geschäftsführung des Parks.

Mit der Vollzeitstelle wird nun ein weiterer Schritt vollzogen, um „neben der Sicherstellung des laufenden Geschäftsbetriebes, den Kultur- und Tourismusbereich neu aufzustellen und Synergien zu haben sowie Effizienzsteigerungen zu erreichen“, so der Bürgermeister. Die Personalmehrkosten sollen im Wirtschaftsplan durch Effizienzsteigerungen aufgefangen werden.

Kulturbereich gehörtkünftig zum Dezernat II

Ursprünglich hatte Bürgermeister Michael Heilmann geplant, das Kulturbüro mit Martin Hofmann als Einzelkämpfer in den Sauerlandpark zu integrieren, den Fachdienst kulturelle Einrichtungen im Rathaus ganz aufzulösen und die Stadtbücherei dem Fachdienst Schule zuzuordnen. Das hatten der Sauerlandpark-Aufsichtsrat und der Rat abgelehnt.

Jetzt kommt mit Zustimmung des Rates „Plan B“ zum Zuge. Der Fachdienst Kulturelle Einrichtungen mit Kulturbüro, Stadtbücherei und Musikschule wird aus dem Zuständigkeitsbereich des Bürgermeisters in das Dezernat II des Beigeordneten Sven Frohwein verlegt. Dadurch tritt auch die von der Politik kritisierte zu geringe Einflussmöglichkeit des Kulturausschusses nicht ein.

Ein großes Thema im Rat war das Flüchtlingskonzept und dabei vor allem die Zukunft der Kommunalen Erstaufnahmeeinrichtung in Deilinghofen. Vor allem CDU und FDP kritisierten, dass der Bürgermeister erst ein halbes Jahr vor der durch den Rat beschlossenen Schließung nach Alternativen suche (ausführlicher Bericht folgt).

Gegenwind bekam Michael Heilmann auch hinsichtlich der Straßenbaubeiträge. Der Verwaltungsvorschlag, keine Reduzierungen vorzunehmen, war bereits im Haupt- und Finanzausschuss rege diskutiert worden und auf Ablehnung gestoßen. Gegen die Stimme des Bürgermeisters und bei zwei Enthaltungen beschloss der Rat eine Senkung der Straßenbaubeiträge und eine Eckgrundstückermäßigung. In welchem Prozentrahmen dies erfolgt, wird die Politik nochmals beschäftigen.

Größtmögliche Senkungder Anliegeranteile

Die Verwaltung hatte bereits rechtlich vertretbare geringe Senkungen der Anliegeranteile um zumeist fünf Prozent aufgelistet. Die sollen nun auf eine im rechtlichen Rahmen „größtmögliche Reduzierung“ geprüft werden. „Wir wollen den rechtlichen Spielraum nutzen“, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Martin Gropengießer. Von einer „fairen Verteilung des Vorteils und der Belastung der Bürger“ sprach Arne Hermann Stopsack (FDP). Dass es nicht nur um die Anwohner Am Ballo oder an der Westendorfstraße gehe, betonte Hans-Peter Klein (SPD): „Wir wollen eine Änderung der Satzung für alle.“ Die Deckungslücke durch die Mindereinnahmen soll im Rahmen der Haushaltsberatungen geschlossen werden.

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