Gymnasium

Schöner Park an einem schrecklichen Ort

Franziska Odenhausen und Tobin Timmers haben beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten einen Landessieg errungen.

Franziska Odenhausen und Tobin Timmers haben beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten einen Landessieg errungen.

Foto: Privat / IKZ Hemer

Hemer.  Ein Schülerduo des Woeste-Gymnasiums schildert im Wettbewerb den Wandel vom Stalag zum Sauerlandpark und sichert sich einen Landessieg.

Wenn sich Schüler so intensiv mit einer der gravierendsten Veränderung im Stadtbild und einem der schrecklichsten Kapitel der Heimatgeschichte auseinandersetzen, dann gebührt dem besondere Anerkennung. Das hat auch die Jury des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten so gesehen und zwei Schülern des Woeste-Gymnasiums einen Landessieg zuerkannt. Franziska Odenhausen (Klasse 9c) und Tobin Timmers (9a) konnten den mit 250 Euro dotierten Preis in Begleitung ihres Geschichtslehrers Daniel Gottwald aus der Hand von Schulministerin Yvonne Gebauer in Düsseldorf entgegennehmen. „Es ist ein toller Erfolg, herzlichen Glückwunsch“, freut sich Schulleiter Jörg Trelenberg.

„So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“, lautete das Thema der 26. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten. „Es sollte einen biografischen oder regionalen Bezug haben, in der Art des Beitrages waren die Schüler völlig frei“, berichtet Daniel Gottwald. „Uns ist bei dem Thema der Sauerlandpark sofort ins Auge gesprungen, er hat die interessanteste Vorgeschichte“, sagt Franziska Odenhausen.

Viel Recherchearbeitzur Vorgeschichte

Das Stalag VI A als Krise, die Befreiung und Kaserne als Umbruch und die Landesgartenschau und der Sauerlandpark als Aufbruch haben sie dokumentiert. „Aus einem schrecklichen Ort ist ein schöner Park geworden“, sagt Tobin Timmers. Den Sauerlandpark kennen und schätzen beide durch viele Besuche mit Freunden und Familie. Für die Vorgeschichte war viel Recherchearbeit vor allem im Stadtarchiv notwendig. Vom Stalag VI A hatten beide schon gehört, doch die Bilder und Schilderungen haben sie schockiert. „Es ist erschreckend, wie schlimm die Bedingungen im Stalag VI A waren“, berichtet der 15-Jährige. „Das wir so wenig wussten, hat uns motiviert, mehr über die Stadt zu erfahren“, ergänzt Franziska Odenhausen. Motivation war notwendig, denn sämtliche Arbeiten erfolgten in der Freizeit.

Als Medium hatten sie sich schnell für eine filmische Dokumentation entschieden, auch wenn das zusätzliche Arbeit bedeutete. „Das Filmen und die Bearbeitung haben wir uns selbst beigebracht“, so Tobin Zimmers. Entstanden ist ein achtminütiger Film, in dem beide die Geschichte schildern und Stadtarchivarin Alexandra Schmidt interviewen. Eingeklinkt sind die historischen Bilder aus dem Stalag zu sehen.

Größter historischerForschungswettbewerb

Die Arbeit hat sich gelohnt und verhalf unter 542 Beiträgen aus NRW zu einem Landessieg. Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. Er will bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für die eigene Geschichte wecken, Selbstständigkeit fördern und Verantwortungsbewusstsein stärken. Insgesamt 1992 Beiträge von Teams oder Einzelpersonen sind in diesem Jahr eingegangen – damit ist es die beitragsstärkste Ausschreibung seit 1993.

Für die beiden Heimatforscher kann es noch weitergehen. Mit ihrem Landessieg haben sie die Chance auf einen der 50 Bundessiege. Am 19. November wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die fünf Erstpreisträger auf Bundesebene in Schloss Bellevue in Berlin ehren.

Vielleicht sind Franziska Odenhausen und Tobin Timmers ja dabei. Das Woeste-Gymnasium drückt auf jeden Fall die Daumen.

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