Warnstreik

„Sechs Prozent mehr Lohn tun den Unternehmen nicht weh“

Warnstreik der IG Metall bei der Firma Grohe in Hemer

Foto: Reinhard Köster

Warnstreik der IG Metall bei der Firma Grohe in Hemer Foto: Reinhard Köster

Hemer.   Teile der Grohe-Belegschaft unterstreichen mit einem Warnstreik die Tarifforderung. An der Edelburg gibt es Sorgen vor einer möglichen Auslagerung der Logistik.

Mit einem Warnstreik haben auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Grohe am Donnerstagvormittag ein Zeichen im derzeit laufenden Tarifkonflikt gesetzt. Etwa 300 Beschäftigte der Frühschicht folgten dem Aufruf der IG Metall zu einem einstündigen Ausstand und versammelten zu einer Kundgebung auf dem Wendehammer vor dem Werkstor. Dort wurden sie von Reinhard Messy, der den erkrankten Betriebsratsvorsitzenden Peter Paulokat vertrat, sowie Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis, aufgefordert, der Gewerkschaftsforderung nach einer sechsprozentigen Lohnerhöhung Nachdruck zu verleihen.

Zwei-Prozent-Angebotzurückgewiesen

Das Angebot der Arbeitgeber von zwei Prozent wies Kasubke energisch zurück, weil es mit der Aufforderung zum Verzicht auf Schichtzuschläge verbunden sei. „Wir sollen etwas bekommen und gleich wieder abgeben“, stellte Kasubke fest und verwies auf die hervorragende wirtschaftliche Lage der Branche. „Sechs Prozent mehr Lohn tun den Unternehmen nicht weh.“

Es gehe in dem Tarifstreit aber nicht nur um Geld, sondern auch um flexiblere Arbeitszeiten, „das Mensch sein“, rief Kasubke. Wer in der Familie beispielsweise die Kinder betreuen oder einen kranken oder alten Angehörigen pflegen müsse, sei häufig auf eine Reduzierung der Arbeitszeit angewiesen, aber auch auf einen Zuschuss auf das dadurch gekürzte Einkommen. „Wir sind doch keine Maschinen“, zitierte Torsten Kasubke den bekannten Song von Tim Bendzko.

Festanstellung fürdie Leiharbeiter

Der IG Metall-Bevollmächtigte ging aber in seiner Rede auch auf spezifische Probleme ein, die der Grohe-Belegschaft Sorgen bereiten. So sehe sowohl die Gewerkschaft als auch der Betriebsrat mutmaßliche Pläne des Konzerns kritisch, den Logistik-Bereich mit allein am Standort Hemer 280 Leuten in eine eigene Gesellschaft auszulagern. „Unsere Idee dazu ist: Wir bleiben eine Firma“, rief Kasubke. Gleichzeitig erhob er die Forderung, dass die in der Logistik beschäftigten Leiharbeiter, die teilweise schon seit Jahren für Grohe tätig seien, endlich feste Anstellungsverträge nach Tarif erhalten.

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