Kultur

Seifenblasenschlangen und reisende Pianisten

Mit genügend Abstand übergibt Clown „Oh Larry“ eine Luftballonblume an einen Fan im Kinderwagen.

Mit genügend Abstand übergibt Clown „Oh Larry“ eine Luftballonblume an einen Fan im Kinderwagen.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Clown „Oh Larry“ und Musiker Norbert Schulte erheitern die Innenstadt im Rahmen der Reihe „Samstags in Hemer“.

Clownerie und Musik haben auch in der zweiten Auflage der Reihe „Samstags in Hemer“ das Programm zwischen 10 und 13 Uhr bestimmt. In der Nähe des Buchladens am neuen Markt hat Clown „Oh Larry“ seine Bühne mit bunten Kinderstühlen aufgebaut, Norbert Schulte hat mitsamt Klavier und Reisekoffern den Bereich in der Nähe der Edeka-Filiale am Hademareplatz besetzt. Der Auftritt in Hemer war für beide Künstler eine der seltenen Gelegenheiten, unter freiem Himmel aufzutreten.

Abstand wird dank langer Luftballons eingehalten

Clown Larry macht sich vor seinem Kinderpublikum etwas über die blauen Markierungen auf den Boden lustig. „1,5 Meter“ steht dort vor einer deutlichen als Grenzmarkierung gedachten Linie. „Alle, die 1,5 Meter groß sind, müssen sich da jetzt hinlegen“, albert er herum. Allerdings macht er der kreischenden Kinderschar auch klar, dass man die Abstände einhalten muss. In der Zeit der Corona-Pandemie hat er sein Programm auf die Sicherheitsbedingungen abgestimmt. Dies ist mit seinen zahlreichen Seifenblasen und langen Luftballontieren auch durchaus möglich.

Einen zur Blume verknoteten Luftballon reicht er zum Beispiel mit dem langen Arm einer kleinen Zuschauerin entgegen. Auch bei den riesigen Seifenblasenschlangen stört es kaum, dass die Kinder nach vorne hechten, um die Konstrukte aus Luft und Wasser zu fangen und zerplatzen zu lassen – der Abstand bleibt gewährt.

Für Frank Jeschke, wie Clown Oh Larry eigentlich heißt, ist es eine der wenigen Auftritte in den vergangenen Monaten. „Die Auftritte kann ich an einer Hand abzählen“, sagt der hauptberufliche Künstler aus Hückeswagen. Durch die Corona-Krise gehe viel kreative Kraft verloren: „Viele Künstler bleiben auf der Strecke oder wechseln den Job“.

Für den Hemeraner Norbert Schulte, der normalerweise mit seinem Klavier in ganz Deutschland auf Messen und anderen Veranstaltungen unterwegs ist, war die Corona-Zeit auch eine finanzielle Belastung. Er ist aber zuversichtlich, dass es nun langsam aber sicher wieder weitergeht. „Allmählich geht es los, aber natürlich mit Auflagen“, ist seine Erfahrung. Neulich sei er mit seinem Klavier noch in Norddeutschland aufgetreten. er ist es gewohnt, für seine Kunst viel zu reisen – die Koffer stehen nicht nur zur Zier vor seinem Klavier.

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