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Sozialdemokratische Frauen in Hemer wollen eine Impfpflicht

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Impfen  Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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Foto: Oliver Berg / dpa

Hemer.  Die AsF Hemer hat einen Antrag für eine Impflicht an die digitale Bundeskonferenz gestellt. Schutzimpfungen seien die sicherste Vorsorge.

Die Hemeraner Sozialdemokratinnen wollen sich bei der Bundeskonferenz der AsF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) für eine Impfpflicht einsetzen. Die Konferenz findet am 17. und 18. Juni erstmals digital statt. Der Beschlussvorschlag der AsF lautet: Die SPD Bundestagsfraktion wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass in Deutschland eine Impfpflicht nach den Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission) eingeführt wird.

Bereits seit 2016 setzen sich die Hemeraner Sozialdemokratinnen für eine Impfpflicht ein. „Dicke Bretter müssen halt lange durchbohrt werden“, so die Vorsitzende der AsF Hemer und Unterbezirk Märkischer Kreis, Anke Strehl. Der erste Schritt in die richtige Richtung wurde laut der AsF Hemer bereits mit dem Masernschutzgesetz getan.

Empfehlungen der STIKOunter Pflicht stellen

Derzeit werde eine Impfpflicht für COVID-19 diskutiert. „Warum nicht gleich alle Impfungen der STIKO (ständige Impfkommission) unter Pflicht stellen?“, erklären die Sozialdemokratinnen. Die AsF-Mitglieder begründen ihren Antrag wie folgt: „Nach Aussage der Vereinten Nationen sind Schutzimpfungen neben dem Zugang zu medizinischer Grundversorgung und sauberem Trinkwasser Grund für den Rückgang vieler übertragbarer Krankheiten. Für Wissenschaftler, Professoren und Ärzte gibt es keinen Zweifel daran, dass die Schutzimpfungen die sichersten und wirksamsten Vorsorgemöglichkeiten sind. Natürlich gehören hierzu auch eine gesunde Ernährung und eine gesunde Lebensweise. In vielen Gesundheitsämtern wurden in den letzten Jahren Impfbücher kontrolliert und hier wurden vielerorts große Impflücken festgestellt. Auch die Durchführung sogenannter Impfkampagnen konnte dieses Defizit nicht beseitigen. Bei hoher Impfrate können Ausbrüche impffähiger Krankheiten verhindert werden. So werden auch die Menschen wirksam geschützt, die aufgrund von Erkrankungen oder Unverträglichkeit nicht geimpft werden können. Durch eine konsequente Impfung konnten bislang die Pocken als weltweit ausgerottet verkündet werden. Ähnliche Erfolge sind bei Polio und Diphterie zu verzeichnen. Masern sollten im Jahre 2017 als ausgerottet erklärt werden, bis ein massenhafter Ausbruch in Berlin festgestellt werden konnte. Durch die Globalisierung treten immer wieder Ausbrüche auf. Am 1. März 2020 trat das Masernschutzgesetz in Kraft. Hier muss jede/r, der nach 1970 geboren wurde eine Masernimpfung nachweisen können. Das ist auch für alle Impfungen der STIKO umzusetzen.“

Viel Zuspruch auchvon den Kinderärzten

Unterstützung für ihren Antrag bekommen die SPD-Frauen laut der Pressemitteilung auch von den niedergelassenen Kinderärzten: „Ich habe mit einigen Kinderärzten über unseren Antrag gesprochen und viel Zuspruch erhalten. Manche Kinderkrankheiten sind im Kindesalter zwar Kinderkram, können aber erhebliche Spätfolgen nach sich ziehen. Als Beispiel nenne ich konkret Windpocken, Keuchhusten oder Masern“, so Anke Strehl. Am 2. Juni hat der AsF-Landesvorstand entschieden, den Antrag aus Hemer zur Bundeskonferenz zu senden.

Bei der Bundeskonferenz wird Anke Strehl für den Landesverband der AsF NRW den Delegierten aus ganz Deutschland ihren Antrag vorstellen, unterstützt wird sie hierbei von der Landesvorsitzenden der AsF NRW und Landtagsabgeordneten Inge Blask.

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