Poetry Slam

Spannend, emotional und mit viel Witz

Poetry Slam im Alten Casino

Poetry Slam im Alten Casino

Foto: Carmen Ahlers

Hemer.  Noah Klaus ist der Gewinner des Poetry Slams

Poetry Slam – die Themen sind nicht vorgegeben, das Publikum kann sich im Vorfeld auf nichts einstellen – außer auf einen spannenden Wettkampf der Slammer, die sich auf die Bühne stellen und mit eigenen Texten um die Gunst des Publikums buhlen. Denn die Gäste sind die Jury, sie beraten sich nach jedem Auftritt in sechs Gruppen und vergeben die Punkte. Von den sechs Teilnehmern kommen vier ins Halbfinale, und am Ende treten die besten beiden noch einmal gegeneinander an.

Mit ganz viel Applausvon der Bühne

Auch Frank Klötgen und Luise Wolff bereiteten den Zuhörern gute Poetry-Momente, aber sie mussten sich nach der ersten Runde bereits verabschieden, mit ganz viel Applaus natürlich. Das ist dem Organisator und Moderator Marian Heuser wichtig. Niemand soll mit einem schlechten Gefühl in der Magengegend wieder abreisen, und die Slammer kommen am Sonntag sogar aus Bayern und Österreich nach Hemer. „World of Wordcraft“ (WOW) hat sich einen Namen geschaffen, da macht es Spaß, mitzumachen.

Eva-Lisa Finzis erster Text aus der Vorrunde zum Thema Älter werden kommt so gut an, dass er sie ins Halbfinale bringt: „Mitte 20 fängt es dann an, dass man nicht mehr alles kann“, danach kassiert sie mit ihrem Text aus der Zukunft, der die Erde im Jahr 2070 – von Parasiten befallen – weniger Punkte als alle anderen. Ziemlich lustig wird es danach, als Malte Küppers zum zweiten Mal die Bühne betritt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, so dass es das Publikum einerseits vor Lachen fast vom Stuhl reißt, andererseits der eine oder andere sprachlos ist und denkt: Das hat er jetzt nicht gesagt, oder? Krebsvorsorge – kein Thema zum Lachen, aber so gut auf den Punkt gebracht. „Leute, ich habe einen Knubbel am Sack, schauen Sie sich das mal an – Herr Küppers, ziehen Sie sich an, das hier ist die Rezeption!“ Passagen wie diese sorgen für Schnappatmung bei den Zuhörern.

Niki Laudas Mutterund das rote Pferd

Kolja Fach aus Bremen spricht einen Text über die Erlebnisse bei einer Zugfahrt, bei der er einfach nur seine Ruhe haben will und stattdessen eine Frauengruppe als Nachbarn bekommt. Schnell weiß er, wie die Mutter von Niki Lauda heißt und dass sich das „rote Pferd“ auch 300 Mal umdrehen kann, ist ihm jetzt auch klar. Andreas Gabalier bekommt ordentlich einen weg, den Leuten gefällt’s.

Noah Klaus aus Berlin nimmt sich die Welt der Frau vor und hält den Frauen mit einer großen Portion Humor den Spiegel vor. „Wenn ihr dann vor dem Spiegel steht und über eure Sommersprossen und den flachen Po schimpft...“ – in dieser Art geht es weiter, sehr zur Freude des johlenden Publikums.

Das Finale bestreiten Noah Klaus und Kolja Fach, und es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber am Ende steht Noah als Sieger fest. Die „Goldene Feder“ nimmt er gerne entgegen. Alle Slammer feiern Noahs Sieg gemeinsam auf der Bühne – eine tolle Gemeinschaft.

Der nächste Poetry Slam im Alten Casino findet am Sonntag, 23. Februar, statt. Los geht es aber dann bereits um 17 Uhr. Damit die Slammer-Fans keine Entscheidung zwischen dem TV-Programm und dem Poetry Slam treffen müssen, so Marian Heuser augenzwinkernd. „Wenn ihr ehrlich seid, ihr habt euch doch entscheiden müssen“, sagt er und hofft, dass viele Eintrittskarten vielleicht schon als Geschenk unterm Weihnachtsbaum liegen, damit der nächste Poetry Slam in Hemer wieder ausverkauft ist. In den Zuhörerreihen waren viele junge Gesichter, die begeistert von dieser Art der Unterhaltung sind.

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