Ehrenamtliche Arbeit

Spende an Netzwerk Demenz: „Tabuthema“ ein Gesicht geben

Die Spende der Azubis Luise Schröder, Niklas Lange (oben re.) und Till Rehmus soll unter anderem Ausflüge für Familien, die von den Ehrenamtlichen rund um Gudrun Gille (2. v. li.) betreut werden, ermöglichen.

Die Spende der Azubis Luise Schröder, Niklas Lange (oben re.) und Till Rehmus soll unter anderem Ausflüge für Familien, die von den Ehrenamtlichen rund um Gudrun Gille (2. v. li.) betreut werden, ermöglichen.

Foto: Vanessa Wittenburg / IKZ

Hemer.  Die Durable-Azubis spenden den Erlös ihres Weihnachtsverkaufs an das Netzwerk Demenz Hemer. Das Geld soll Ausflüge für Betroffene ermöglichen.

Junge Leute werden in der Sprechstunde des Netzwerks Demenz eher selten erwartet und doch konnten Luise Schröder, Niklas Lange und Till Rehmus ihren Besuch in den Räumen des Alten Amtshauses kaum abwarten. Denn die drei Auszubildenden der Firma Durable hatten einen großen Scheck im Gepäck: 2893,15 Euro um die Hilfe für an Demenz erkrankten Menschen und ihre Angehörigen weiterhin zu ermöglichen und zu intensivieren.

„Oft geht bei solchen Aktionen der erste Gedanke an Kinder, Menschen mit Behinderung oder Integrationsarbeit. Wir wollten aber auch endlich einmal die älteren Menschen unterstützen und mit unserer Spende eine neue Richtung einschlagen“, erklärte Niklas Lange, der wie seine beiden Kollegen eine duale Ausbildung zum Betriebswirt in dem Iserlohner Unternehmen absolviert. Jedes Jahr bekommt ein Team von Auszubildenden bei Durable die Aufgabe, den jährlichen Weihnachtsverkauf zu organisieren. Dazu stellen sie eine Produktpalette des Unternehmens zusammen, organisieren die Bestellungen und den eigentlichen Verkauf. Der Erlös wird traditionell gespendet; wer das Geld erhält, entscheiden die Azubis. Der Verkauf zum Weihnachtsfest 2019 war so erfolgreich, das neben einer Spende an ein integratives Wohnprojekt in Gotha, einem weiteren Durable-Standort, nun auch das Netzwerk Demenz bedacht werden konnte.

Azubis wollen die Wirkung ihrer Spende direkt mitverfolgen

„Uns ist wichtig, dass wir sehen, wohin das Geld kommt und was das Projekt damit ermöglicht“, berichtete Niklas Lange, der sich wünscht, dass das Netzwerk Demenz die Azubis regelmäßig über seine Aktivitäten auf dem Laufenden hält. Gudrun Gille, erste Vorsitzende des Netzwerk Demenz in Hemer, freute sich sehr über das Interesse der jungen Leute und ihre Unterstützung. Neben ihrer ehrenamtlichen Beratung und Betreuung, Vorträgen und dem Angehörigengesprächskreis, planen die Ehrenamtlichen in der zweiten Jahreshälfte eine begleitete Kurzreise. „Wir wollen den Familien eine angenehme Zeit ermöglichen, unterstützt von unseren Betreuern. Beispielsweise mit einem Ausflug an die Sorpe“, beschrieb die Vorsitzende.

Außerdem stehen immer wieder Aus- und Fortbildungen der ehrenamtlichen Betreuer an, um nicht nur die allgemeine Beratung und Betreuung von momentan rund 20 Familien zu gewährleisten, sondern auch, um in Zukunft auch bei Krankenhausaufenthalten unterstützen zu können. „Wir wollen der Demenz, die immer noch für viele ein Tabuthema ist, ein Gesicht geben. So wissen die Leute, an wen sie sich wenden können, wenn sie befürchten, dass sie oder jemand in ihrem Umfeld betroffen ist“, erklärte Gudrun Gille, die auch schon in einem Supermarkt beraten hat, als sie dort erkannt wurde.

Ehrenamtliche Betreuer wollen auch Firmen schulen

Interessiert folgten Luise Schröder, Till Rehmus und Niklas Lange den Erzählungen von Gudrun Gille, Horst Riedel und Christina Ruthmann. Auch die jungen Azubis haben schon Erfahrungen mit Demenzerkrankungen in ihrem näheren Umfeld gemacht und erhielten so auch einige Tipps und Erklärungen zum richtigen und sensiblen Umgang bei Demenz. Die Ehrenamtlichen könnten sich auch vorstellen, bald einmal die Firma Durable zu besuchen und die Mitarbeiter schulen, was sie machen können, wenn ein Angehöriger oder Kollege erste Anzeichen einer Demenz zeigt. „Es ist wichtig, für dieses Thema zu sensibilisieren, nur so können wir die Betroffenen bestmöglich unterstützen“, meinte Gudrun Gille.

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