Wirtschaftsgespräch

Stadt profitiert von den „exorbitant hohen“ Gewerbesteuern

15. Unternehmerfrühstück der Stadt im Alten Casino

Foto: Ralf Engel

15. Unternehmerfrühstück der Stadt im Alten Casino Foto: Ralf Engel

Hemer.   Bürgermeister Michael Heilmann dankt den heimischen Unternehmern für die Gewerbesteuer. Technologiescouts verbinden Hochschulen und die Wirtschaft.

„Es brummt, der Laden läuft. Wir als Kommune profitieren erheblich davon!“. Bürgermeister Michael Heilmann war es am Freitagmorgen ein besonderes Anliegen, der Wirtschaft für die erfolgreichen Geschäfte zu danken. „Exorbitant hohe“ Gewerbesteuereinnahmen ermöglichten der Stadt, mit dem Abbau des Investitionsstaus in Schulen und auf Straßen zu beginnen, betonte der Bürgermeister. 1,5 Millionen Euro seien 2017 in die Schulen und 1,9 in die Straßen investiert worden. 2018 würden die Summen um mehrere Hunderttausend Euro erhöht. Das 15. Unternehmerfrühstück der städtischen Grundstücks- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Alten Casino diente nicht nur der Kontaktpflege, sondern war zugleich Nachrichtenbörse für knapp 100 Wirtschaftsvertreter.

Tagestourismus sollweiter gefördert werden

So warb der Bürgermeister für die Beteiligung am Stadtentwicklungskonzept und informierte über einige besondere städtische Herausforderungen. Ende des Jahres sollen die Ergebnisse des Gutachtens für eine bessere Ampelsteuerung auf der Ohl/Bahnhofstraße vorliegen. Er erwarte eine Verbesserung, aber in Anbetracht von über 20 000 Fahrzeugen nicht den großen Gewinn. Abhilfe müssten eine Nord-Süd-Verbindung durch die Eisenbahnschleife und die A 46 bringen. Zuversichtlich sei er, dass das Hallenbad im nächsten Jahr wieder öffnen könne. Die Entscheidung treffe der Rat am 21. November. Mit einer Standortentscheidung sei im ersten Quartal 2018 zu rechnen.

Den Tagestourismus möchte die Stadt weiter fördern. Der Gewinn der „Schatzruhe“ als Infozentrum des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge sei ein wichtiger Schritt dahin. Neue Impulse für Hemer seien auch durch die Regionale 2025 zu erwarten. Neben dem freien WLAN in der Innenstadt soll der Breitbandausbau forciert werden. Ab Anfang 2018 sei mit dem Ausbau für Gewerbebetriebe zu rechnen. Für die Wirtschaftsförderung möchte der Bürgermeister ab 2018 eine volle Stelle einrichten.

Als neuer technischer Beigeordneter im Rathaus stellte sich Christian Schweitzer kurz vor und benannte gleich einige Herausforderungen. So sähen die Hemeraner Gewerbegebiete nicht aus wie professionelle Gewerbegebiete. Für Gemengelagen von Wohnen und Gewerbe sei eine kluge Bodenpolitik erforderlich.

Wirtschaftsförderin Kirsten Staubach warb für die Stadtmarketing-Kampagne „Zusammen Leben in Hemer“, die die Unternehmen auch in ihre Präsentation mit einbinden könnten.

Wichtige Zusammenarbeitmit den Hochschulen

Wie wichtig die Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen für beide Seiten ist, verdeutlichte Diplom-Ingenieur Andreas Becker in seinem Vortrag. Als Technologiescout unterstützt er Betriebe in Südwestfalen bei der Umsetzung innovativer Ideen. „Technologiescouts sind die Lösungsfinder und nicht die Löser“, betonte er. So vernetzt er Hochschulen und Betriebe. Von realen Problemstellungen profitieren die Studenten, von den Lösungen die Unternehmen. Zahlreiche Bachelor- und Masterarbeiten sowie komplexe Konzepte sind Firmen bereits zu Gute gekommen. Sie reichen vom Marketingkonzept über neue EDV-Systeme oder technische Prüfverfahren bis zur Logistik. 17 Hemeraner Unternehmen haben die beiden Technologiescouts in Südwestfalen bereits besucht. Mit zwei konkreten Fallbeispiele warb er für die externe Hilfe. So konnte Verfuß durch die Zusammenarbeit mit Studenten eine neue Rezeptur für den Entfeuchtungsputz entwickeln, mit noch besseren Eigenschaften. Die Firma Rittinghaus profitierte von einem neuen Marketing.

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