Umwelt

Stadt sperrt Waldweg zum Felsenmeer

„Wald gesperrt“ steht nun erst einmal für ein Jahr am Waldweg in der Nähe des Bussardweges. Stadtförster Dirk Basse appelliert aufgrund der Gefahren an die Vernunft der Bevölkerung.

„Wald gesperrt“ steht nun erst einmal für ein Jahr am Waldweg in der Nähe des Bussardweges. Stadtförster Dirk Basse appelliert aufgrund der Gefahren an die Vernunft der Bevölkerung.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Erst einmal ein Jahr darf der Forst zwischen Bussardweg und Felsenmeerstraße nicht bewandert werden.

Die Felsenmeerstadt ist um ein Schild reicher, das in NRW recht selten vorkommen dürfte. Wenn Wanderer den Weg vom Bussardweg zum Felsenmeer betreten wollen, stoßen sie seit kurzem auf den Hinweis „Wald gesperrt“. Der Hintergrund sind die einmaligen Bedingungen in der für das Felsenmeer typischen Karstlandschaft. Aufgrund des Arbeitsschutzes kann die Stadt etwa 100 trockene Bäume nicht fällen, die jederzeit umfallen könnten.

Manchmal muss man der Natur freien Lauf lassen. Das ist auch bei den Buchen und Eschen zwischen Bussardweg und Felsenmeerstraße der Fall. Da die Fällung der Bäume für die Forstarbeiter zu unsicher ist, werden die geschädigten Eschen und Buchen erst einmal stehen gelassen, bis sie von alleine umfallen. Das könnte – je nach Baum – schon morgen passieren, oder aber innerhalb von sechs Jahren, wie Stadtförster Dirk Basse den Zeitrahmen einschätzt.

Fallende Äste der trockenenBuchen sorgen für Probleme

Begrenzt ist die Sperrung des Waldes und der Waldwege in diesem Bereich erst einmal bis zum 31. Januar 2021. Dann hat die Stadt entweder eine Lösung gefunden oder die Sperrung wird weitergeführt. Bisher sind die vertrockneten Buchen und Eschen das Problem. Bearbeiten sie die Forstarbeiter mit der Kettensäge, ist es wahrscheinlich, dass vertrocknete Äste abfallen und die Arbeiter in Gefahr bringen. Mit einem Harvester können die Bäume aber auch nicht zu Fall gebracht werden.

Die Maschinen, die laut Dirk Basse zwischen 25 und 30 Tonnen wiegen, sind einfach für das Gelände am Felsenmeer nicht gemacht. Der Karstboden ist zu unbeständig, durch die vielen Aushöhlungen und Freiräume könnte es passieren, dass der Harvester durch den Boden bricht. Selbst mit Freikletterern und Hubschraubern, wie die Stadt schon einmal im Vorfeld der Landesgartenschau gemacht hat, wäre es nicht möglich. „Auch dabei können die trockenen Äste abfallen und so zur Gefahr werden“, erklärt Dirk Basse.

Obwohl die Sperrung eines Waldes nicht häufig vorkommt und in einem aufwendigen Verfahren beim Regionalforstamt begründet werden muss, schätzt Dirk Basse: „Ich denke, da wird noch mehr kommen.“ Die trockenen Sommer haben, so Basse, nicht nur den Fichten geschadet, sondern auch den Buchen, Eschen und anderen Baumarten. In seiner 15-jährigen Erfahrung als Stadtförster von Hemer und Menden sei die Sperrung aber bisher einmalig. Auch Michael Blaschke, Pressesprecher des Landesbetriebs Wald und Holz NRW, erklärt: „Die Wälder sind in einer besonderen Situation. Wir stehen vor riesigen Herausforderungen.“

Wanderweg H1 des SGV führtdurch das gesperrte Gebiet

Die Sperrung des Waldweges dürfte aber nicht nur für Anwohner ein Hindernis darstellen. Der Wanderweg H1 des SGV führt durch das Gebiet. „Das bedeutet, dass wir mehrere Wege umplanen müssen“, sagt SGV-Wanderwart Gerhard Ickler. Laut seiner Einschätzung müssen vor allem die Wege des Deilinghofer und des Hemeraner Rundwegs neu eingezeichnet werden.

Neben dem Hinweisschild „Wald gesperrt“ soll auch noch Flatterband möglichen Wanderern den Weg versperren. Aufgrund der Gefahren appelliert Stadtförster Dirk Basse aber vor allem an die Vernunft der Bevölkerung.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben