Haus Kunterbunt

Starke Kinder feiern kunterbunten Kita-Geburtstag

„Starke Kinder halten felsenfest zusammen“ singen die Kinder zum 20. Geburtstag der Kita Haus Kunterbunt beim  Empfang in der Aula der Realschule.  

„Starke Kinder halten felsenfest zusammen“ singen die Kinder zum 20. Geburtstag der Kita Haus Kunterbunt beim Empfang in der Aula der Realschule.  

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Die städtische Kita Haus Kunterbunt „mit den roten Fenstern und der Wiese auf dem Dach“ Am Hammerscheid besteht schon seit 20 Jahren.

Die städtische Kita Haus Kunterbunt wirkt wie einem Bilderbuch entsprungen. Überall sind leuchtende Farben, schwarz-weiß gefleckte Pferdelaternen hängen unter den Decken, zudem haben sich die Erzieher wie Figuren aus Astrid Lindgrens Klassiker Pippi Langstrumpf verkleidet. Zusammen mit vielen Kindern und Eltern hat die Kita am Samstag ihren 20. Geburtstag gefeiert, und es wie Pippi ordentlich krachen lassen.

Einen wahrlich kunterbunten Anfang nimmt der Tag schon vor 11 Uhr beim Empfang der Kita in der Aula der Realschule. Ein als Pirat verkleideter Erzieher im grünen T-Shirt, mit Bart, Schiebermütze und falschem Ohrring macht im Publikum schon einmal Stimmung und verteilt rote Käppis mit dem Logo der Kita an die Kinder und Erwachsenen.

Die Aula ist fast bis zum letzten Platz gefüllt, auf der Bühne sind Korbstühle und Tisch fast wie in einem Wohnzimmer angerichtet. Oberhalb der Bühne hängen knallig blaue, gelbe, grüne und rote Kinderhemden mit Wäscheklammern befestigt an einer Leine.

Obwohl die Leitung der Kita, Heidrun Brucke, auf der Bühne das erste Wort hat, begrüßen die Kinder mit dem Lied „Hallo, Hallo, schön dass Du da bist“ das Publikum. Später betreten sie die Bühne und singen das Lied „Starke Kinder“ von Rolf Zuckowki, das durchaus auch das Motto der Kita Kunterbunt sein könnte. Und in die gleiche Kerbe schlägt Heidrun Brucke in ihrer Ansprache. „Seid frech und wild und wunderbar“ zitiert sie die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. Zudem gibt sie einen Überblick über die 20-jährige Geschichte des Hauses „mit den roten Fenstern und der Wiese auf dem Dach“.

Kinder sollen sich ihre eigene Welt erschaffen

Von den Anfängen im Jahr 1999 über die Zertifizierung zum Familienzentrum Kompass in Kooperation mit der Kita Bärenbande und der Erweiterung im Jahr 2012 hat die Einrichtung durchaus eine Wandlung durchgemacht. „Es ist wirklich ein kunterbuntes Haus gefüllt mit der Lebendigkeit von Kindern“, sagt Brucke.

Viel Lob und Dank gibt es auch von den anderen Rednern beim Empfang. Der stellvertretende Bürgermeister Bernhard Camminadi stellt vor allem die Reggio-Pädagogik bei seiner Rede in den Vordergrund, die starken Wert auf die Selbständigkeit und Selbstbildung eines Kindes setzt. „Denn so wie Pippi Langstrumpf ihre eigene Welt geschaffen hat, sollte auch jedes andere Kind seine eigene Welt entdecken können“, so Camminadi. Jugendamtsleiter Peter Brühmann dankt vor allem dem Personal und zieht für die Stadt die Bilanz: „Es war gut angelegtes Geld.“

Danach folgt der spannende Teil für die Kinder. Die Erzieher führen in Verkleidungen ein Pippi-Langstrumpf-Stück auf. Neben dem Affen Herrn Nilsson hat auch der „kleine Onkel“ seinen großen Auftritt. In gebückter Haltung haben sich zwei Erzieherinnen ein Kostüm geteilt und traben vorwärts auf die Bühne. Am Nachmittag geht die Sause in den Räumen der Kita Am Hammerscheid weiter.

Mit „Schrubberpantoffeln“ im gelben Wohnzimmer

Auch dort ist der Andrang groß, in den Fluren muss man sich vor lauter Kinder und Eltern schon fast durchdrängeln. Die Erzieher tragen immer noch ihre Verkleidungen, basteln und spielen mit den Kindern oder verkaufen Kuchen.

Ein Highlight ist das gelbe Wohnzimmer, in dem Kristina Voß als Pippi Langstrumpf verschiedene Spiele aus der Buchvorlage mit den Kindern unternimmt. Dazu zählen „nicht den Boden berühren“ oder der Hausputz mit den „Schrubberpantoffeln“. Zudem können die Kinder auf der Abenteuerinsel mit den als Piraten verkleideten Erziehern turnen, sich mit Pippi-Langstrumpf-Requisiten fotografieren lassen oder eine kleine Astrid-Lindgren-Ausstellung besuchen.

Kita-Leiterin Heidrun Brucke ist währenddessen sehr damit beschäftigt, die vielen Eltern und Kinder zu begrüßen. Im Gespräch hebt sie hervor, dass die Kita zum 20-jährigen Bestehen auch noch mal das eigene Konzept überarbeitet hat. „Da ist in 20 Jahren viel zusammengekommen. Aber es fehlte bisher ein roter Faden“, sagt sie.

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