Streik

Sundwiger Messingwerk kritisiert Vorgehen von IG Metall

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Die Beschäftigten des Sundwiger Messingwerks haben sich am Mittwoch zu einem Warnstreik versammelt. 

Die Beschäftigten des Sundwiger Messingwerks haben sich am Mittwoch zu einem Warnstreik versammelt. 

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Unternehmensleitung reagiert mit einer Pressemitteilung auf den Warnstreik der Belegschaft am Mittwoch.

Die Unternehmensleitung des Sundwiger Messingwerkes hat mit einer Pressemitteilung auf den Warnstreik am Mittwoch reagiert. Darin kritisiert sie das Vorgehen der IG Metall und wirft der Gewerkschaft vor, dass sie „Fehlinformationen“ verbreite und die Belegschaft verunsichere.

Momentan herrsche eine schlechte Stimmung im Werk und eine hohe Verunsicherungin der Belegschaft. „Und das, obwohl das Unternehmen nach einem schwierigen Jahr 2020 aktuell über eine verhältnismäßig gute Auftrags- und Beschäftigungssituation verfügt“, schreibt die Unternehmensleitung.

Beim Messingwerk besteheharter Sanierungsbedarf

Auslöser dieser Missstimmung sei insbesondere der Sachverhalt, dass nach einer gesellschaftsrechtlichen Änderung die Mitgliedschaft des Messingwerks im Arbeitgeberverband endete und ohne Tarifbindung wiederaufgenommen worden ist. „Dieser Schritt, der dem Betriebsrat schon im Vorfeld als Möglichkeit angezeigt wurde, hat keinerlei unmittelbare Auswirkungen auf die bestehenden Arbeitsverträge der Mitarbeiter im Messingwerk“, so die Pressemitteilung.

Dennoch bestehe für das Sundwiger Messingwerk aufgrund der wirtschaftlichen Ergebnissituation ein dringender und harter Sanierungsbedarf, um das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen und Arbeitsplätze am Standort in Hemer weitestgehend zu sichern. „Ein Sachverhalt, der dem Betriebsrat und der Belegschaft durch die Geschäftsführung wiederholt und deutlich kommuniziert wurde“, so die Unternehmensleitung.

In diesem Zusammenhang stoße das maßgeblich von der IG Metall initiierte Vorgehen auf wenig Verständnis bei der Unternehmensleitung. Seit mehreren Wochen werde nicht nur die Nutzung von Beschäftigungspotenzialen über Mehrarbeit an Wochenenden unterbunden, sondern auch ein Arbeitskampf eingeleitet, obwohl Betriebsrat und Unternehmen sich bereits, so die Mitteilung des Unternehmens, zu zeitnahen und konkreten Gesprächen vereinbart haben.

Erste Sondierungsgesprächehaben schon stattgefunden

Besondere Verärgerung herrsche „nicht nur in der Unternehmensleitung“ des Sundwiger Messingwerkes über die „massiven Fehlinformationen zum Stand der Diskussionen, die die Belegschaft unnötig verunsichern“. In dieser Hinsicht nehme die IG Metall im Märkischen Kreis eine besondere Rolle ein, indem sie dem Unternehmen unzutreffend unterstelle, „gemeinsame Gespräche zu verweigern und die Corona-Pandemie zu nutzen, um für die Mitarbeiter besonders schlechte Arbeitsbedingungen einzuführen“. Tatsächlich haben, so die Unternehmensleitung, bereits erste Sondierungsgespräche stattgefunden. „Zudem liegen Betriebsrat und Gewerkschaft aus den Gesprächen der vergangenen Wochen konkrete Angebote des Unternehmens zur unmittelbaren Verständigung auf eine Friedensphase bis zur Aufnahme der noch im Februar terminierten nächsten Gesprächsrunde vor“, erklärt die Unternehmensleitung. Im Interesse einer nachhaltigen Standortsicherung und aller Beschäftigten des Sundwiger Messingwerkes wünschen sich Unternehmensführung und Gesellschafter konstruktive und ergebnisoffene Gespräche mit dem Betriebsrat sowie eine Information aller Messingwerk-Mitarbeiter auf Basis von Tatsachen und Fakten, so die Pressemitteilung weiter.

Etwa 200 Mitglieder der IG Metall sind laut einer Zählung der Gewerkschaft am Mittwoch für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf die Straße gegangen.

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