Hallenbad

Transparente Architektur statt „Badekiste“

So stellen sich Hooper Architects Hemers neues Hallenbad vor.

So stellen sich Hooper Architects Hemers neues Hallenbad vor.

Foto: Privat / IKZ

Hemer.  Ein niederländisches Architekturbüro plant Hemers neues Hallenbad inmitten einer Parklandschaft.

15 Entwürfe von Architekten aus dem In- und Ausland standen für den Neubau des Hallenbades zur Wahl, nur ein Entwurf hat „große Begeisterung“ ausgelöst und dadurch auch das einstimmige Votum des Rates erhalten. Warum, das wurde am Mittwoch deutlich. Nach der Vertragsunterzeichnung präsentierte die Stadtverwaltung erstmals öffentlich den Schwimmvereinen und der Presse den Siegerentwurf des niederländischen Architekturbüros Hooper. Es macht das Bad zu einem markanten, modernen Gebäude in einer grünen Landschaft inmitten der Stadt. Transparenz ist das große Stichwort.

Kompaktes Gebäude auf dem Bahnhofsgelände

Transparentes Bad mitten in Hemer
Transparentes Bad mitten in Hemer

Das mit etwa 40 mal 30 Metern recht kompakte Gebäude auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände erhält nach allen Seiten große Fensterfronten. „Die Lage war für uns ein wichtiges Kriterium für den Entwurf“, erläuterte Architekt Hokan Nummelin. In bester Innenstadtlage entstehe ein öffentliche Platz mit viel Dynamik, an dem man schwimmen könne und eben keine „Badekiste“. Von allen Seiten soll das Bad attraktiv sein, wird doch der Blick der Autofahrer in der Bahnhofskurve automatisch auf das neue Hallenbad gelenkt. Ein geschwungenes, begrüntes Dach ist wichtigstes Gestaltungselement. Ausblicke ins Grüne soll das Bad bescheren. So haben die Architekten die Gestaltung des Landesgartenschau zwischen Radweg und Bahnhofstraße aufgegriffen, mit viel Grün und Wasserflächen. „Es fügt sich städtebaulich sehr schön auf dieses Filetgrundstück ein“, sagt der Technische Beigeordnete Christian Schweitzer.

Das Innenleben des Hallenbades ist weitestgehend durch die Vorgaben des Rates für ein reines Sportbad bestimmt. Es entsteht ein L-Becken mit fünf 25-Meter-Bahnen und einem Hubboden. Ob auch das rund 360.000 Euro teurere Sprungbecken gebaut wird, soll der Rat nach Vorlage der Entwurfsplanung und Kostenschätzung im Mai 2020 entscheiden. Umkleiden, Nebenräume und Technik sind gut platziert. Eine Holzdecke soll ebenfalls das Thema Natur widerspiegeln. Parkplätze sind auf der Südseite vorgesehen.

Das Architekturbüro Hooper kann auf eine 45-jährige internationale Erfahrung beim Bau von Bädern und Sportstätten blicken, so in England, Benelux und Deutschland. In Höxter, Cuxhaven und Düsseldorf werden aktuell neue Bäder geplant. Das Nass in Arnsberg trägt die Handschrift der Niederländer.

Fertigstellung bis Ende 2022 vorgesehen

Das Zeitkorsett für Hemers Hallenbad-Neubau ist eng geschnürt. Bis Mai 2020 wird die Entwurfsplanung auch unter Beteiligung der Schwimmvereine und der Schwimmmeister konkretisiert. Im März 2021 soll mit dem Bau begonnen werden, im November 2022 soll es eingeweiht werden können. Ob das 46 Jahre alte Hademarebad so lange durchhält, vermag niemand zu sagen. „Es wäre ein Glücksfall, wenn wir es schaffen, das Hademarebad bis Ende 2022 weiter zu betreiben“, sagt auch Christian Schweitzer.

Die Kostenschätzung des Badgutachters für den Neubau liegen bei 9 Millionen Euro. Daraus könnten aber durch Kostensteigerungen im Bausektor auch schnell 12 Millionen werden. Ungewiss ist auch, wie hoch die Bodenbelastung auf dem Bahnhofsgelände ist. Mit 4,2 Millionen an Fördermitteln erhält Hemer eine der höchsten Einzelsummen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“.

Die Vertreter der Schwimmvereine zeigten sich von der Architektur begeistert. „Es ist schön umgesetzt, ansprechend und deutlich besser als die bisherige Architektur“, sagte Holger Klemp von der DLRG. „Der erste Eindruck ist positiv. Die zusätzliche Bahn ist toll, die Sprunganlage für die Vereine wichtig, Es gibt flexible Möglichkeiten der Beckennutzung“, so Olaf Wohlfahrt für den Schwimmverein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben