Förderschule

Trotz Millionen-Kosten Empfehlung für Erhalt

Die ehemalige Pestalozzischule jetzt Brabeckschule Teilstandort Hemer

Die ehemalige Pestalozzischule jetzt Brabeckschule Teilstandort Hemer

Foto: Ralf Engel

Hemer.   Die Stadtverwaltung setzt auf die Fortführung des Standortes der Brabeckschule nach Übernahme durch den Kreis.

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Von einer politischen Sommerpause kann in diesem Jahr nicht die Rede sein. Am Dienstag, 7. August, trifft sich der Schulausschuss zu einer Sitzung. Zentraler Tagesordnungspunkt ist die Zukunft des Hemeraner Teilstandortes der Iserlohner Brabeckschule, die im kommenden Jahr vom Märkischen Kreis übernommen wird. Die CDU-Ratsfraktion hatte die Stadtverwaltung in einem Antrag aufgefordert, sich mit Nachdruck für einen Erhalt dieses Standortes einzusetzen und eine baldige Sitzung des Schulausschusses gefordert. Sie findet nun quasi mitten in den Sommerferien statt.

Verwaltung schildertverschiedene Szenarien

Die Entscheidung darüber, wo und wie viele Teilstandorte der Brabeckschule nach einer Übernahme betreiben will, wird der Kreistag nach vorbereitenden Beratungen im Kreis-Schulausschuss und Kreisausschuss am 11. Oktober fällen. In der Vorlage für die Sitzung des Hemeraner Schulausschusses entwirft die Stadtverwaltung verschiedene Szenarien. Ihnen ist eines gleich: Der Erhalt des Teilstandortes Hemer würde teuer, weil in das Gebäude der ehemaligen Pestalozzischule an der Bergstraße ein mehr oder weniger hoher Millionenbetrag gesteckt werden müsste. Denn auch wenn der Kreis weiter auf einen dortigen Teilstandort setzt, das Gebäude wird er nicht übernehmen, sondern lediglich mieten. Für die angemessene Größe und den Zustand aber wäre die Stadt als Vermieter zuständig.

Die Ausgaben für grundsätzliche Reparaturen und Sanierungsarbeiten am Gebäude werden von den Fachleuten im Rathaus auf rund 1,7 Millionen Euro geschätzt. Dazu kämen für bauliche Erweiterungen, eine erweiterte Mensa, die Reaktivierung eines naturwissenschaftlichen Fachraums oder ein Berufsorientierungsbüro mindestens 2 weitere Millionen. Das allerdings nur, wenn der Kreis wie bisher auf drei Standorte setzt – derzeit neben Hemer noch Iserlohn und Letmathe. Käme es zu einer Lösung mit zwei Standorten unter Einbeziehung von Hemer würde der Investitionsbedarf nochmals deutlich höher, weil der Standort an der Bergstraße mehr Schülerinnen und Schüler aufnehmen müsste. Die Verwaltung hält es für wahrscheinlich, dass dann sogar insgesamt 4 bis 5 Millionen Euro aufgebracht werden müssten. Gleichwohl hält die Verwaltung die Finanzierung für möglich, in dem die Stadt ein über einen langen Zeitraum zu tilgendendes Kommunaldarlehen aufnimmt.

Was aber passiert, wenn der Standort Hemer der Brabeckschule mit oder gegen den Willen der Stadt aufgeben wird? Auch das käme laut Sitzungsvorlage der Stadt teuer zu stehen. Für das Gebäude an der Bergstraße gibt es in diesem Zustand kaum eine Verwendung. Im Rahmen einer Sonderabschreibung würde das städtische Vermögen inklusive der vorsichtig mit 750 000 Euro kalkulierten Abrisskosen um etwa 1,5 Millionen Euro gemindert. Mit dem freiwerdenden Gelände ließe sich allerdings durchaus etwas anfangen. Die Möglichkeiten reichen vom Bau von Pavillons für die OGS der Woesteschule bis zum Verkauf als Baugrundstück.

Verhandlungen mit Kreis sollen fortgeführt werden

Insgesamt schlägt die Verwaltung vor, den Teilstandort der Brabeckschule möglichst zu erhalten, die Verhandlungen mit dem Kreis fortzusetzen und ein Mietangebot für das Gebäude vorzubereiten.

In einer Pressekonferenz hatte die CDU der Verwaltung und insbesondere Bürgermeister Michael Heilmann als zuständigem Dezernenten vorgeworfen, die Entwicklung „verschlafen“ zu haben, und hatte in dem Zusammenhang einige kritische Fragen gestellt, die in der Vorlage detailliert beantwortet werden. Ob diese Antworten zur Zufriedenheit der Politik ausfallen, wird die Diskussion in der Sitzung zeigen.

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