Altlasten

Übelster Schandfleck der Stadt verschwindet

Die Industriebrache Adolf vom Braucke wird saniert

Foto: Pia Rosbach

Die Industriebrache Adolf vom Braucke wird saniert Foto: Pia Rosbach

Ihmert.   Die Sanierung der Industriebrachen Adolf vom Braucke und Nadler mit Hilfe des AAV ist besiegelt. Die Schadstoffuntersuchung soll in diesem Jahr beginnen.

Knapp 20 Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Behörden haben sich gestern an Hemers hässlichster Industriebrache eingefunden, um bei der Verkündung der guten Nachricht dabei zu sein: Der Abriss der ehemaligen Fabriken Adolf vom Braucke und Nadler ist gesichert, ebenso die Sanierung des über drei Hektar großen Geländes. „Es ist gut, dass der Schandfleck endlich verschwindet“, betonte Bürgermeister Michael Heilmann.

Noch weiß niemand genau, wie teuer Abriss und Sanierung genau werden, aber fest steht, dass die Stadt Hemer diese Last auf absehbare Zeit nicht allein hätte schultern können, muss aber ein Fünftel der Gesamtkosten aus dem Stadtsäckel zahlen. Den Löwenanteil übernimmt der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV), der nach intensiver Prüfung zugesagt hatte, sich des Projektes anzunehmen. Der Vertrag zwischen der Stadt Hemer, dem Märkischen Kreis und dem AAV ist erst kürzlich unterzeichnet worden.

Europaweite Ausschreibung der Schadstoffuntersuchung

Auch wenn die Freude über die Lösung des Problems groß ist, es wird noch eine Zeit lang dauern, bis die zum Teil hochgradig einsturzgefährdeten Ruinen abgerissen werden. Zunächst einmal müssen Fachleute untersuchen, wie sehr die Gebäude und der Boden mit Schadstoffen belastet sind, die durch die Abbrucharbeiten im schlimmsten Fall freigesetzt werden könnten. Diese Untersuchungen müssen zunächst europaweit ausgeschrieben werden. Dr. Roland Arnz, Geschäftsführer des AAV, ist dennoch guten Mutes, dass bis zur Jahresmitte ein Gutachterbüro gefunden ist und im Verlauf der zweiten Jahreshälfte die Arbeit aufnimmt. Wenn die Ergebnisse vorliegen, können anschließend der detaillierte Sanierungsplan sowie ein Konzept für den konkreten Abbruch erarbeitet werden, die der Märkische Kreis als zuständige Aufsichtsbehörde genehmigen und für verbindlich erklären muss. Erst dann – spätestens 2019 – können die Abrissbagger anrollen. Dr. Arnz: „Der AAV übernimmt bei diesem gesamten Projekt die Federführung und wird die Maßnahme mit seiner in fast 30 Jahren erworbenen Fachkunde kompetent managen.“

Spätere Nutzung wird vom Rat beschlossen

Wenn die maroden Gebäude samt möglicherweise belastetem Boden verschwunden sind, geht es darum, eine künftige Nutzung des Areals vorzubereiten. Einerseits soll östlich des Sülbergweges, wo jetzt noch die AvB-Ruine steht, ein großes, naturnahes Regenrückhalte-Becken entstehen, das anschließend die Gefahr von Hochwassern weiter unten im Ihmerter Tal und selbst noch im Bereich der Oese weiter verringern wird. Auf dem Nadler-Gelände westlich des Sülbergweges ist eine Gemeinbedarf-Fläche vorgesehen. Was dort entstehen wird, ist noch offen. Die Möglichkeiten reichen von einem Dorfgemeinschaftshaus, über ein Feuerwehrgerätehaus bis hin zu einem Lebensmittelmarkt. Entscheidungen über die Nutzung wird der Hemeraner Rat fällen müssen.

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