Verkehrserziehung

Verhalten im Straßenverkehr eifrig üben

Polizeioberkommissarin Isabell Fröhlich bringt den Vorschulkindern des Kindergartens Mühlackerweg bei, wie man die Straße richtig überquert. 

Polizeioberkommissarin Isabell Fröhlich bringt den Vorschulkindern des Kindergartens Mühlackerweg bei, wie man die Straße richtig überquert. 

Foto: Carmen Ahlers

Hemer.  Die Verkehrserziehung in Coronazeiten ist für die Polizei noch zeitintensiver und findet ohne theoretischen Teil statt.

„Das hast du wirklich sehr gut gemacht, Ali“, lobt Polizeioberkommissarin Isabel Fröhlich den Jungen, nachdem er den Mühlackerweg überquert und dabei alle zuvor gelernten Regeln befolgt hat. Der Junge strahlt, und sein Papa auf der anderen Seite der Straße auch. Nach und nach erreichen auch die anderen Kinder den gegenüberliegenden Bürgersteig, und es geht weiter am Friedenspark entlang bis zur Parkstraße.

Theoriepart fällt in Coronazeiten aus

Im Kindergarten am Mühlackerweg stand am Montag Verkehrserziehung an, unter Coronabedingungen etwas anders und vor allem zeitintensiver als sonst. Andreas Filthaut, Leiter der Verkehrsunfallprävention, und seine Kollegin Isabel Fröhlich sind nach Hemer in die Einrichtung gekommen. Steht sonst für die Vorschulkinder zunächst ein umfassender Theorieteil im Kindergarten an, fällt er in Zeiten der Corona-Pandemie aus.

„Wir müssen aktuell umplanen und viel mehr Zeit für jeden einzelnen Kindergarten einplanen und mehrmals herkommen, weil wir unter anderem nur in kleinen Gruppen arbeiten können“, sagt Andreas Filthaut. Das ist nicht für die Kindergartenteams eine große Umstellung, sondern auch für die Polizeibeamten, die aktuell in ihrer Einheit nicht nur unter der Personalnot, sondern auch an Zeitnot leiden. Denn die Verkehrsunfallprävention mit Sitz in Letmathe betreut nicht nur die Kindergarten und Grundschulen in Hemer, Iserlohn und Letmathe, sondern im gesamten Märkischen Kreis. Das sind immerhin 220 Kindergärten mit 568 Gruppen sowie 86 Grundschulen mit 181 Klassen. „Wir sind aber aktuell nur acht Verkehrssicherheitsberater“, macht Filthaut auf die Misere aufmerksam.

Von diesen Problemen bekommen die Kinder nichts mit. Sie freuen sich sichtlich über die nette Polizeibeamtin, die ihnen so viele wichtige Dinge erklärt. Ganz kindgerecht und nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Sogar kleine Spielzeugautos benutzt die 40-jährige Verkehrssicherheitsberaterin, um den Kindern die vielen unterschiedlichen auf der Straße lauernden Gefahren zu verdeutlichen. Alle hören aufmerksam zu und setzen das um, was Isabel Fröhlich ihnen sagt. So lernen die Jungen und Mädchen, wie wichtig es ist, vor dem Überqueren der Straße unbedingt mehrfach nach rechts und links zu schauen, hundertprozentig aufmerksam zu sein und auch die Hände aus den Taschen zu nehmen, um im Ernstfall zum Beispiel einen Sturz abfangen zu können. Auch das richtige Überqueren einer Ampel lernen die Kinder. In der Grundschule geht für die Kindergarten-Vorschulkinder die Verkehrserziehung weiter. Dann aber sitzen die Kinder auf dem Fahrrad.

Polizeihauptkommissar Andreas Filthaut betont, dass es eine Personalaufstockung geben müsse, weil man sonst über kurz oder lang nicht mehr alle Einrichtungen besuchen könne. „Wenn jemand in den Ruhestand geht, wird die Stelle nicht voll nachbesetzt“, bemängelt er und hofft darauf, dass in dieser Hinsicht ein Umdenken erfolgt.

Polizei soll der Freund und Helfer sein

„Diese Arbeit ist so wichtig“, betont Filthaut und meint nicht nur die Verkehrserziehung an sich, sondern auch den Nebeneffekt, dass die Kleinen positiven Kontakt zur Polizei bekommen. Das könnte laut Filthaut der Start sein, dass die Kinder die Polizei als ihren „Freund und Helfer“ annehmen.

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