Fastenzeit

Verzicht – mehr als nur eine Modeerscheinung

Georg Verfuß trug Wissenswertes und Unterhaltsames über Fastenbräuche vor.

Georg Verfuß trug Wissenswertes und Unterhaltsames über Fastenbräuche vor.

Foto: Alexander Barth

Hemer.   Ein Fastenessen im Pfarrheim Christkönig bot Gelegenheit zum Nachdenken und zur Begegnung mit Gleichgesinnten.

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Ob es die Kochkunst der kfd-Frauen oder die gesellige Runde war, die am Sonntag für Andrang im Pfarrheim der katholischen Gemeinde Christkönig sorgte, wird jeder Gast selbst am besten wissen. Ein Vor-Ort-Besuch lässt die Vermutung zu, dass bei vielen beide Aspekte zu gleichen Teilen eine Rolle gespielt haben. Die Einladung zum Essen – auf den Tisch kamen eine reichhaltige Auswahl an Aufläufen und Salaten sowie sogar ein Nachtisch für den süßen Zahn – stand in bewusstem Kontrast zum Verzicht, zu dem sich nicht nur Katholiken in der Fastenzeit ansonsten verpflichten. Die spezifisch konfessionelle Bedeutung dieser Tradition ist der Gemeinde jedoch ein Anliegen.

Aktion über die Grenzender Gemeinde hinweg

„Der christliche Bezug ist wichtig, Fasten soll nicht nur eine Modeerscheinung sein“, erklärte Christiane Verfuß aus dem Vorstand des Gemeindeausschusses. Sie lobte die positive Atmosphäre und insbesondere die Beteiligung aus anderen Gemeinden des Pastoralverbundes. Mit dieser Entwicklung zeigte sich auch Vorstandskollegin Andrea Jagiella zufrieden: „Auch Pastöre unserer Nachbargemeinden sind heute dabei. Daran sieht man, wie alles zusammenwächst.“ Für die Gläubigen biete die Veranstaltung eine hervorragende Gelegenheit, in der Fastenzeit vor die Tür und unter Leute zu kommen, merkte Christiane Verfuß an.

Bei allem Nachsinnen über die Frage, worauf man selbst verzichten könnte, sollte oder gern würde, kam der gute Zweck nicht zu kurz: Ingrid Kowalski ließ eifrig die Spendenbox der katholischen Frauengemeinschaft herumgehen. Der Erlös geht wie schon in den Vorjahren an den karitativen Mittagstisch „Iss mit“.

Die Ansichten zum Thema Fasten sind auch innerhalb der Gemeinde vielfältig, die meisten gaben aber offen zu, ihre Vorhaben nicht streng durchzuhalten. „Man versucht es immer, aber meist gelingt es nicht so richtig. Vielleicht versuche ich es nicht ernsthaft genug? Jedenfalls möchte ich mich von meinen Lastern nicht herumkommandieren lassen“, beschrieb eine der Anwesenden ihre Situation.

Das Verzichten hat auchseine Grenzen

Die Hauptsache sei, dass man das Fasten bewusst angehe, zeigte sich ein anderes weibliches Gemeindemitglied überzeugt: „Ich versuche es mit Fleisch, weil ich das so gern esse.“ Es gebe aber auch etwas, auf das gar nicht verzichten wolle, ergänzte sie lächelnd: „Aufs Zeitunglesen.“

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