Landgericht

Vier Jahre und sechs Monate Haft für Drogenhändler aus Hemer

Symbolbild

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Foto: David-Wolfgang Ebener

Hemer.  Ein 42-jähriger Mann aus Hemer muss für vier Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Ein 42-jähriger Mann aus Hemer muss für längere Zeit ins Gefängnis: Die 9. große Strafkammer verurteilte ihn wegen Handeltreibens mit einer nicht geringfügigen Menge Betäubungsmittel zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten. Sein 51-jähriger Mitangeklagter, der die Amphetamin- und Cannabis-Vorräte des Hemeraners kiloweise in seiner Wohnung in Iserlohn gebunkert hatte, kam mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davon.

Die Drogen im Kühlschrank und Kleiderschrank gelagert

Auch das Gericht ging davon aus, dass der Iserlohner mit dem An- und Verkauf der Ware nichts zu tun gehabt hatte. In seinem Geständnis hatte er dargelegt, dass ihm der Hauptangeklagte in einer schwierigen Lebenssituation zur Seite gestanden hatte und dass er sich ihm gegenüber deshalb verpflichtet fühlte. Weil der 51-Jährige seinen Kühlschrank und ein Fach in seinem Kleiderschrank zur Aufbewahrung der Drogen zur Verfügung gestellt hatte, durfte er ab und zu ein bisschen für den Eigenkonsum abzweigen.

Sein Verteidiger Dr. Frank Nobis regte in seinem Plädoyer an, seinen Mandanten nur wegen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln und nicht wegen Drogenbesitzes zu verurteilen. „Er wusste noch nicht mal, was da im Einzelnen lag.“ Das sah die Kammer allerdings anders: Der 51-Jährige habe durchaus einen „aktiven Umgang“ mit den Betäubungsmitteln gepflegt. Sein gegenüber Polizeibeamten geäußerter Irrtum, dass es sich um harte Drogen handeln könne, habe zwar gezeigt, dass er nicht umfassend orientiert war. Es spreche aber nicht für ihn, dass er auch eine solche Vorratshaltung in seiner Wohnung geduldet hätte: „Wenn man sich eine Kühlschublade voller Kokain vorstellt, wäre das noch eine ganz andere Hausnummer gewesen“, sagte der Vorsitzende Richter Bernhard Kuchler in seiner Urteilsbegründung.

Die Kammer hielt dem 51-Jährigen zu Gute, dass er nach dem plötzlichen Auftauchen der Polizeibeamten am 19. Januar den bestehenden Tatverdacht sofort bestätigt und die vorhandenen Verstecke offenbart hatte.

Weniger Diskussionsbedarf gab es beim Hauptangeklagten aus Hemer. Er war mehrfach wegen Drogenhandels vorbestraft und hafterfahren. Die mehr als fünf Pfund Amphetamin, fast sechs Pfund Marihuana und das gute halbe Pfund Haschisch, das die Beamten in der Wohnung seines Freundes sicherstellten, hatte er ausschließlich für den Weiterverkauf erworben.

Das Gutachten über den Wirkstoffgehalt der Drogen hatte die imposante Zahl von insgesamt 41.000 Konsumeinheiten enthalten. Die Richter freuten sich, „dass die Gesundheit der Bevölkerung durch diese (beschlagnahmten) Betäubungsmittel nicht gefährdet wurde“. Vor dem Zugriff hatten die Ermittler den Hauptangeklagten lange Zeit observiert. So lange, dass Verteidiger Frank Nobis Anlass zu Kritik „an der Macht der Staatsanwaltschaft“ sah.

Angeklagter stand lange unter Beobachtung

Diese Kritik wies der Vorsitzende allerdings zurück: Die Ermittlungssituation und der bestehende Tatverdacht seien lange Zeit nicht hinreichend konkretisiert gewesen. In dieser Situation sei es legitim, dass die staatsanwaltlichen Observationsbeschlüsse mehrfach verlängert wurden. Die Überwachungsmaßnahmen seien zweifelsohne rechtmäßig gewesen. Ihre lange Dauer sei mit kriminaltaktischen Erwägungen hinreichend begründet.

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