Viruserkrankung

Vier Fälle von Staupe mahnen zur Vorsicht

Vier Füchse, die in Hemer erkrankt sind,  wurden auf Staupe hin untersucht, und der Befund war positiv,

Vier Füchse, die in Hemer erkrankt sind, wurden auf Staupe hin untersucht, und der Befund war positiv,

Foto: Hans-Martin Kochanek

Hemer.   Vier Fälle von Staupe sind in den vergangenen vier Monaten in Hemer aufgetreten, und das bedeutet für Hundebesitzer, dass sie sehr gut auf ihre Tiere aufpassen müssen. Sind die Hunde geimpft, besteht für sie keine Gefahr.

Vier Fälle von Staupe sind in den vergangenen vier Monaten in Hemer aufgetreten, und ein heimischer Jäger ist besorgt, denn er weiß: Staupe ist ansteckend und kann tödlich enden. Es sind vier Füchse gewesen, bei denen der Verdacht dieser Viruserkrankung bestand und der sich nach genauen Untersuchungen durch die zuständigen Behörden auch bestätigt hat. Zwei Fälle hat es in Westig gegeben, einen in Sundwig, und der jüngste Fall wurde auf dem an den Sauerlandpark angrenzenden Panzerübungsgelände verzeichnet. Dieses Gebiet wird von vielen Bürgern genutzt, um dort mit ihren Hunden spazieren zu gehen.

Sechs kranke Füchse im Märkischen Kreis in 2017

Der Hemeraner Jagdpächter ist seit 25 Jahren in den Wäldern unterwegs und hat in dieser Zeit erst zwei Mal einen Fuchs mit Staupe-Verdacht gefunden. Im vergangenen Jahr sind es im Märkischen Kreis sechs Füchse gewesen, bei denen die Krankheit vom Chemischen Veterinäruntersuchungsamt Westfalen nachgewiesen wurde.

Sind die Tiere geimpft, besteht keine Ansteckungsgefahr. Ohne Impfschutz sieht das aber anders aus, der Hund kann sich infizieren und im schlimmsten Fall an der Staupe sterben. „Wenn die Besitzer ihre Hunde ohnehinregelmäßig impfen lassen, ist alles in Ordnung. Staupe ist durch die Basisimpfung abgedeckt, der notwendige Wirkstoff ist im Mehrfachimpfstoff enthalten“, erklärt die Tierärztin Sabine Roeb.

Ungewöhnliche hohe Zahl von Staupefällen

Dass vier Fälle ungewöhnlich sind, bestätigte auch die amtliche Tierärztin Dr. Dorothee Klaas, die ebenso allen Hundebesitzern zunächst einmal rät, die Grundimmunität des Hundes des zu überprüfen. „Ist der Hund im Welpenalter geimpft worden und hat auch die Folgeimpfungen bekommen, kann er sich nicht mit der Staupe anstecken“, bestätigt auch die Expertin des Märkischen Kreises und erklärt, dass der Fuchs den Virus zum Beispiel über den Kot und den Speichel weitergibt. „Staupe kann vor allem bei jungen Hunden tödlich enden.“

Hundebesitzer immer ein Auge auf ihr Tier haben

Genau wie Stadtförster Dirk Basse mahnt Dr. Dorothee Klaas, den Hund beim Spazierengehen immer im Auge zu behalten. „Im Wald darf der Hund auf den Wegen zwar frei laufen, aber er sollte das aktuell nur tun, wenn er auch abrufbar ist und sofort kommt, wenn man ihn ruft“, erklärte Basse, der die vier aufgetretenen Fälle ebenfalls ungewöhnlich findet. „Die Hundebesitzer müssen unbedingt vermeiden, dass der Hund im Gelände irgendetwas aufnimmt, und ein gutes Gehorsam des Tieres kann schließlich auch helfen, Giftköder zu ignorieren“, sagt Dr. Dorothee Klaas.

Wer im Wald oder im Gelände einen verhaltensauffälligen oder gar einen toten Fuchs sieht, soll laut Expertin das Ordnungsamt benachrichtigen. Von dort aus wird alles weitere in die Wege geleitet. Zunächst wird die amtliche Tierärztin informiert, die das Tier dann zur weiteren Untersuchung in die Virologie nach Arnsberg schickt. Dort können die Viren dann nachgewiesen und genau bestimmt werden. „Anfällig für Staupe sind neben dem Fuchs auch der Marder und der Waschbär“, so Dr. Sabine Merbach, Fachtierärztin für Pathologie im Regierungsbezirk Arnsberg.

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