Denkmal

Weitere Runde im Denkmalstreit

Innenansichten Haus Bollweg

Innenansichten Haus Bollweg

Foto: Privat

Hemer.   Der Bürger- und Heimatverein setzt sich mit Petition für das Haus Bollweg ein.

Im Denkmalstreit um das Haus Bollweg gibt sich der Bürger- und Heimatverein (BHV) noch nicht geschlagen. Nachdem der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Obere Denkmalbehörde entschieden hat, auf eine Ministeranrufung zu verzichten (wir berichteten), hat sich der BHV nun an den Petitionsausschuss des Landtages gewandt. „Die Stadt Hemer hat die Argumente des Landschaftsverbandes nicht richtig gewichtet“, bewertet Vorsitzender Holm Diekenbrock die Ablehnung des Denkmalschutzes durch die Stadtverwaltung als Untere Denkmalbehörde.

BHV hat auf einen Ministerentscheid gehofft

An den Petitionsausschuss kann sich jeder Bürger wenden. Für den Fall, dass Bürgerinnen und Bürger sich von Ämtern oder Behörden ungerecht behandelt fühlen, sieht Artikel 17 des Grundgesetzes diese besondere Anlaufstelle beim Parlament vor. Über 5000 Petitionen gingen im vergangenen Jahr im Landtag ein. Eine aufschiebende Wirkung hat eine Petition allerdings nicht.

Schon nach der ersten negativen Entscheidung der Stadt hatte sich der Bürger- und Heimatverein an das Ministerium gewandt, das sich zum damaligen Zeitpunkt allerdings nicht als Verfahrensbeteiligter ansah. „Wir hatten eigentlich auf den Landschaftsverband gehofft, den Minister anzurufen“, so Diekenbrock. Nach dem dies nicht erfolgt ist, steht das ehemalige Fabrikantenhaus der Gebrüder Prinz aktuell nicht unter Denkmalschutz und kann wie geplant abgerissen werden.

„Dieser aktuelle Stand der behördlichen Entscheidungen und Einschätzungen ist deshalb mehr als bedauerlich, weil das Grundstück unserer Ansicht nach sehr wohl denkmalwürdig ist. Die Untere Denkmalbehörde hat aus unserer Sicht die Argumente des LWL nicht hinreichend gewürdigt oder falsch gewichtet und kommt so zu einer fehlerhaften Einschätzung“, schreibt Diekenbrock.

Städtebaulicher Wandelrund um den Marktplatz

Der BHV wiederholt seine Begründung und schreibt unter anderem: „Der städtebauliche Wandel rund um den heutigen Marktplatz wird beim Betrachten älterer Karten und Bilder besonders deutlich. Von der historischen Bebauung um 1870 ist einzig das Haus Bollweg heute noch existent und dient stets als markanter Orientierungspunkt zur Einordnung der im Laufe der Zeit vorgenommenen städtebaulichen Veränderungen. Diesen letzten Rest historischer Bebauung gilt es zu erhalten. Der Verlust dieses geschichtsträchtigen Gebäudes in exponierter Lage würde sich nachteilig auf den gesamten Marktplatz auswirken.“

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