Modellbahn

Wenn der Zug fährt, strahlt der Bahnfreund

Die Bahnfreunde MK zeigten ihre neue Strecke.

Foto: Carmen Ahlers

Die Bahnfreunde MK zeigten ihre neue Strecke. Foto: Carmen Ahlers

Hemer.   Beim Tag der offenen Tür der Bahnfreunde MK staunten die Besucher über die Ideen und die Umsetzung der Zugstrecke.

Es riecht nach Kaffee, Lebkuchen und Bockwürstchen. Zu hören sind lebhafte Diskussionen über die verschiedenen Eisenbahnen, die summend auf der Anlage unterwegs sind. Die Männer haben ein Leuchten in den Augen, wenn sie die Züge beobachten, die unermüdlich ihre Runden drehen. Die Bahnfreunde MK hatten am vergangenen Samstag zu ihrem Betriebstag nach Deilinghofen eingeladen, vergleichbar mit einem Tag der offenen Tür, und da ging es sehr gemütlich zu. Frauen waren am Nachmittag eindeutig in der Unterzahl, aber vielleicht sind Modelleisenbahnen auch eher ein Männerding.

Glückliche Gesichter, wenn die Züge ihre Runden drehen

Am Balver Weg 20 a haben die Modellbauer ihre Anlage, die in den vergangenen Jahren ordentlich gewachsen ist. Auf den ersten Blick wird deutlich, dass die Bastler ihr Hobby lieben, auch wenn es die einen mehr zu den H0-, und die anderen mehr zu den N-Anlagen zieht. Eines aber macht alle glücklich: Wenn der Miniatur-Bahnverkehr reibungslos läuft – wenn das schon ansonsten im DB-Netz nicht funktioniert. Thomas Röding, bei den Bahnfreunden MK als Schriftführer auch zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, macht deutlich, dass die Mitglieder mit viel Liebe zum Detail arbeiten.

Auf der großen Anlage steht der alte Nachrodter Bahnhof aus den 60er Jahren im Mittelpunkt, insgesamt haben die Bahnfreunde einen Bereich der Strecke von Hagen bis Siegen nachgebaut, der satte 13 Meter misst. „Das sind ungefähr 100 Meter Gleise“, erklärt Thomas Röding, lässt gerne den Blick hinter die Kulissen zu und freut sich, wenn es jemand genauer wissen will. Denn während einzelne Züge im Sichtfeld der Besucher unterwegs sind, stehen etliche Züge in Warteposition auf den Abstellgleisen und warten auf ihren Einsatz. So bekommen die Gäste nicht immer nur die selben Züge zu sehen. „Uns ist es sehr wichtig, den Bezug zu unserer Heimat darzustellen“, sagt Röding und freut sich, dass das sehr gelungen ist. So ist die Rückwand des großen Modells eine Fotowand, die die original Landschaft aus dem Gebiet zeigt.

Mit rund 100 Laubbäumen wurde die Anlage zudem aufgehübscht, selbst gebaut natürlich. „Das Zubehör könnte man auch fix und fertig im Geschäft kaufen, wir machen das aber nicht“, sagt der Eisenbahnfreund im Gespräch mit unserer Zeitung. Und so ist jeder Baum quasi ein Unikat und besteht im Laubbereich im Wesentlichen aus getrocknetem Gestrüpp.

An die Enden der Anlage haben die Modellbauer zwei Tunnel gesetzt, denn „ein bisschen künstlerische Freiheit darf durchaus sein“ – und der Abschluss der Strecke liegt quasi hinter der Kulisse. Noch ist das Modell aber nicht vollständig, es gibt noch einiges zu tun, unter anderem sollen kleine Siedlungshäuschen ihren Platz auf dem Gelände finden.

Mehr Vereinsmitgliederfür eine breitere Basis

Die Bahnfreunde MK engagieren sich auch bei der städtischen Aktion „Ferien in Hemer“ und sind begeistert, mit wie viel Freude und Kreativität Kinder und Jugendliche als Nachwuchs-Modellbauer zur Sache gehen. „Da wird sogar das Handy zur Nebensache und bleibt mal ein paar Stunden an der Seite liegen“, schmunzelt Thomas Röding, der Interessierte – egal welchen Alters – herzlich zu den Clubabenden einlädt, die immer donnerstagabends ab 19 Uhr stattfinden. Die Bahnfreunde hoffen auf neue Mitglieder, um für die Zukunft eine breitere Basis zu bekommen. Dass die Modellbauerei eine ganz entspannte, gemütliche und gesellige Angelegenheit ist, davon konnte man sich am Samstag überzeugen.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik