Fantasy-Roman

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Aggy Dettmann an ihrem Schreibtisch, an dem die gelernte Steuerfachgehilfin zurzeit an ihrem zweiten Fantasy-Roman schreibt.

Foto: Reinhard Köster

Aggy Dettmann an ihrem Schreibtisch, an dem die gelernte Steuerfachgehilfin zurzeit an ihrem zweiten Fantasy-Roman schreibt. Foto: Reinhard Köster

Apricke.   Aggy Dettmann aus Apricke hatte schon immer das Bedürfnis, in ihrem Kopf entstandene Geschichten zu Papier zu bringen. Jetzt hat sie ihren ersten Roman herausgebracht.

Selbst ein Buch zu schreiben, ist ein Traum, den viele Menschen hegen, ohne je tatsächlich den Versuch zu unternehmen, ihn Wirklichkeit werden zu lassen. Auch Aggy Dettmann aus Apricke hatte schon immer das Bedürfnis, in ihrem Kopf entstandene Geschichten zu Papier zu bringen. Schon in der Schule waren Aufsätze die Leidenschaft und Stärke des jungen Mädchens. Doch es brauchte Jahrzehnte bis der Traum 348 Seiten annahm und die heute 53-jährige endlich das erste selbstverfasste Buch in den Händen halten durfte.

Schon der Titel „Denebola – nicht von dieser Welt“ deutet an, dass es sich bei dem Buch um einen Fantasy-Roman handelt, ein Genre, das Aggy Dettmann auch als Leserin überaus liebt. Alle Harry-Potter-Bände oder die Twilight-Serie und viele andere Romane hat sie verschlungen. Aber sie kann sich auch in Psycho- oder Krimi-Thrillern verlieren. Überhaupt stehen Bücher im Hause Dettmann ganz hoch im Kurs, denn auch Ehemann Michael ist eine ebenso unermüdliche Leseratte. Und auch für die beiden mittlerweile erwachsenen Kinder ist die Beschäftigung mit den Literatur eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen.

So ist es kein Wunder, dass die Familie Aggy Dettmann ohne Wenn und Aber den Rücken stärkte und ihr Mut machte, als sie vor drei Jahren zunächst zögerlich begann, den Roman zu schreiben. Anfangs ging es nur langsam voran, weil ich damals meine schwer kranke Mutter gepflegt habe“, erinnert die Autorin sich. „Als meine Mutter schließlich starb, wurde mir klar, dass auch meine Zeit begrenzt ist. Ich sagte mir: Wenn nicht jetzt, wann dann!“, erinnert sich Aggy Dettmann, wie die Arbeit an „Denebola“ plötzlich Fahrt aufnahm.

Fantasy gepaart mit der Lebenswelt der Teenager

Der in der Ich-Form geschriebene Roman erzählt, wie ein Sechzehnjähriger nach und nach erkennt, dass er „nicht von dieser Welt“ ist, sondern ein Alien aus den Weiten des Kosmos. „Denebola“ ist dabei der Name seines Heimat-Sonnensystems. Die Autorin verbindet diese Fantasystory mit der Erlebniswelt der irdischen Teenager – mit Liebe, Eifersucht und dem Kampf um Freundschaften und Anerkennung. „Ich hatte anfangs nur das grobe Gerüst der Geschichte im Kopf. Alles andere hat sich erst beim Schreiben ergeben“, beschreibt Aggy Dettmann ihre Arbeitsweise.

Ihr Mann und ihre Tochter waren die ersten, die den Roman lesen durften, als er im Frühjahr endlich fertig war. Und sie reagierten glaubhaft begeistert und machten Aggy Dettmann Mut, das Buch einem Literatur-Agenten anzubieten. Doch der Versuch endete mit einer Enttäuschung: „Das Manuskript kam mit einer Standard-Ablehnung zurück. Ich hatte das Gefühl, dass niemand überhaupt einen Blick hineingeworfen hatte.“ Auf neuerliche Versuche, einen Verlag zu finden, hatte Aggy Dettmann keine Lust mehr, sondern machte gleich Nägel mit Köpfen und veröffentlichte „Denebola“ im Selbstverlag bei Kindle Direct Publishing. Mit dem Autorennamen A. E. Dettmann bezieht sich auf ihren zweiten Vornamen Eva.

Fortsetzung des Buchsist bereits in Arbeit

Seit dem 12. Juli kann nun jeder das Buch über das Internet kaufen, entweder als E-Book oder sogar in einer gedruckten Version. Das alles ist für die Autorin kostenlos, hat aber den Nachteil, dass kein Korrektor oder Lektor einen Blick auf den Text geworfen hat. Gelegentliche Fehler in der Interpunktion oder Orthografie mindern aber Spaß und Spannung nicht, wenn Fantasy-Fans sich erst in die Geschichte eingelesen haben.

Das Ende des Romans ist übrigens offen. Und das hat einen triftigen Grund, denn Aggy Dettmann steckt bereits mitten in der Arbeit an einer Fortsetzung. Und die wird sie in jedem Fall fertigstellen, unabhängig vom Verkaufserfolg von „Denebola“, der sich zunächst noch in Grenzen hält. Denn das Schreiben eines Buches ist für die Aprickerin immer noch ein Traum. Und dessen Wert lässt sich bekanntlich nicht in Euro und Cent messen.

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