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Wild-Wurst statt Weihnachtsbraten

Die beiden 21-Jährigen Wesley Wanuske und Julian Palczewski studieren und betreiben nebenbei die „Wildpiraten“ . Dabei kaufen sie das Wildfleisch von lokalen Jägern, verarbeiten es bei einem Metzger weiter und verkaufen es auf besonderen Veranstaltungen. 

Die beiden 21-Jährigen Wesley Wanuske und Julian Palczewski studieren und betreiben nebenbei die „Wildpiraten“ . Dabei kaufen sie das Wildfleisch von lokalen Jägern, verarbeiten es bei einem Metzger weiter und verkaufen es auf besonderen Veranstaltungen. 

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.   Studenten wollen dem Fleisch aus dem Wald ein neues Image verpassen.

Das Logo der beiden „Wildpiraten“ Wesley Wanuske und Julian Palczewski wirkt fast wie das Cover einer Heavy-Metal-Band. Der Kopf eines Wildschweins mit breiten Hauern ist dort abgebildet, darunter der Schriftzug „Wildpiraten“ und zwei Schwerter. Die beiden Studenten sind erst 21, haben aber schon ihre erste Unternehmergesellschaft gegründet. Sie kaufen das Fleisch von Jägern ab, lassen es von einem Metzger verarbeiten und verkaufen es auf speziellen Events weiter. Damit wollen sie dem Fleisch aus dem Wald ein neues Image verpassen.

„Wir wollen Wild wieder populärer machen“, betont Wesley Wanuske. Der Jura-Student ist selber Jäger und kennt sich mit der Situation seiner Waidgenossen aus. „Im Moment gibt es ein Überangebot an Wild“, sagt er. Die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest sorge dafür, dass die Jäger nun besonders die Wildschweinpopulation regulieren müssen. Das sei aber nur eine Vorsichtsmaßnahme. Das Virus breitet sich gerade vor allem in Osteuropa aus. „Aber wenn nur ein Schwein in den deutschen Mastbetrieben infiziert würde, wäre das katastrophal“, erklärt Wanuske.

Für die Jäger bedeute dies, dass sie mehr Schweine schießen, was sie meist nicht zu guten Konditionen loswerden. „Meist müssen die Jäger ihr Fleisch zu Centpreisen an die Händler verkaufen“, erklärt Julian Palczewski, der bei der noch jungen Unternehmergesellschaft für den Vertrieb zuständig ist.

Dabei sei das geschossene Fleisch ein hochwertiges Produkt und stamme aus der Region. „Es gibt nichts Frischeres“, ist sich Julian Palczewski sicher. Die „Wildpiraten“ kaufen das Fleisch von drei regionalen Jägern, die ihr Revier in Hemer und Menden haben. Danach wird das Wild von einem externen Metzger weiterverarbeitet und verpackt. Bei den Vertriebswegen stehen die beiden Studenten noch eher am Anfang. „Vieles läuft noch durch den Privatverkauf. Wir verkaufen das Fleisch aber auch aúf besonderen Veranstaltungen“, erklärt Palczewski. Bei einigen Fußballspielen der SG Hemer bieten sie ihr Fleisch an, ebenso kooperieren sie mit der Iserlohner Kochschule „Koch und Schule“, der Waldstadtbrauerei und der Dinkelbäckerei Kramme. Später soll noch eine Art Hofladen als Verkaufsstelle dazukommen. Das könnte aber noch ein wenig dauern. Julian Palczewski sagt: „Am liebsten wäre uns natürlich eine ehemalige Metzgerei. Bisher haben wir aber noch keine Leerstände gefunden, die zu unserem Laden passen.“

Bei den Veranstaltungen der „Wildpiraten“ soll es auch Wissenswertes zum Thema Zubereitung geben. Wesley Wanuske, der neben seiner Jägertätigkeit auch leidenschaftlicher Hobby-Koch ist, betont: „Wild kann man nicht nur als Weihnachtsbraten genießen.“ Deswegen gibt er bei seinen Veranstaltungen auch Tipps, wie das Fleisch von Rot- und Schwarzwild auch auf dem Grill einen Platz finden kann. Zu Wurst verarbeitet oder mit einer bestimmten Marinade könne man ganz einfach leckere Gerichte mit den Wildtierprodukten zubereiteten.

Mit 16 erhält Wanuske seinen Jugendjagdschein

Seine Begeisterung für das Jagen hat Wesley Wanuske mit 15 entdeckt. „Meine Familie hat ein kleines Stück Wald, ich hatte also immer schon eine Verbindung zur Natur.“ Mit 16 macht er seinen Jugendjagdschein und lernt die Jägerschaft der Umgebung kennen. Mit 18 nimmt er schließlich seinen Schulkollegen Julian Palczewski mit auf die Jagd. Der sagt „Ich wollte auch einmal das Fleisch probieren, das er jagt. Also hat er mir gesagt ,komm mal mit’“. Der damals 18-Jährige findet Gefallen an der Jagd. Mit 20 macht auch er seinen Jagdschein.

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