Stadtbücherei

„Wir müssen uns jetzt bewegen!“

Hemer.   Ein Arbeitskreis soll das Entwicklungskonzept für die Stadtbücherei unter die Lupe nehmen. Auf jeden Fall gibt es nach dem Willen des Kulturausschusses in einem ersten Schritt im nächsten Jahr 50 000 Euro zusätzlich.

Mit der personellen, räumlichen und technischen Ausstattung der Stadtbücherei soll es vom kommenden Jahr an bergauf gehen – wenn zunächst auch nur in kleinen Schritten. Dafür hat sich der Kulturausschuss am Dienstag einstimmig ausgesprochen. Und es gibt eine Menge zu tun, wenn die Bücherei auch in Zukunft ein wichtiger kultureller Dienstleister für die Hemeraner Bevölkerung bleiben soll.

Gabriele Donath, Leiterin der Bücherei, hat in monatelanger Arbeit ein umfangreiches Konzept für die künftige Gestaltung und Ausrichtung der Bibliothek in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule für Bibliothekswesen in Köln erarbeitet.

Auch Förderverein und externe Experten reden mit

Aus diesem 70-seitigen Werk soll nun ein Arbeitskreis das kurz und mittelfristig Mach- und Finanzierbare herausfiltern und dann dem gesamten Kulturausschuss zur Entscheidung vorlegen. Dem werden neben dem Ausschussvorsitzenden Holm Diekenbrock, dem Bürgermeister als zuständigem Dezernenten noch Christa Wipper (SPD), Antje Bötcher von Larcher (GAH), Klaus Schreiber (UWG), Hans-Jürgen Großmann (FDP) und Charly Stenner-Borghoff (CDU) angehören. Auf Empfehlung von Hans-Jürgen Großmann wird auch der Förderverein Pro Buch einen Vertreter oder eine Vertreterin in den Arbeitskreis entsenden. Und Gabriele Donath schließlich bat darum, neben Baufachleuten aus der Stadtverwaltung auch externe Experten für Bibliotheksfragen hinzuzuziehen. Das erste Treffen des Arbeitskreises wird voraussichtlich Mitte Januar anberaumt.

Hans-Jürgen Großmann mochte eine gewisse Skepsis hinsichtlich dieser Vorgehensweise nicht ganz verhehlen. Er erinnerte daran, dass bereits vor einigen Jahr ein solcher Arbeitskreis ins Leben gerufen worden war, der im August 2015 zum letzten Mal tagte. „Passiert ist seitdem nichts, und wir gründen jetzt einen neuen Arbeitskreis.“ Und Charly Stenner-Borghoff pflichtete bei: „Es ist viel Zeit ins Land gegangen. Wir müssen uns jetzt bewegen!“

Für solche Bewegung folgte der Ausschuss der schon in vergangenen Woche von der CDU formulierten Anregung, zusätzliche 50 000 Euro in den Haushalt einzustellen. Mit diesem Geld können die besagten ersten Schritte finanziert werden, die der Arbeitskreis vorschlagen wird.

Unabhängig von diesen 50 000 Euro wird die Personaldecke der Bücherei von 4,57 auf 4,99 Vollzeitstellen – also um eine knappe halbe Stelle – verstärkt. Das ist laut Verwaltung allerdings noch nicht ausreichend, um die derzeitige Öffnungszeit von 22 Stunden pro Woche sicher zu gewährleisten. Dazu wären nach einem Standard-Berechnungsverfahren für öffentliche Bibliotheken 5,64 Vollzeitstellen notwendig. Die Verwaltung nennt die vorgesehene Personalaufstockung deshalb einen „Kompromiss“.

Neue Software und eine weitere Arbeitsplatz-Lizenz

Ebenfalls sind im Haushaltsentwurf 10 000 Euro vorgesehen, damit der veraltete digitale Bibliothekskatalog OPAC durch das Nachfolgemodell OPEN ersetzt werden kann. Ergänzend soll zu den vorhandenen sieben Arbeitsplatz-Lizenzen eine weitere erworben werden, damit die Erweiterung um besagte knappe halbe Stelle auch effektiv genutzt werden kann. Einmalige Kosten für diese Lizenz: 1650 Euro.

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