Umwelt

Wo Wälder und Straßen zur Müllkippe werden

In ein Waldgebiet an der Mendener Straße haben Unbekannte Fliesen, Holzlatten und eine Toilette illegal entsorgt.

In ein Waldgebiet an der Mendener Straße haben Unbekannte Fliesen, Holzlatten und eine Toilette illegal entsorgt.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  An etwa 100 Stellen haben Unbekannte im vergangenen Jahr illegal Abfall und Bauschutt weggeworfen.

Spanplatten, Fliesen, eine zerbrochene Kloschüssel, Holzlatten – fast ein ganzes Badezimmer haben Unbekannte an einem Waldstück am Hönnetal an der Grenze zwischen Hemer und Menden einfach deponiert. Etwa 50 dieser illegalen Müllkippen hat der Märkische Stadtbetrieb-Iserlohn Hemer im Stadtgebiet im vergangenen Jahr gefunden. Bei weiteren 50 Funden handelt es sich um Müllablagerungen, gewissermaßen der kleine Bruder der illegalen Müllkippe. Besonders in nicht einsehbaren Ecken wird der Müll unerlaubt abgeladen.

Ein Standort für Müllablagerungen ist regelmäßig der Parkplatz hinter McDonald’s. Besonders an den Glascontainern und den Behältern für die Altkleidersammlung hat sich viel Müll angesammelt. Einerseits sind es Flaschen, die wohl nicht den Weg in die Container gefunden haben. Andererseits auch ein Karton mit einer Fernsehhalterung. Die gravierendsten Verschmutzungen finden sich aber in den Wildrosenbüschen hinter den Container. Da haben Müllsünder eine Gasflasche, einen Wasserkocher und Teile eines Autositzes deponiert.

Mehrere Tüten Fleischabfällereiften in der Sommersonne

Derjenige, der auch mal in die dornigen Rosenbüsche steigen musste, um den Müll zu entfernen, ist Jens Draack, Meister für Stadtbildpflege und Reinigung beim SIH. „Was die Leute alles wegschmeißen und wie dreist die dabei vorgehen, kann ich manchmal gar nicht glauben“, erzählt er.

Bauschutt, Renovierungsabfälle, Reifen, Essensreste, Hausmüll Elektrogeräte von der Mikrowelle bis zum Kühlschrank hat Draack alles schon gefunden – in Waldstücken, an Wanderparkplätzen, hinter Schranken oder am Straßenrand. „Es sind immer die Orte, wo die Leute meinen, nicht gesehen zu werden“, erklärt der SIH-Mitarbeiter.

Einen der ekligsten Funde hat Jens Draack aber in der Innenstadt mit seinem Team beseitigen müssen. An den schon erwähnten Containern an der Urbecker Straße hatte jemand mehrere Mülltüten mit Fleischabfällen und Sauerkraut-Eimer hinterlassen – und das im Hitzesommer 2019. „Da staunt man schon manchmal“, sagt Jens Draack.

Marc Giebels, Pressesprecher der Stadt und des SIH, weist auf die Lage der Container hinter McDonald’s hin. Durch die Altkleiderbehälter sei die Sicht auf die Container versperrt, weswegen mögliche Müllsünder außerhalb des Sichtfelds von der Straße ihre Hinterlassenschaften deponieren können.

„Solche Vermüllungen entstehen in der Regel da, wo die soziale Kontrolle fehlt“, beschreibt Giebels die Situation. Aus diesem Grund plane die Stadt auch, die Altkleidercontainer etwas umzusetzen, so dass der Standort von der Straße aus beobachtbar sei.

Früher viel Abfall von LKW-Fahrern an der Edelburg

Edgar Schumacher, bei der Stadt unter anderem für die Müllentsorgung zuständig, schätzt, dass die Zahl der illegalen Müllkippen in den vergangenen Jahren weniger geworden ist. „Das Problem haben wir eigentlich unter Kontrolle“, sagt er. Als positives Beispiel hebt er die Kooperation der Stadt mit der Firma Grohe hervor. Besonders am Wendehammer des Industriegebietes Edelburg habe es früher sehr viel Müll gegeben.

Dort gibt es viel Lieferverkehr. LKW-Fahrer aus verschiedenen Ländern halten regelmäßig an der Edelburg. „Und anscheinend haben da viele ihren Müll einfach die Böschung heruntergeworfen“, schildert Edgar Schumacher. Um der Situation Herr zu werden, hat Grohe eine Entsorgungsstelle mit Containern eingerichtet. Schilder in vier Sprachen weisen auf die Entsorgungsstelle hin. „Wöchentlich 200 Kilo Abfall werden da entsorgt. Viel davon hätte man ansonsten wieder aufsammeln müssen“, erklärt Edgar Schumacher.

Schumacher weist ebenso darauf hin, dass die Gebühren für Sperrmüll in den Abfallgebühren enthalten sind. Auf der Internetseite der Stadt könne man einen Abfuhrtermin anmelden. Infos gebe es ebenso im Abfallkalender. Wenn man illegale Müllkippen oder Müllablagerungen entdeckt, findet man bei der Stadt Ansprechpartner unter 02372/551173 und 02372/551170.

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