Würdige Bestattung

Würdige Beisetzung als echte Herzenssache

Der Hospizkreis organisiert sogenannte würdige Bestattungen für Menschen, die zum Schluss keine Angehörigen oder sozialen Kontakte hatten.

Foto: Carmen Ahlers

Der Hospizkreis organisiert sogenannte würdige Bestattungen für Menschen, die zum Schluss keine Angehörigen oder sozialen Kontakte hatten. Foto: Carmen Ahlers

Hemer.   Bis auf drei Frauen aus den Reihen des Hospizkreises, einem Mitarbeiter des Bestattungshauses Brömmelmeier, den Trauerredner Carsten Lorentz und Walter Braun als früherem Nachbarn des Verstorbenen ist die Kapelle des Waldfriedhofs leer. Aber dennoch ist diese Trauerfeier für Heinz Geisweidt, der wohl keine Familie und auch kein soziales Umfeld hatte, würdig. Während Carsten Lorentz über den für ihn Unbekannten spricht, kommt eine ganz warme Atmosphäre auf und es kommt die Botschaft rüber, das jeder Mensch am Ende seines Lebens würdevoll beerdigt werden muss.

Bis auf drei Frauen aus den Reihen des Hospizkreises, einem Mitarbeiter des Bestattungshauses Brömmelmeier, den Trauerredner Carsten Lorentz und Walter Braun als früherem Nachbarn des Verstorbenen ist die Kapelle des Waldfriedhofs leer. Aber dennoch ist diese Trauerfeier für Heinz Geisweidt, der wohl keine Familie und auch kein soziales Umfeld hatte, würdig. Während Carsten Lorentz über den für ihn Unbekannten spricht, kommt eine ganz warme Atmosphäre auf und es kommt die Botschaft rüber, das jeder Mensch am Ende seines Lebens würdevoll beerdigt werden muss.

Gute Erinnerungen an den früheren Nachbarn

„Ach, er war ein ganz Lieber“, sagt Walter Braun und erzählt während der Trauerfeier ein paar Dinge über seinen früheren Nachbarn, die die Zeremonie doch noch persönlich machen. „Er hatte immer einen kleinen Hund dabei und hat für eine ältere Frau aus unserer Straße regelmäßig eingekauft“, erinnert sich der Nachbar, und auch, wenn der Verstorbene hinterher gar nicht mehr in der Nachbarschaft gewohnt hat, sondern nach Niederhemer umgezogen ist, war es Walter Braun ein Bedürfnis, an der Trauerfeier teilzunehmen. Die Todesanzeige hat vergangenen Samstag in unserer Zeitung gestanden, und so hat der Hemeraner vom Tod des Bekannten erfahren.

Der Hospizkreis organisiert die Beisetzungen der Menschen, die im Leben zuletzt niemanden mehr an ihrer Seite hatten und auch für diejenigen, die vielleicht noch Familienmitglieder haben, die sich aus finanziellen Gründen nicht kümmern können oder es vielleicht nach irgendwelchen Streitigkeiten nicht wollen.

23 würdige Bestattungenim vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr waren es 23 Bestattungen, die der Hospizkreis organisiert hat. „Kein Mensch hat es verdient, anonym und ohne Zeremonie beigesetzt zu werden“, sagt Carsten Lorentz und Markus Falk ergänzt: „Es gibt auch Menschenrechte über den Tod hinaus.“ Vor zehn Jahren wurde die Idee für dieses Vorhaben geboren, und seitdem arbeiten der Hospizkreis, die Stadt Hemer, die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden und das Bestattungsunternehmen Brömmelmeier zusammen. Auch die Heimatzeitung unterstützt diese würdigen Bestattungen mit kostenlosen Todesanzeigen.

War es anfangs noch so, dass die Trauerfeier in der Kapelle des Friedhofs Kantstraße stattfand und die Urne dann auf der Wildblumenwiese des Waldfriedhofs beigesetzt wurde, ist es heute so, dass die Trauergemeinde bis an das Grab mitgehen und dort Abschied nehmen kann, weil auch die Zeremonie in der Kapelle des Waldfriedhofs abgehalten wird.

Da es auch einige Patienten sind, die aufgrund einer Krankheit in der Lungenklinik sterben und auch in Hemer beisetzt werden müssen, hat die Klinik für dieses Projekt gespendet. Weiteres Geld kam vom Hospizkreis, so dass zehn Stelen gekauft werden konnten. Alle zwei Jahre lässt die Friedhofsverwaltung eine Stele mit den Namen der Toten beschriften. „Es ist einfach schön, dass man den Menschen noch diesen wichtigen letzten Dienst erweisen kann“, freut sich Carsten Lorentz.

Die Kosten übernehmen das Sozial- oder das Ordnungsamt, in manchen Fällen bittet das Ordnungsamt dann aber auch Angehörige zur Kasse, wenn die es finanziell leisten können.

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