In Würde sterben

Würdige Unterstützung in letzter Lebensphase

Bürgermeister, Rat und Vereine unterzeichneten die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Bürgermeister, Rat und Vereine unterzeichneten die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Foto: Ralf Engel

Hemer.   Die Stadt und Hilfsorganisationen unterzeichneten die Charta zur Betreuung Sterbender. Das Netzwerk lädt zur Information in das JuK ein.

Es ist zwar nur eine Unterschrift und Absichtserklärung, doch die Unterzeichnung der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ soll kein symbolischer Akt bleiben. Die Stadtverwaltung und Hilfsorganisationen wollen sich dafür einsetzen, ein Sterben unter würdigen Bedingungen zu ermöglichen, die Hilfen weiter vernetzen und verbessern.

Einstimmiger Beschlussim Rat der Stadt

Seit 2008 haben rund 200 Experten an der Entstehung der Charta mitgewirkt, die 2010 veröffentlicht wurde. Die Hemeranerin Gudrun Gille war als Vertreterin des Deutschen Pflegerats aktiv beteiligt. In einer „Nationalen Strategie“ geht es darum, die Leitsätze umzusetzen. Im Mittelpunkt steht dabei immer der betroffene Mensch. So hatten das Hemeraner Netzwerk Demenz und der Ambulante Hospizkreis den Beitritt der Stadt Hemer beantragt. Einstimmig folgte der Rat dem Antrag. Im Beisein aller Ratsfraktionen erfolgte jetzt die Unterzeichnung.

Bürgermeister Michael Heilmann wertete den offiziellen Akt als Startschuss einer noch besseren Vernetzung der Vereine und der handelnden Akteure mit der Stadt und untereinander: „Jeder Mensch hat das Recht, in der letzten Lebensphase würdige Unterstützung und Hilfe zu bekommen.“ Die Sterbenden müssten begleitet und die Angehörigen unterstützt werden. „Deutlich ist, dass die Menschen oft nicht wissen, welche Unterstützung und Hilfe sie erwarten können – sowohl vom Gesetzgeber als auch von den beruflich Tätigen und von den ehrenamtlich Engagierten in diesem Bereich. Wir freuen uns, dass der Rat der Stadt die Charta unterzeichnet und damit ein Zeichen setzt. Wir sprechen von einer sorgenden Gemeinschaft, die wir in Hemer sein wollen, sorgend für den Anderen, Jeder und Jede an seinem/ ihrem Platz“, betonte Gudrun Gille vom Netzwerk Demenz.

Vernetzt sind in Hemer bereits Stadt, Netzwerk Demenz, Hospizkreis und die Palliativstation. Zum Auftakt laden die beteiligten Stellen gemeinsam mit der VHS Menden-Hemer-Balve und dem Demenz-Servicezentrum NRW am kommenden Dienstag, 27. Februar, von 17 bis 19 Uhr ins Jugend- und Kulturzentrum ein.

Hilfen vor Ort werden am Dienstag vorgestellt

Die Veranstaltung mit dem Thema „In Würde gehen“ zur Unterzeichnung der Charta steht unter der Schirmherrschaft des Landrates Thomas Gemke.

Sterben und Tod beenden jedes Leben. Je nach Alter und Lebenseinstellung machen die Menschen sich Gedanken: Was können wir erwarten? Wer wird sich kümmern? Haben Familie und Freunde Kraft und Zeit für uns? Damit die Sorgestrukturen funktionieren, braucht es aber entsprechende Rahmenbedingungen. Dieser „hohe“ Anspruch an ein funktionierendes Netzwerk soll auch in Hemer umgesetzt werden. In dieser Veranstaltung möchten die Beteiligten gemeinsam mit den Gästen diskutieren, welche Voraussetzungen noch vor Ort fehlen, um dieses Ziel zu erreichen. Hierzu sind zwei Vorträge geplant, die einerseits die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“ vorstellen und andererseits vermitteln, welche Veränderungen sich hieraus für die Professionellen und Ehrenamtlichen ergeben.

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