Wirtschaft

Zurückhaltung bei Windpark-Crowdfunding

Sieben Windkraftanlagen will BayWa r.e. im Balver Wald bauen. Die Crowdfunding-Kampagne für die Gutachten läuft schleppend.

Sieben Windkraftanlagen will BayWa r.e. im Balver Wald bauen. Die Crowdfunding-Kampagne für die Gutachten läuft schleppend.

Foto: Arne Dedert / dpa

Hemer.  Zwei Kleinstanleger haben sich erst beim Projekt der BayWa r.e. beteiligt. Schwelle von 50.000 Euro deutlich unterschritten.

Wenn das Crowdfunding-Projekt der Bay.Wa r.e. zum Windpark im Balver Wald ein Marathon wäre, hätten die Verantwortlichen kaum die erste Etappe hinter sich gebracht. Zwei Investoren haben insgesamt 3500 Euro investiert. Die Fundingschwelle liegt bei 50.000 Euro und die Gesamtsumme, die sich die Firma insgesamt wünscht, bei 200.000 Euro. Dabei läuft das Crowdfunding-Projekt schon seit über 80 Tagen. BayWa r.e. will nun die Laufzeit um weitere 90 Tage verlängern.

Mit dem Crowdfunding-Projekt will Baywa r.e. mehrere Ertragsgutachten zum geplanten Windpark im Balver Wald finanzieren. Dazu gehören einerseits Langzeitmessungen von Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Turbulenz, und andererseits avifaunistische Gutachten, also eine Begutachtung der Vogel- und Fledermausarten im Waldgebiet sowie die Umweltverträglichkeitsprüfung.

Crowdfunding richtete sich anInvestoren in der Region

Dabei ist bisher noch gar nicht sicher, ob der Bau der sieben bis zu 238 Meter hohen Windkraftanlagen überhaupt möglich ist. Für die Genehmigung ist der Märkische Kreis zuständig, der in Absprache mit der Stadt noch eine Entscheidung treffen muss. Um die Gutachten zum Windpark zu unterstützen, können Kleinstanleger je eine Summe von 50 bis 5000 Euro investieren, und das mit einer Rendite von 3,5 Prozent. Nur haben dies bisher nur zwei Investoren getan. Dr. Meike Hellmich, Leiterin des Regionalbüros Mitte bei BayWa r.e., bringt den eher zurückhaltenden Andrang der Kleinstanleger nicht mit fehlendem Interesse am Projekt im Verbindung: „Normalerweise laufen die Crowdfunding-Projekte deutschlandweit und nicht so kleinteilig, wie wir es gemacht haben.“ Auf der Internetplattform bettervest.com sei der kleinere Rahmen ein Experiment gewesen, dessen Ausgang man nicht abschätzen konnte.

Das Crowdfunding-Projekt richtet sich speziell an Investoren aus dem Raum Hemer und Umgebung. Mit dem kleiner gesetzten Kreis wollte BayWa r.e. vor allem die Bewohner aktiv an dem Projekt und somit am Windpark teilhaben lassen. Wenn das Projekt ausläuft, ohne dass die Fundingschwelle überschritten wird, wird, so Hellmich, das Geld wieder zurück überwiesen. Die Gutachten würden dann entweder von der Firma selbst oder von einem Partner finanziert. Auch die eigentliche Planung findet unabhängig vom Crowdfunding statt.

Noch scheint es aber nicht so, dass BayWa r.e. in dieser Sache aufgibt. Am Mittwoch hat die Firma entschieden, die Laufzeit um weitere 90 Tage zu erhöhen – dann aber mit einem größeren Einflussgebiet. Investoren können nun aus dem Regierungsbezirk Arnsberg kommen.

Erst nach Umweltgutachtensoll Entscheidung fallen

Die Verwaltung ist mit der Firma im Gespräch, das sagen sowohl Hellmich als auch Baudezernent Christian Schweitzer. Im Juli habe es, so Schweitzer, ein Gespräch mit BayWa r.e. über den Windpark gegeben. „Es herrschte Einigkeit darüber, dass erst einmal das Umweltverträglichkeitsgutachten abgewartet werden soll“, sagt der Erste Beigeordnete. Erst dann soll entschieden werden, ob die ausgewählten Flächen überhaupt für die Windkraftanlagen in Frage kommen. „Aus vorherigen Gutachten wissen wir, dass es bei der Fläche Schwierigkeiten für Windenkraftanlagen gibt“, so Schweitzer. Auch sei die Zahl der Windkraftanlagen noch nicht sicher.

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