Jubiläum

200 Jahre Mechanische Werkstätte – stolze Demag-Mitarbeiter

Der Ursprung der Demag befand sich auf der Burg Wetter: die Mechanische Werkstätte von Friedrich Harkort, hier auf dem berühmten Ölbild von Alfred Rethel 1834 zu sehen. 

Der Ursprung der Demag befand sich auf der Burg Wetter: die Mechanische Werkstätte von Friedrich Harkort, hier auf dem berühmten Ölbild von Alfred Rethel 1834 zu sehen. 

Foto: Demag

Wetter.  Am 18.9.1819 gründete Friedrich Harkort auf Burg Wetter die Mechanische Werkstätte. Reaktionen von Demagogen mit 200 Jahren Betriebszugehörigkeit

Der Gründungstag der Mechanischen Werkstätten von Friedrich Harkort jährt sich an diesem Mittwoch, 18. September, zum 200. Mal. Aus dieser Fabrik, für die der Industriepionier ein Gelände an der Burg Wetter für günstige 2010 Taler im Mai 1819 kaufen konnte, sollte nach dem Umzug aus der Freiheit hinunter zur Ruhr im Jahr 1872 im Laufe der Zeit die heutige Demag werden. 1910 entstand die Deutsche Maschinenfabrik AG, die bis zum heutigen Tage eine sowohl wechselhafte wie spannende Unternehmens-Geschichte hinter sich gebracht hat. Was Mitarbeiter mit der Marke verbindet, erzählen hier acht „Demagogen“, die alle zusammen auf 200 Jahre Betriebszugehörigkeit kommen.

Werkleiter

„Ich fing vor 37 Jahren in der Lehrwerkstatt als Auszubildender an und erlernte den jetzigen Beruf des Konstruktionsmechnikers. Damals dachte ich, dass ich beim Weltunternehmen Mannesmann in einem großen, traditionsreichen Konzern begonnen habe, der mir eine sichere Zukunft bieten würde. Ich erlebte mehrere Wechsel und viele Veränderungen, auch bei meinem persönlichen Werdegang. Nach fünf Jahren Werkleiter in unserem Motorenwerk Uslar kehrte ich 2016 zurück nach Wetter und übernahm die Werkleitung. Ich sehe der Zukunft unter Konecranes positiv entgegen.“ Thomas Wiesmann (seit 37 Jahren bei der Demag)

Abteilungsleiterin Reparaturcenter

„Das Herz der Demag sind die Menschen, die hier arbeiten. Die Demag ist für mich mehr als nur ein Arbeitsplatz. Über die Jahre sind hier viele Freundschaften entstanden, ich fühle mich wie in einer großen Familie. Bei der Demag habe ich meine Ausbildung zur Industriekauffrau abgeschlossen und bin auch schnell zurückgekehrt, nachdem ich zwischenzeitlich meinen Berufshorizont erweitert habe. Schon vor der Geburt meiner beiden Kinder habe ich als Gruppenleiterin im Reparaturcenter gearbeitet und parallel dazu im Abendstudium meinen Abschluss als Betriebswirtin gemacht. Während der Elternzeit habe ich immer den Kontakt zur Firma und den Kollegen gehalten. Direkt nach der Elternzeit wurde ich zur Abteilungsleiterin befördert und konnte damit gleich wieder so richtig durchstarten. Es war großartig, dass mein Chef mir direkt nach der Rückkehr den Führungsjob zugetraut hat. Für mich war es ein Beweis, dass die Demag wirklich ein modernes Unternehmen ist und sich dem Wandel in der Arbeitswelt gestellt hat. Flexible Arbeitszeiten und Home-Office machen es jetzt möglich, dass ich mich voll in dieser Position einbringen kann.“ Sabrina Keßmeyer (35, seit zehn Jahren bei der Demag)

Leiter Distribution

„Zufall oder Schicksal? Während meiner Diplomarbeitsphase 1981 an der Ruhr Uni Bochum fragte Demag nach einem Maschinenbauabsolventen. Natürlich kannte ich die Demag aus Vorlesungen und deren Hebezeuge aus den Werkstätten. Ein erster Gesprächstermin fand unkonventionell nach Feierabend statt. Mit dabei: der damalige Komponentenvorstand, Herr Kaufmann und Herr Dr. Oldewurtel, Technikchef der Komponenten. Die Aufmerksamkeit und Überzeugungskraft meiner Gesprächspartner brachten mich dazu, in Wetter zu starten. Demag gab mir Raum, mich zu entwickeln, man forderte und förderte mich. Ich erlebte Demag als innovatives, mutiges und zukunftsorientiertes Unternehmen. Ich konnte wesentlich mitgestalten und Teil eines globalen Netzwerks von Kollegen und Partnern werden, die für Demag brennen und Kunden weltweit begeistern. In meinen 31 Demag Jahren gab es große Veränderungen und Herausforderungen: In der Grundhaltung der Demagogen ist die Einstellung genetisch verankert, immer eine Lösung zu finden. Die Säulen unserer 200-jährigen Geschichte: innovative Schöpfungskraft, unternehmerischer Mut sowie Wille und Fähigkeit, sich stetig zu verändern. Demag ist nicht nur eine Marke und ein Unternehmen, sondern eine Überzeugung. Demag ist ein Teil von mir und ich bin ein Teil von Demag.“ Klaus Hoffmann (seit 31 Jahren bei der Demag)

Gesamtbetriebsratsvorsitzende Demag Cranes & Components

„Eigentlich wollte ich gar nicht zur Demag, sondern eine Ausbildung im Reisebüro machen. Aber dann kam es doch anders: 1996 begann ich meine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation bei der Demag – rückblickend ein absoluter Glückstreffer und die richtige Entscheidung. Nach zwei Jahren habe ich die Ausbildung verkürzt abgeschlossen und berufsbegleitend ein betriebswirtschaftliches Studium angefangen. Früh habe ich mich für Arbeitnehmerinteressen engagiert: Schon drei Monate nach Beginn der Lehre wurde ich in die Jugend -und Auszubildendenvertretung gewählt. Mein Highlight in dieser Zeit war es, eine große Zusammenkunft aller Azubis aus Deutschland zu organisieren. Damals feierten mehrere Vorstandsmitglieder ihre runden Geburtstage und sie haben uns Azubis eine entsprechende Summe zur Verfügung gestellt. Die Auszubildenden kamen aus allen Standorten von Bad Bergzabern über Zweibrücken bis Düsseldorf, Uslar und Luisenthal zusammen. Das war eine tolle Zeit, in der man auch ohne Internet gut vernetzt war. Teilweise halten die Kontakte bis heute. Jetzt habe ich bei der Demag die Möglichkeit, mit Petra Nijhuis in Wetter als erste weibliche Betriebsratsvorsitzende die Interessen der Kollegen zu vertreten. Das ist eine große Verantwortung und das hätte ich bei meinem Start vor 23 Jahren nicht erwartet. Die Strukturen bei der Demag haben sich in den Jahren massiv verändert, wir sind durch harte Zeiten gegangen, einige Standorte sind leider nicht mehr dabei, andere sind hinzugekommen. Was bleibt und besonders beeindruckt, ist die Marke Demag und der besondere Zusammenhalt der Kollegen und Kolleginnen in Wetter. Hier kennt fast jeder jeden und es ist trotz allen Wandels ein tolles Miteinander.“ Ivonne Eisenblätter (42, seit 23 Jahren bei der Demag)

Auszubildende Industriekauffrau

„Als ich vor einem Jahr meine Ausbildung zur Industriekauffrau begonnen habe, hätte ich nie gedacht, an dem 200-jährigen Jubiläum so vielfältig mitwirken zu dürfen. Es war eine große Ehre, an vielen Feierlichkeiten mithelfen zu können. Hautnah habe ich die Feier im Stadtsaal, den Kundentag hier im Werk Wetter und die anschließende Demag-Night begleitet. Es ist ein tolles Gefühl, bei einem so großen Unternehmen mit seiner langen Geschichte und den vielen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein kleiner Teil zu sein. Aber auch uns kaufmännische Auszubildende und unsere Ausbilderin hat das Jubiläum zum Nachdenken angeregt. Und so sind wir zu dem Entschluss gekommen, etwas Gutes zu tun. Gemeinsam haben wir in diesem Jubiläumsjahr Waffeln gebacken und verkauft, um den Erlös an ein Kinderhospiz übergeben zu können. Natürlich besteht meine Ausbildung nicht nur aus dem 200-jährigen Jubiläum. Bisher habe ich schon zwei Abteilungen kennengelernt, im Moment bin ich in der dritten Abteilung, Trade Finance, tätig. Anschließend geht es nächsten Monat für sechs Wochen in den Schulblock. Ich muss zugeben, dass es nie mein erster Gedanke war, eine Ausbildung zur Industriekauffrau zu machen, aber jetzt kann ich mir wirklich nichts besseres vorstellen. Es motiviert mich sehr, dass hier auch jungen Auszubildenden viel zugetraut wird und immer mal die Möglichkeit besteht, an kleinen Projekten mitzuwirken. Ich bin stolz darauf, ein kleiner Teil der Marke Demag zu sein.“ Pia Sichelschmidt (19, seit einem Jahr bei der Demag)

Leitung technische Ausbildung

„Ich bin ein Demag-Urgestein: Nach meinem Schulabschluss 1979 begann ich am 1. August meine Ausbildung als Energiegeräte-Elektroniker bei der Demag. Schon mein Vater hatte bei der Demag gelernt, meine Eltern hatten sich dort kennen gelernt, so dass wir Kinder viel von der Demag mit der Muttermilch abbekommen haben. Nach meiner sehr interessanten Ausbildung fing ich als Jungfacharbeiter auf meinen eigenen Wunsch hin in der Instandhaltungsabteilung an. Und das war genau mein Ding, denn zu der Zeit hatte ich das Gefühl, als würde die zweite industrielle Entwicklung einsetzen. Erste Maschinen wurden mit NC-Steuerungen oder Speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) versehen und programmiert: Maschinen miteinander verkettet, mit Linien und Flächenportalen verbunden und die ersten Schweißroboter in die Katzrahmenfertigung implementiert. Ich persönlich wurde mitgerissen, denn die Demag bot mir viele Möglichkeiten, mich bei den Maschinenherstellen weiter zu bilden. Gleichzeitig hatte ich wohl noch genug Energie, mich berufsbegleitend in acht Semestern bei der SIHK in Hagen zum Industriemeister weiter zu bilden. Ein fester Bestandteil dieses Studium der Elektrokünste war die Ausbilder-Eignungsprüfung. Noch vor dem Abschluss meiner Weiterbildung wurde bei der Demag eine Stelle als Ausbilder ausgeschrieben, ich bewarb mich darauf und bekam die Stelle. Seit genau 30 Jahren bilde ich junge Menschen aus, seit fünf Jahren leite ich die Ausbildungswerkstatt und kann mit Stolz sagen: Ich habe den schönsten Job der Welt. Mein Zitat dazu: Die Zeit vergeht, wir bilden aus. Bei allen schwierigen Zeiten, die wir mit der Demag erlebt haben, möchte ich die positiven Dinge in den Vordergrund stellen. Das ist die sehr gute Zusammenarbeit mit den vielen Kolleginnen und Kollegen in diesem unserem Unternehmen. Ich bin stolz darauf und danke allen Azubis für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, 200 Stunden gute Taten für die Mitbürger unserer Stadt Wetter geleistet zu haben. Besonders erfreut hat mich die Unterstützung der Grundschulen bei der Fahrradprüfung unserer Jüngsten. Zum Abschluss noch eine lustige Geschichte: Ich fuhr während meiner Ausbildung einen roten Fiat 500. Meistens bildeten wir Fahrgemeinschaften und fuhren oft zu viert zu unserer Berufsschule nach Ennepetal. Eines Tages hatten die Demag-Schlosser (etwa 80 Azubis in einem Lehrjahr) meinen Fiat hochgehoben, gedreht und zwischen zwei parkende Autos gestellt, so dass wir Elektriker (wir waren etwa zehn Kollegen) große Mühe hatten, ihn wieder umzudrehen um nach Hause fahren zu können.“ Jörg Schneider (seit 40 Jahren bei der Demag)

Leiter Seilzugmontage

„Als gebürtiger Volmarsteiner, der in der Bachstraße aufwuchs, lag es sprichwörtlich nahe, dass ich meine Schlosser-Ausbildung auf der anderen Ruhrseite beginne. Bei den vier Stationen im Werk hatte ich Glück, da ich hier immer gute Jobs erwischt habe. Meiner Meinung nach hat der Stolz der Wetteraner auf die Demag aber etwas nachgelassen. In den 1990-er Jahren war ich oft auf Montage und habe in vielen Ländern gemerkt, dass Demag der Inbegriff für Seil- und Kettenzüge sowie Hebezeuge war. Das ist im Ausland mancherorts bis heute der Fall.“ Michael Menna (seit 41 Jahren bei der Demag)

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