Kosmetik

A.N.NE GmbH der Nehm-Schwestern ist ein „Wachstums-Champion“

Eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen in Deutschland: Die Schwestern Aileen Nehm (links) und Nadine Nehm sind mit ihrer Kosmetik-Firma A.N.NE GmbH auf Erfolgskurs.

Eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen in Deutschland: Die Schwestern Aileen Nehm (links) und Nadine Nehm sind mit ihrer Kosmetik-Firma A.N.NE GmbH auf Erfolgskurs.

Foto: Steffen Gerber

Wetter.  Wachstums-Champion: Die Schwestern Aileen und Nadine Nehm sind mit der A.N.NE GmbH (Firmensitz im Verwaltungshaus Harkort Eicken) auf Erfolgskurs

Zum fünften Mal haben die Datensammler von Statista eine Reihenfolge der 500 wachstumsstärksten Unternehmen in Deutschland ermittelt. Somit konnte das Magazin Focus als Kooperationspartner erneut einige „Wachstums-Champions“ auszeichnen. So wie die Kosmetik-Firma A.N.NE aus Wetter. Die GmbH von Nadine und Aileen Nehm landete auf Platz 43, in der Sparte Großhandel auf Rang sieben.

„Wir freuen uns riesig“, sagt Nadine Nehm, die ältere Schwester. Das Duo gründete im Februar 2012 die A.N.NE GmbH (Buchstaben als Namensabkürzung der Beiden) und kann nun beeindruckende Zahlen vorlegen. Denn aus zwei Millionen Firmen des Handelsregisters stechen laut Statistik-Portal 1654 Betriebe heraus, die bei der Bilanz und/oder Mitarbeiterzahl große Sprünge nach vorn gemacht haben. Bei dem heimischen Unternehmen, das verschiedene Kosmetik-Produkte vertreibt, lag der Umsatz vor vier Jahren noch bei 276.000 Euro, ehe dieser pro Jahr um durchschnittlich 105 Prozent auf 2,375 Millionen in 2018 stieg. Aus zwei Mitarbeitern zu Beginn sind mittlerweile sieben geworden, zwei Neueinstellungen erfolgten in Wetter vor einigen Wochen.

Prognosen sind eingetreten

„Das Wachstum unserer Firma war schon vor einiger Zeit absehbar, die Prognosen sind ziemlich genau eingetroffen“, sagen die Nehm-Schwestern. Die mussten aber auf ihrem Weg nach oben auch hart im Nehmen sein. Nach der Anfangszeit im Gebäude der Sparkasse Wetter galt es zwischenzeitlich, sich neue Gedanken über Geld zu machen, um die zumeist aus Fernost importierte Ware (Kosmetik- und Geschenkartikel für Großkunden) weiter vorfinanzieren zu können. „Ein Investor aus Hattingen stieg bei uns ein, er erkannte das Potenzial“, berichten Aileen und Nadine Nehm, zu deren Abnehmern beispielsweise die prominente Parfümerie Pieper oder Douglas gehören.

Und dann gab es noch einen weiteren „Glücksfall“: Das Unternehmen konnte in ein besonderes Gebäude nahe der Ruhr umziehen. Seit August 2016 befindet sich der Firmensitz in der Wasserstraße 30, und zwar im früheren Verwaltungshaus von Harkort Eicken (Edelstahlwerke). Dieses gehört seit 2000 dem heimischen Busunternehmen Hoffmann. Und die Nehm-Schwestern schwärmen geradezu vom guten Verhältnis zum Vermieter, der ihnen dann auch mehr Platz zur Verfügung stellte. Seit November 2017 hat die A.N.NE GmbH als mittlerweile einziger Betrieb in dem historischen Klinker-Bau eine gesamte Etage für ihre Zwecke übernommen. Nach einem Raum zu Beginn sind es nun 200 Quadratmeter und acht Zimmer sowie neuerdings eine ebenfalls bei Ria Hoffmann angemietete Lagerhalle.

„Wir fühlen uns hier sehr wohl, das hat hier etwas von einer Großfamilie“, sagt das Duo, das im Sommer sowohl die räumliche Erweiterung als auch die Einstellung zweier neuer Mitarbeiter feiern konnte. Seither ergänzt nun ein Mann die ansonsten ausschließlich weibliche Belegschaft.

Zu klären ist noch, was das Erfolgsgeheimnis der kleinen Firma sein könnte. „Ehrlichkeit“, meint Nadine Nehm. „Die Leute bzw. die Kunden merken und honorieren, wenn man vertrauensvoll mit ihnen umgeht. So lassen sich auch mal Brücken bauen.“ Schließlich geht es bei dem Vertrieb von Geschenksets beispielsweise mit Kuschelsocken oder (auch einzeln) von Duschgel, Körperlotion, Badesalz, Seifen und dem Hunde-Shampoo „Doggy’s Style“ um den Kontakt mit Menschen. Mitunter seien daraus gar freundschaftliche Bindungen zu Kunden entstanden.

Geschäftsführung aufgeteilt

Die Führung der A.N.NE GmbH haben sich die beiden jungen Frauen aufgeteilt. Aileen Nehm fliegt mehrfach im Jahr zum Beispiel nach China, um über ein dort gegründetes Büro mit zwei Mitarbeitern ein Auge auf die Ware vor dem Transport nach Deutschland zu haben. „Unsere Rohstoffe beziehen wir aus verschiedenen Ländern, da sind wir international aufgestellt. Ich stimme mich dann mit den Chemikern ab und achte im Labor auf das Qualitätsmanagement“, sagt die jüngere der beiden Schwestern.

Im Kernmarkt Deutschland „haben wir unsere Nische gefunden. Wenn es jetzt weiter in Richtung Ausland geht, müssten wir personell nochmals aufstocken.“ So viel zur Zukunftsperspektive des „Wachstums-Champions“ aus Wetter.

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