Amtsgericht

Betrugs-Vorwurf wegen Geschäft mit Daten eines Verstorbenen

Betrügerische Geschäfte per Internet? Ein Angeklagter (24) weist am Amtsgericht Wetter die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück

Betrügerische Geschäfte per Internet? Ein Angeklagter (24) weist am Amtsgericht Wetter die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück

Foto: Marcio Jose Sanchez / dpa

Wetter.  Ein 24-Jähriger soll mittels Internet-Auktionshaus Ebay Käufer über Tisch gezogen haben. Am Amtsgericht Wetter wies der Angeklagte das zurück.

Mit betrügerischen Ebay-Geschäften soll ein 24-Jähriger in Wetter arglose Käufer über den Tisch gezogen haben. Im Prozess vor dem hiesigen Amtsgericht beteuerte der junge Mann mit bereits bewegter Vergangenheit nun seine Unschuld. Weitere Ermittlungen sollen nun Licht ins Dunkel bringen.

Jugendhafterfahrung und laufende Bewährung sollen den 24-Jährigen im Januar 2018 nicht davon abgehalten haben, erneut mit dem Gesetz in Konflikt geraten zu sein. Laut Anklage bot er im Abstand von zwei Tagen über das Internet-Auktionshaus Ebay eine Küchenmaschine zum Kauf an und bediente sich dabei der Daten eines Verstorbenen. Der erste Käufer überwies 251 Euro und der zweite 300 Euro auf das Konto des Angeklagten. Auf die Lieferung der Geräte warteten beide dann vergeblich und erstatteten schließlich Strafanzeige wegen Betrugs.

Doch die Verantwortung für die beiden aktuellen Taten wollte der 24-Jährige nun nicht übernehmen. „Da habe ich absolut nichts mit zu tun“, beteuerte er und lieferte seine Version direkt hinterher. Das Konto habe er tatsächlich gehabt. Allerdings habe er, weil er „dusselig“ sei, immer wieder seine Scheckkarte verloren – zuletzt sogar inklusive Geheimzahl.

Und Geld habe er zum fraglichen Zeitpunkt nur deshalb abgehoben, weil er irrtümlich gedacht habe, dass das Pflegegeld für seine Mutter auf sein Konto fließen würde. Er habe nicht gewusst, dass sie das noch einmal geändert habe. Und was die Vorwürfe betreffe, gehe er davon aus, dass ein Fremder die EC-Karte samt Geheimzahl gefunden und damit „Unfug“ gemacht habe.

Geld abgehoben

Zu der Zeit sei nämlich auch an einem Automaten in Bielefeld Geld von seinem Konto abgehoben worden – und das sei nicht er gewesen. Den Verlust der Karte habe er der Bank damals gemeldet und könne das auch beweisen. Auch könne er die Abhebung in Bielefeld belegen. Beide Behauptungen könne er mit Unterlagen untermauern.

Angesichts dieser Umstände sah das Gericht weiteren Ermittlungsbedarf. Das Verfahren wurde ausgesetzt und wird demnächst komplett neu aufgerollt – dann unter Umständen mit den versprochenen Belegen und mit der Mutter des 24-Jährigen im Zeugenstand. Sie soll dazu befragt werden, ob das Pflegegeld wirklich zunächst auf das Konto ihres Sohnes fließen sollte.

Mit Blick auf die laufende Bewährung und einen vielleicht drohenden Widerruf wurde Strafrichterin Sonja Baumann am Ende deutlich: „Es steht ja einiges im Raum, wie Ihr Verteidiger bereits angedeutet hat.“

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