Politik

CDU Wetter und Herdecke: Offenes Rennen um Bundesvorsitz

Die drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz Friedrich Merz (rechts), Armin Laschet und Norbert Röttgen (links) bei einer Diskussionsrunde im Konrad-Adenauer-Haus. In Wetter und Herdecke sind die Mitglieder gespannt, wer gewählt wird.

Die drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz Friedrich Merz (rechts), Armin Laschet und Norbert Röttgen (links) bei einer Diskussionsrunde im Konrad-Adenauer-Haus. In Wetter und Herdecke sind die Mitglieder gespannt, wer gewählt wird.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Wetter/Herdecke  Laschet, Merz oder Röttgen? Die CDU Wetter und Herdecke sehen keinen Favoriten bei der Bundesvorsitzenden-Wahl. Vier Delegierte aus EN.

Wer im Fernsehen einen Krimi erwartet, schaltet Sonntagabend ein. An diesem Wochenende bietet aber schon der Samstag viel Spannung: Am 16. Januar wählt die CDU einen neuen Bundesvorsitzenden. Laschet, Merz oder Röttgen? Gespannt verfolgen dann auch die Christdemokraten aus Wetter und Herdecke, wen die 1001 Delegierten beim digitalen Parteitag als Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer bestimmen und womöglich auch die Kanzlerschaft zutrauen.

Der Favorit aus heimischer Sicht? Schwer auszumachen. „Alle drei haben ihre Qualitäten und können was. Ich tendiere, wenn ich tief ich mich gehe, zu Laschet. Bei Merz sehe ich die Gefahr, dass er innerparteilich spalten könnte“, sagt . Während sie beide als ähnlich konservativ einstuft, sieht sie beim NRW-Ministerpräsidenten ein Plus in Sachen Regierungserfahrung und Verantwortung. „Laschet wird schon gelegentlich unterschätzt und hat gelernt, mit Kompromissen umzugehen, auch wenn diese mal weh tun. Im Übrigen habe ich Kenntnis darüber, dass viele junge CDU-Frauen – anders als oft dargestellt – pro Merz sind.“ Als Brunow zwei Diskussionsveranstaltungen der drei Kandidaten verfolgte, kam ihr Röttgen vergleichsweise farblos vor.

Sowohl in Herdecke als auch beim benachbarten CDU-Stadtverband tauschten sich die Parteimitglieder lose über das Profil des künftigen Bundesvorsitzenden aus. „Jeder hat seinen persönlichen Favoriten. Ob Merz oder Laschet gewinnt – dafür bräuchte es momentan eine Glaskugel. Jeder hat so seine Vor- und Nachteile“, meint Stefan Wedegärtner. Wetters CDU-Vorsitzender hebt beim Sauerländer Merz den Wirtschaftssachverstand hervor, beim Ministerpräsidenten aus dem Rheinland die soziale Ader. „Ich könnte mit beiden leben.“

Vier Delegierte aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis

Hinsichtlich Bundestagswahl im September 2021 sehen die hiesigen Christdemokraten die Volkspartei CDU „auf einem guten und richtigen Weg“, so Wedegärtner, der die ruhige Hand von Kanzlerin Merkel lobt. Wer wird denn deren Nachfolger? „Meist trat ja der CDU-Bundesvorsitzende an, zudem scheiterten die zwei CSU-Kandidaten Strauß und Stoiber. Also dürfte jetzt am Wochenende eine Vorentscheidung zur Kanzlerschaft fallen“, meint der Politiker aus Wetter. Die Herdeckerin Brunow wiederum kann sich auch vorstellen, dass Söder Bayern gegen Berlin eintauschen will oder auch Gesundheitsminister Spahn genügend Rückhalt für eine Kanzlerkandidatur hätte.

Am Samstag vertreten Ulrike Borowski (Breckerfeld), Andre Schäfer (Sprockhövel), Oliver Flüshöh aus Schwelm und der langjährige Bundestagsabgeordnete Ralf Brauksiepe aus Hattingen den Ennepe-Ruhr-Kreis als CDU-Delegierte. Eine Wahlempfehlung erhielten sie im Vorfeld nicht, in einigen EN-Stadtverbänden gab es eine Abfrage zu den Favoriten.

Ab Samstag rückt jedenfalls die Bundestagswahl auch für die CDU in Wetter und Herdecke verstärkt ins Blickfeld. Wie sich der Wahlkampf dann hier vor Ort darstellen lässt, ist in Corona-Zeiten eine ebenso spannende Frage wie die Kandidatenkür.

+++ Keine Nachricht aus Wetter und Herdecke verpassen: Hier für den täglichen Newsletter anmelden! +++

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben