Gericht

Drogendepot in Waschmaschine einer Wohnung in Wetter

Justitia neben einem Aktenstapel. Die Akte im Fall der angeklagten Wetteraner ist noch nicht geschlossen. Am 25. Januar wird das Verfahren fortgesetzt.

Justitia neben einem Aktenstapel. Die Akte im Fall der angeklagten Wetteraner ist noch nicht geschlossen. Am 25. Januar wird das Verfahren fortgesetzt.

Foto: dpa Picture-Alliance / Volker Hartmann

Wetter.   Onkel (53) und Neffe (25) angeklagt: Fahnder finden Rauschgift neben Waffen in Wohnung.

Marihuana, deponiert im Badezimmer. Nur wenige Schritte weiter, im Wohnzimmer, lagen griffbereit eine Axt, ein Säbel und ein Kantholz: In dieser Wohnung in Wetter war entweder das reinste Durcheinander oder dort lief (wovon die Anklage ausgeht) ein reger Drogenhandel mit Waffen ab.

Landgericht Hagen, 6. Strafkammer. Seit gestern sitzen hier Onkel (53) und Neffe (25) nebeneinander auf der Anklagebank. Die beiden Männer, die selbst langjährige Betäubungsmittelkonsumenten sind, sollen die harte Rauschgift-Szene in Wetter mit Stoff versorgt haben.

Während seiner Vernehmung durch die Kripo im November 2017 hatte ein Beschuldigter (21) ausgeplaudert, dass in einer Wohnung in Wetter Drogen verkauft würden. Drei Monate später (am 6. März) kam es dort zu einer Hausdurchsuchung. Die Fahnder erschienen mit einem Rauschgiftspürhund – der schlug ausgerechnet vor der Waschmaschine an.

Zwischen Abdeckung und Drehtrommel waren 41,55 Gramm Marihuana (Wirkstoffgehalt 20,4 Prozent) versteckt, das gewinnbringend weiterverkauft werden sollte (so der Vorwurf). Der angeklagte Onkel, er ist der Wohnungsinhaber, räumte ein, kurz zuvor 50 Gramm Marihuana in Dortmund erworben zu haben, „aber nur zum Eigenkonsum“. Einen Weiterverkauf bestritt er rigoros.

Doch dann waren da noch die von den Polizeibeamten sichergestellten gefährlichen Gegenstände, die – laut Anklage – so griffbereit lagen, dass sie im Ernstfall „zur Verteidigung des Betäubungsmittelvorrates eingesetzt werden konnten“: Eine Axt (hinter dem Sofa), ein Schlagholz (auf dem Wohnzimmertisch) und ein Kurzsäbel (unter dem Wohnzimmertisch).

Weitere Durchsuchung nach Streit

„Die Spaltaxt war ein Sonderangebot von ALDI, sollte ein Geschenk für den Schwager sein. Der Säbel war ein Erbstück vom Vater. Das Kantholz gehörte zu einem alten Stuhl, den ich mal hatte“, so der angeklagte Onkel. Der Neffe schwieg.

Zu einer weiteren Hausdurchsuchung war es nach einer Auseinandersetzung mit drei Drogenkunden am 7. August letzten Jahres gekommen: Diesmal entdeckten die Ermittler 114,86 Gramm Marihuana auf dem Dachboden, ein Küchenmesser daneben und einen Säbel (Klinge: 40 cm) auf dem Bett.

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