Natur

Entenmutter und Küken aus Wetter wohlauf

Tierschützerinnen lassen Entenmutter und -küken auf einer Wiese am Bleichstein nahe der Ruhr frei.

Tierschützerinnen lassen Entenmutter und -küken auf einer Wiese am Bleichstein nahe der Ruhr frei.

Foto: Salome Witt

Wetter.   Nach dem großen Schlüpfen auf einem hochgelegene Balkon im Schöntal rücken Tierschützerinnen aus Hagen an. Rettung und Umsiedlung nach Herdecke.

Entenmutter Annette und ihre zwölf Küken sind gerettet und wohlauf. Sie haben auf der Ruhr am Herdecker Bleichstein ein neues Zuhause gefunden. Das konnte die Wetteranerin Salomé Witt nach einem ereignisreichen Pfingstwochenende berichten.

In einen Balkonkasten im vierten Stock ihrer Wohnung an der Schöntaler Straße hatte eine Ente ihre Eier gelegt und anschließend dort auch ausgebrütet (wir berichteten). Die Wetteranerin und ihr Mann Dennis begleiteten die etwa vierwöchige Brutzeit der Stockente mit großem Interesse, aber auch mit Sorge. Denn wie das Paar schnell herausgefunden hatte, verlassen Entenküken schon etwa zwölf Stunden nach dem Schlüpfen das Nest, um sich auf den Weg zum Wasser zu machen. In diesem Fall wären die Küken wahrscheinlich vom Balkon in die Tiefe gestürzt.

Unterstützung signalisierte den jungen Wetteranern nach einem Bericht in dieser Zeitung der Tierschutzverein Hagen und Umgebung. Den Beginn des großen Schlüpfens bemerkte Salomé Witt schließlich in den Abendstunden: „Ich habe eigentlich nur das Piepen gehört, habe daraufhin die Entenmutter mit Futter ein bisschen abgelenkt und dann die flauschigen Küken entdeckt. Alle zwölf waren fit und munter.“ Ingesamt habe es, so ihre Schätzung, etwa zwei Stunden gedauert, bis alle Küken sich aus ihren Eierschalen befreit hatten. „Die Ente hat zwar jeden Tag nur ein Ei ins Nest gelegt, aber erst angefangen zu brüten, nachdem sie das letzte Ei gelegt hatte. Deswegen schlüpfen alle Küken auf einmal“, erklärt Salomé Witt und fügt hinzu: „Das ist intelligente Natur.“

Eine Bilderbuchrettung

Noch am Abend informierte die Wetteranerin den Tierschutzverein aus der Nachbarstadt, der Hilfe bei der Rettung des Entennachwuchses zugesichert hatte. „Am nächsten Morgen kamen zwei Frauen mit Transportboxen und einem Kescher. Alles ging völlig problemlos. Ich habe die Ente abgelenkt, so dass die Tierschützerinnen die Küken einsammeln konnten. Sie sprachen von einer Bilderbuchrettung. Vögel kann man übrigens, anders als zum Beispiel Rehkitze, problemlos anfassen. Die Entenmütter lassen sich von dem Menschengeruch nicht stören“, weiß Salomé Witt. Nachdem Küken und Entenmutter in den Transportboxen untergebracht waren, ging es mit dem Auto zum Bleichstein nach Herdecke. Salomé Witt: „Wir sind hinterher gefahren; denn ich wollte mich ja von der Entenfamilie noch verabschieden.“

Am Bleichstein angekommen, öffneten die Tierschützerinnen auf einer Wiese die beiden Boxen und entließen Tiermutter und Tierkinder in die Freiheit. „Sie sind auf direktem Weg zum Wasser gegangen“, erzählt die Wetteranerin. Die beiden Tierschützerinnen hätten ihr noch mit auf den Weg gegeben, dass man es verhindern soll, dass Enten auf dem Balkon brüten, indem man das erste sogenannte Probeei entfernt. „Denn Enten kommen gerne zurück, wenn sie sich beim Brüten wohlgefühlt haben. Jetzt sind wir gespannt, ob Annette nächstes Jahr wiederkommt. Und ob wir es übers Herz bringen, das Probeei wegzuwerfen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben