Klimastreik

Fridays for Future: Betriebe in Wetter geben am Freitag frei

Am 15. März dieses Jahres demonstrierten etwa 2000 Schüler bei „Fridays For Future“ in Hagen. Jetzt sollen sich auch Erwachsene beteiligen.

Am 15. März dieses Jahres demonstrierten etwa 2000 Schüler bei „Fridays For Future“ in Hagen. Jetzt sollen sich auch Erwachsene beteiligen.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Wetter.  Zum globalen Klimastreik am 20. September werden erstmals auch Erwachsene gezielt aufgerufen. Unternehmen und Vereine aus Wetter beteiligen sich.

Weltweit streiken seit Monaten Kinder und Jugendliche unter dem Motto „Fridays For Future“ für mehr Klimaschutz und eine nachhaltige Zukunft. Erstmals ruft die Bewegung auch Erwachsene auf, sich zu beteiligen. Wenn die Bundesregierung am kommenden Freitag, 20. September, über die weiteren Schritte in der Klimapolitik entscheidet, findet am selben Tag in zahlreichen Großstädten ab 12 Uhr ein globaler Klimastreik statt.

Auch in unserer Region sind Demonstrationen geplant, zum Beispiel in Hagen. Einige Unternehmen, Vereine und Organisationen aus Wetter ermöglichen es ihren Mitarbeitern und Mitgliedern, an dem Klimastreik teilzunehmen. Wir haben nachgefragt, was sie dazu bewegt.

Ingenieurbüro Heymer

Zwei bis drei Mitarbeiter des Ingenieurbüros Heymer werden am Freitag mit dem Zug nach Hagen fahren. „Wir sind da recht flexibel, so dass wir das unterstützen können“, sagt Nicole Heymer, die ebenfalls bei der Aktion dabei sein wird.

Im Büro werde darauf geachtet, welches Papier besorgt und dass es wiederverwertet wird: „Bei den Plänen gibt es oft viel Verschnitt. Den nutzen wir dann als Schmierpapier“, so Nicole Heymer. Mit Blick auf die technische Ausstattung werde versucht, die Geräte langfristig zu nutzen. Auch in Sachen Arbeitskleidung ist das Ingenieurbüro auf eine ökologische Herstellung bedacht. Leider gebe der Markt da aber noch nicht viel her. Bei Fahrten mit dem einzigen Firmenwagen werde geschaut, dass man mehrere Termine miteinander verbinden kann. „Trotzdem glaube ich, es ist immer noch zu wenig, was wir tun“, sagt Nicole Heymer.

Kulturzentrum Lichtburg

Das Kulturzentrum Lichtburg hat sich ebenfalls der Nachhaltigkeit verpflichtet und organisiert zudem die Nachhaltigkeits-Woche in Wetter, die morgen beginnt. Der Kulturverein stehe hinter den Forderungen der Fridays-For-Future-Bewegung, so Lichtburg-Geschäftsführer Joachim Bothe: „Mit dem Raubbau an der Natur und unseren riesigen First-World-CO2-Fußabdrücken zerstören wir den Planeten, unsere eigene Lebensgrundlage und die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen. Deshalb unterstützen auch wir die Proteste der jungen Generation.“ Vor den Kinofilmen werde ein Trailer mit einem Aufruf zum Streik am Freitag gezeigt: „Ob wir selbst dabei sein werden und dann schließen, wissen wir aber noch nicht.“

Bürgerbusverein Wetter

Der Bürgerbusverein Wetter wird hinfahren, allerdings mit dem ÖPNV. Freigestellt werden muss niemand, weil die Mitglieder sich ehrenamtlich engagieren. „Wir halten das für sehr wichtig. Der Bürgerbus ist ja auch dafür da, den Individualverkehr einzuschränken, um so weniger CO2 zu verbrauchen“, sagt der Vorsitzende Gerd Michaelis.

Elfen-Apotheke

Den Mitarbeitern der Elfen- und Feen-Apotheke sei es freigestellt, ob sie am Freitag demonstrieren möchten. „Geschlossen sind die Apotheken aber nicht“, versichert Inhaber Ulrich Maaßen, dessen zwei Kinder nach Hagen fahren werden.

Im Arbeitsalltag versuchen er und sein Team, „möglichst wenig Plastiktüten auszugeben“. Darauf würden aber auch schon viele Kunden selbst achten. „Es geht um unsere Umwelt, ohne die können wir nicht leben. Deshalb ist es wichtig, mit den Ressourcen dieser Welt zu haushalten“, mahnt der 44-Jährige.

Grüne in Ennepetal fordern Rabatt für ÖPNV

Für eine klimafreundliche Anreise fordern die Grünen in Ennepetal vom VER, dass alle Fahrten am kommenden Freitag nur einen symbolischen Euro kosten. Zwar begrüßt VER-Geschäftsführer Peter Bökenkötter den Vorschlag, doch könne die Verkehrsgesellschaft darüber nicht entscheiden.

Grund dafür sei die abgetretene Tarifhoheit an den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, kurz VRR. Dazu gibt Bökenkötter folgendes Beispiel: „Wir haben hier Verbandstickets. Wenn jemand von Schwelm mit dem Bus nach Wuppertal fährt, gehört der Ticketanteil für die Strecke auf Wuppertaler Gebiet dem Stadtwerk Wuppertal.“

Diesen zu sagen, es gibt nichts, weil das Tagesticket bei der VER nur einen Euro gekostet hat, ginge nicht. Ein Tagesrabatt könne daher nur beim VRR beantragt werden.

Wer mit dem Öffentlichen Nahverkehr am Freitag nach Hagen fahren möchte, kann folgende Verbindungen ab Wetter Bahnhof nutzen: Regionalbahn nach Hagen-Hbf um 11.02 Uhr, S-Bahn nach Hagen-Hbf um 11.08 Uhr, Bus 451 nach Hagen-Bissingheim (Ausstieg Hagen Rathaus).

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