Umwelt

Grundschöttel bekommt eine neue Streuobstwiese

Gemeinsam pflanzen die Helfer Bäume auf der Streuobstwiese. Auch Bürgermeister Frank Hasenberg (links) packt mit an.

Gemeinsam pflanzen die Helfer Bäume auf der Streuobstwiese. Auch Bürgermeister Frank Hasenberg (links) packt mit an.

Foto: Jessica Börner / WP

Wetter/Grundschöttel.  Insgesamt 24 Bäume pflanzen die Helfer rund um Bürgermeister Frank Hasenberg auf der Wiese, die schon bald von Highland-Rinder beweidet wird.

Geländewagen und Trecker parken bei stürmischem Novemberwetter „Am Hasenkamp“. Einige Wanderer bleiben mit ihren Hunden verwundert stehen. Denn während auf der einen Seite friedlich die Highland-Rinder grasen, versammeln sich gegenüber die Helfer um Grundstücksbesitzer Matthias Garthe und Elmar Kersting vom Hegering Volmarstein. Gemeinsam wollen sie die zirka 4300 Quadratmeter nach Süden ausgerichtete Streuobstwiese an diesem Tag errichten.

Unterstützt wird Eigentümer Matthias Garthe und die Mitglieder der Naturschutzgruppe des Hegering Volmarstein durch die Schlepperfreunde Esborn. Auch Bürgermeister Frank Hasenberg ist erschienen und unterstützt das Engagement tatkräftig mit eigenen Händen: „Ich packe selbst mit an, da ich es bemerkenswert finde, wie die Jäger hier in Wetter die Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen und die Natur schützen. Das ist nicht selbstverständlich. Schließlich engagieren sich alle Helfer hier in ihrer Freizeit.“

24 hochstämmige Streuobstwiesenbäume – ausschließlich alte Sorten mit einem Kronenansatz von etwa 1,80 Meter – werden an diesem Tag gesetzt und leisten den zwei 30 Jahre alten Walnussbäumen sowie der alten Salweide in Zukunft Gesellschaft. Bei guter Pflege können die Bäume durchaus 50 bis 60 Jahre alt werden.

Eigentümer sorgt die Pflege

Für die Pflege der Fläche existiert bereits ein ausgefeiltes Konzept: Die Beweidung der neuen Streuobstwiese, welche extensiv bewirtschaftet wird, erfolgt durch die Highland-Rinder von Matthias Garthe. Diese beobachten das Geschehen neugierig von ihrer gegenüberliegenden Weide und warten auf ihren Einsatz – allen voran Highland-Kuh Mathila. Die Bäume werden zudem über einen hölzernen Dreibock gesichert. Zusätzlich werden Stamm und Wurzeln der Bäume gegen Wild, Hasen und Mäuse sorgfältig durch Maschendraht geschützt.

Mit der Streuobstwiese „Am Hasenkamp“ haben die Profis des Hegering Volmarsteins insgesamt 170 Streuobstwiesen-Bäume gepflanzt. Die ersten fünf Jahre erfolgt die Betreuung der Streuobstwiese (Baumpflegeschnitte) ebenfalls durch die Naturschutzgruppe des Hegering Volmarstein. Hier werden Hege- und Naturschutzmaßnahmen geplant und koordiniert, die der Verbesserung des Lebensraumes unserer heimischen Tierwelt dienen. Die älteste Streuobstwiese hat der Hegering 1991 angelegt. Nach fünf Jahren ist dann der Eigentümer für die Pflege der Bäume verantwortlich. Matthias Garthe ist seine Streuobstwiese eine Menge wert. Schließlich ist er auch für die Finanzierung verantwortlich, „Mein Anliegen ist der Naturschutz.“

Insgesamt 1700 Euro für Obstbaumpflanzen und Sicherungsmaterial hat er in seine Streuobstwiese investiert. Die Wildtier- und Biotopschutzstiftung des Landesjagdverbandes unterstützt das Projekt mit 550 Euro.

Neuansiedlung des Steinkauzes

Zur Regulation der Mäuse-Population werden in Kürze Steinkauz-Kästen zur Förderung der Neuansiedlung des Steinkauzes angebracht. Steinkauze gelten seit jeher als charakteristische Tierart für Streuobstwiesen. Auch die Anschaffung sogenannter Julen (Aussitzwarte) für Greifvögel ist geplant.

In Zukunft wird noch eine Infotafel zum Thema „Streuobstwiesen und ihre Betreuung“ am Wanderweg aufgestellt. Schließlich entsteht hier ein eigenes Ökosystem mit eigenem Kreislauf.

Das Fallobst auf der Wiese dient als Nahrung der Tiere und sollte nicht von Wanderern einfach mitgenommen werden. Obst stehe gesondert zum Verkauf.

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