Kirchengeschichte

In Wetter gab’s einst kaum Katholiken

Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Alt-Wetter.

Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Alt-Wetter.

Foto: Margrit Solbach-Papeler

Wetter.  Bevor die Kirche St. Peter und Paul den Katholiken 1890 in Wetter ein Zuhause wurde, mussten sie stets die Nachbarstadt Herdecke aufsuchen.

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Vor 130 Jahren wurde für die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Wetter der Grundstein gelegt. Darüber waren die Katholiken in Wetter froh, denn nun würden bald alle Provisorien ein Ende und sie endlich – wieder – eine eigene „richtige“ Kirche haben. Dafür hatten sie aber auch lange kämpfen müssen.

Da es nach der Reformation im hiesigen Raum so gut wie keine Katholiken mehr gab, waren die beiden Kirchen in Alt-Wetter einschließlich des gesamten Kirchenbesitzes den Protestanten übergeben worden. Dabei erhielten die Lutheraner die Kirche im Dorf Wetter, während die Reformierten die der heiligen Katharina geweihte Kapelle in der Freiheit bekamen. Die wenigen noch verbliebenen Katholischen schlossen sich den – ebenfalls wenigen – Katholiken in der Nachbargemeinde Herdecke an. Hier gab es allerdings erst ab 1847 wieder eine eigentliche katholische Pfarrei. Ihr waren auch die Freiheit und das Dorf Wetter, heute Alt-Wetter, zugewiesen worden.

Beginn mit Betsaal

Im Zuge der Industrialisierung nahm im 19. Jahrhundert auch in Wetter die Bevölkerung und die Zahl der Katholiken zu. Um nicht immer den weiten Weg nach Herdecke machen zu müssen, wünschten die katholischen Wetteraner aber, wenigstens die sonntäglichen heiligen Messen im Ort feiern zu können. Im Jahr 1851 konnte endlich ein Betsaal in Wetter errichtet werden, so dass ein Missionsvikar hier sonntags Messen las.

Als Patron für diesen Betsaal bzw. Kapelle wählte man die Apostel Petrus und Paulus. An verschiedenen Hochfesten wie z. B. Ostern, Pfingsten, Weihnachten, Fronleichnam usw. mussten die Katholiken in Wetter jedoch weiterhin die Messen in Herdecke besuchen. Doch schon von Beginn an stand fest, dass der Betsaal zu klein war. Die Zahl der Katholiken nahm nämlich immer noch ständig zu. Auch wünschte man sich ein würdiges bzw. ein „richtiges“ Gotteshaus. Es dauerte aber noch einige Zeit, bis die Genehmigung für den Bau einer einfachen neo-romanischen Kirche vorlag und die benötigten Geldmittel zur Verfügung standen.

Nach der Grundsteinlegung 1889 dauerte es dann nur noch knapp eineinhalb Jahre, bis am 5. Oktober 1890, dem Rosenkranzfest, einem Sonntag, die Konsekration der neuen Kirche stattfinden konnte. Nach der Fertigstellung des Kirchenbaus wurde Wetter am 8. Juni 1892 endlich wieder eine selbstständige katholische Pfarrei.

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