Bildung

Spielerisch schnell „FIT in Deutsch“

Kein langweiliges Lernen: Die Schüler sind auch in den Ferien gerne in der Schule.

Kein langweiliges Lernen: Die Schüler sind auch in den Ferien gerne in der Schule.

Foto: Lucia Laqua / WP

Herdecke.  Um die eigenen Fähigkeiten im Unterricht einbringen zu können, ist eine Voraussetzung wichtig: Die Schüler müssen Deutsch können.

Zum zweiten Mal findet das außerschulische Bildungsangebot „FerienIntensivTraining - FIT in Deutsch“ an der Werner Richard Grundschule statt. „Das Angebot richtet sich an alle neu zugewanderten Schüler von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II, deren Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen, um am normalen Unterricht im Regelsystem teilzunehmen“, fasst das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen zusammen, das zugleich das Projekt fördert.

Eine Woche lang geht die intensive Deutschförderung in den Herbstferien jeweils von 9 bis 16 Uhr. Das Bildungsangebot, Ausflüge sowie Materialien und Verpflegung sind für die sechs- bis 13-jährigen Schüler kostenlos. Geleitet wird der Unterricht von Dilara Kavak und Chiara Koswald, die beide an der TU Dortmund auf Lehramt studieren. Durch eine vorherige Schulung wurden die beiden auf ihre Tätigkeit als Sprachlernbegleiterinnen vorbereitet.

Gemeinsames Frühstück

Unterrichtsstoff der vergangenen Wochen wird hier besonders wiederholt und verbessert. „Dies soll aber nicht schultypisch geschehen, sondern mit Spaß und Freude“, erläutert Oliver Schreiber aus dem Sozialamt Herdecke. „Der Tag beginnt mit einem Spiel zum wach werden. Danach bereiten zwei Schüler Frühstück vor, indem sie lernen, Obst oder Gemüse zu schneiden. Nach dem gemeinsamen Frühstück folgt eine Lernphase. Anschließend werden dann die erlernten Themen besprochen und wie sie im Alltag angewendet werden können“, fast Dilara Kavak den Tagesablauf zusammen.

Kultur näher bringen

Eins dieser Themen umfasste beispielsweise das Theater. Die Gruppe beschäftigte sich mit Fragen wie: Was ist ein Theater? Was für unterschiedliche Stücke gibt es? Was ist so besonders am Theater? Einen Ausflug ins Theater können die Kinder nicht machen. Dafür sei das Budget zu klein, erklären die Dilara Kavak und Chiara Koswald. Stattdessen ist das Ziel der Sprachlernbegleiterinnen am Ende der Woche mit den Kindern, gemeinsam mit einer Abschiedsfeier, ein kleines Theaterstück einzustudieren.

Spielerisch lernen

In der Pause haben die Schüler eine vielfältige Auswahl sich zu beschäftigen. „Die Jungs spielen dann meistens draußen Fußball“, erzählt Chiara Koswald mit einem Schmunzeln. Der Nachmittag besteht aus Gruppenarbeiten oder kleinen Ausflügen. „In Gruppen soll eine Mischung aus lernen und kreativer Anregung verhindern, dass Langeweile aufkommt“, so die beiden Studentinnen. Weiter berichten sie, dass Ausflüge wie spazieren oder zur Eisdiele gehen, besonders beliebt bei den Schülern sind. Ein größerer Ausflug steht allerdings auch an: Als Überraschung ist Schlittschuh laufen geplant.

Auf die Frage was Schülerin Donya am meisten an dem Förderprojekt gefällt, antwortet sie: „Ich find alles toll. Jeden Tag erlebe ich etwas neues.“ Sie war bereits in den Sommerferien dabei und hofft diese Möglichkeit erneut nutzen zu können. Denn die Plätze für die Herbstferien waren innerhalb von vier Tagen vergeben.

Positive Resonanz

Oliver Schreiber ist zufrieden damit wie positiv, das Angebot aufgenommen wird. „Diese Ferien nahmen sechsundzwanzig Kinder an dem Intensivtraining teil. In den Sommerferien waren es nur vierzehn.“

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