Kirche

Vikar fühlt sich wohl im Ruhrtaldom in Wetter

Daniel Hülsken ist Vikar der Evangelischen Kirchengemeinde in Alt-Wetter. Hier sitzt er auf seinem Lieblingsplatz in der Lutherkirche.

Daniel Hülsken ist Vikar der Evangelischen Kirchengemeinde in Alt-Wetter. Hier sitzt er auf seinem Lieblingsplatz in der Lutherkirche.

Foto: Klaus Görzel / WP

Wetter.  Daniel Hülsken ist Vikar in Alt-Wetter. Er fühlt sich wohl unter den Menschen hier und hat auch einen Lieblingsort.

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Mit 36 Jahren kann man schon so manches hinter sich haben. Daniel Hülsken hat Geschichte und Archäologie studiert, hat an der Ruhruni unterrichtet, wollte Reli-Lehrer werden und macht jetzt gerade in Alt-Wetter sein Vikariat als Pfarrer. Die Arbeit in einer Kirchengemeinde sei Berufung für ihn, sagt er. Das hat viel mit seiner Lebensgeschichte zu tun.

Freude über aktive Gemeinde

Nachdem er mit seiner Doktorarbeit begonnen hatte, erkrankte seine Verlobte an Krebs und starb. Eine harte Prüfung. Aber zu einem Zerwürfnis mit seinem Gott hat das nicht geführt. Zu sehr hatte ihn das starke Gottvertrauen seiner Verlobten auch in ihrer schwersten Zeit beeindruckt. Nach einer Phase der Selbstfindung stand für Daniel Hülsken fest: Die Theologie wollte er künftig weiter erkunden, aus der persönlichen Situation heraus, aber auch aus wissenschaftlichem Interesse. Nun ist er schon seit ein paar Monaten im Kirchenkreis Hagen. Bereits als Vikar hat er hier am Albrecht-Dürer-Gymnasium unterrichtet.

Mittlerweile hat Hülsken aber auch schon in der Luthergemeinde in Wetter seinen ersten Gottesdienst gestaltet. Am Berufsbild des Pastors gefallen ihm die Aufgaben und die Abwechslung: „Ich mag hin und wieder die Herausforderung etwa im Umgang mit neuen Menschen, die alle ihre eigene Geschichte mit sich bringen“, sagt Daniel Hülsken.

Für den gebürtigen Bochumer, der in Wattenscheid groß geworden ist, stellt Wetter von der Mentalität der Menschen her keinen Bruch dar. Was er schon wahr genommen hat, ist „der sauerländische Einschlag in der Sprache.“ Knuffig findet er den und stellt fest: „Sätze werden oft mit ,woll’“ beendet.

Daniel Hülsken zeigt sich aber vor allem „glücklich, in einer Gemeinde mit einem sehr, sehr aktiven Gemeindeleben gelandet zu sein.“ Als erstes fällt ihm die Jugendarbeit ein. Insgesamt ist ihm das Aufeinander zugehen wichtig: „Die Kirche muss die Menschen da abholen, wo sie stehen.“

Eine große Unsicherheit in kirchlichen Fragen hat er bei vielen Menschen im Verhältnis zur Kirche festgestellt. Vieles ist nicht mehr eingeübt, muss erfragt werden. Und da sei er jemand, der gerne Antwort gibt, die Menschen begleite und ihnen Mut machen wolle, ins Gespräch zu kommen. „Meine Türen stehen da immer offen“, versichert er. Die eigene Rolle beim Ausgleichen der Defizite in der Kirche nimmt sich dabei eher bescheiden aus. Hülsken sagt: „Kirche ist kein Alleinunterhalter, sondern eine Gemeinschaft.“

Oekumene als Herzensangelegenheit

Diese Gemeinschaft schließt für ihn Katholiken nicht aus. „Ich bin in einem katholischen Umfeld groß geworden“, sagt der Protestant. Er kennt die Liturgie der Messen, hat bei den Pfadfindern mitgemacht. Und gerade weil ihm die Ökumene eine „Herzensangelegenheit“ ist, wie er selbst sagt, findet er die großen evangelischen Kirchentage so wichtig – als Chance auch für das Miteinander der Konfessionen und als Möglichkeit, sich kennenzulernen.

Bei der Frage nach seinem liebsten Ort in der Gemeinde muss Daniel Hülsken nicht lange überlegen. In der großen Lutherkirche, für viele der dem „Ruhrtaldom“, hat er eine Art Stammplatz. Nicht in der ersten Reihe, aber doch eher vorne . „Wenn ich privat da bin, ist das für mich ein Ort der Ruhe.“

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