Justiz

Taxifahrer geprellt: Mann aus Wetter muss 900 Euro zahlen

Weil er nicht den vollen Preis einer Taxifahrt bezahlt hat, hat ein 42-jähriger Mann aus Wetter nun eine Geldstrafe von 900 Euro an der Backe.

Weil er nicht den vollen Preis einer Taxifahrt bezahlt hat, hat ein 42-jähriger Mann aus Wetter nun eine Geldstrafe von 900 Euro an der Backe.

Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa

Wetter.  Weil er für eine Taxifahrt 27,50 Euro nicht bezahlt hat, muss ein 42-jähriger Mann aus Wetter nun eine Strafe von 900 Euro zahlen.

Nach einer Party mit reichlich Alkohol gönnte sich ein Wetteraner ein Taxi, obwohl in seinem Portemonnaie mehr oder weniger Ebbe herrschte. Die Fahrt endete zunächst mit einem Polizeieinsatz und nun mit einem Strafverfahren vor dem hiesigen Amtsgericht. Der Vorwurf gegen den 42-Jährigen: Betrug.

Nachdem er ordentlich gebechert hatte, orderte der Mann aus Wetter am 6. April ein Taxi und ließ sich nach Hause bringen. 32,50 Euro sollte die Fahrt kosten, er hatte nur fünf Euro, übergab die und verschwand dann mit dem Bemerken, dass er den Rest kurz hole, der Fahrer solle ihm auch nicht folgen.

Als sich nichts tat, tat Letzterer aber genau das und klingelte. Nun behauptete der 42-Jährige, dass er den vollen Preis bezahlt habe und wollte ihm auch seine Personalien nicht nennen. So blieb dem Geschädigten nichts anderes übrig, als die Polizei zu verständigen.

Angeklagter nennt der Polizei nicht seinen richtigen Namen

Die Beamten klingelten daraufhin ebenfalls und ihnen stellte sich der Wetteraner als „Konfuzius Hasse-Nich-Gesehen“ vor. Kurz darauf erhielt der Mann mit Fantasie-Namen einen Strafbefehl und in dem Moment dürften ihm auch keine Späße mehr eingefallen sein. Wegen Betrugs sollte er eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Euro zahlen. Er legte Einspruch ein. Buchstäblich ernüchtert erschien der bereits mehrfach einschlägig vorbestrafte Mann jetzt vor dem hiesigen Amtsgericht, wo sein Fall verhandelt wurde.

„Ich war stark angetrunken und ich dachte wirklich, ich hätte 55 Euro in der Tasche“, beteuerte er. Tatsächlich habe ihm seine Ehefrau vorher noch die EC-Karte in die Hand gedrückt. Doch in seinem Zustand wäre er gar nicht mehr in der Lage gewesen, Geld abzuheben. Und im Haus hätten sie auch nichts mehr gehabt. In der Situation habe er keine Lust gehabt, wieder nach draußen zu gehen und der Polizei habe er sich so vorgestellt, weil die auch nicht gerade nett zu ihm gewesen sei.

Der Betrug sei kein Vorsatz gewesen

Die restlichen 27,50 Euro habe er noch nicht bezahlt, weil er nicht gewusst habe, welches Taxi-Unternehmen es gewesen sei und den betroffenen Fahrer habe er selbst jetzt auf dem Gerichtsflur nicht erkannt. „Sonst hätte ich mich schon entschuldigt.“ Überhaupt: „Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe, aber ich lasse mir nicht nachsagen, dass ich schon mit dem Vorsatz in das Taxi gestiegen bin.“

Es sei ja in Ordnung, dass er bestraft werde, aber nicht in der Höhe. 1800 Euro könne er nicht bezahlen, es sei aber auch niemandem gedient, wenn er für 60 Tage ins Gefängnis gehen müsse. „Tut mir leid, dass das so gelaufen ist“, betonte er. Zudem fragte er den Taxifahrer nach seinen Kontaktdaten. In Anbetracht seiner beengten finanziellen Verhältnisse hatte das Gericht ein Einsehen. Die Tagessatzhöhe wurde auf 15 Euro reduziert. So wurden aus 1800 letztlich 900 Euro Geldstrafe, die der Angeklagte umgehend akzeptierte.

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