Vergewaltigung

Angeklagter zwingt Hernerin mit Nacktvideos zum Sex

Im Landgericht Bochum musste bereits zum zweiten Mal über den 50-jährigen Betrüger geurteilt werden.

Im Landgericht Bochum musste bereits zum zweiten Mal über den 50-jährigen Betrüger geurteilt werden.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Herne.  Mit Nacktvideos zum Sex gezwungen: Ein Mann ist wegen Vergewaltigung einer Hernerin verurteilt worden. Der BGH hatte zuvor ein Urteil aufgehoben.

Weil er eine 20-jährige Hernerin mit der Veröffentlichung eines Nacktvideos bedroht und so zum Sex gezwungen hat, ist ein vielfach vorbestrafter Betrüger (50) am Bochumer Landgericht jetzt auch wegen Vergewaltigung verurteilt worden. Die Strafe: vier Jahre und drei Monate Haft.

Mit dem Strafmaß honorierten die Richter der 1. Strafkammer, dass der Angeklagte bei seinem umfassenden Geständnis erstmals auch Selbstreflexion und Reue erkennen lassen habe. Beides habe er während der ersten Gerichtsverhandlung im Oktober 2018 noch völlig vermissen lassen, hieß es.

Frauen hatten über Ebay-Kleinanzeigen Putzjobs gesucht

Weil der Bundesgerichtshof das erste Bochumer Urteil (viereinhalb Jahre Haft) teilweise aufgehoben hatte, mussten die Taten des 50-Jährigen in einem zweiten Prozess noch einmal neu bewertet werden. Die Verurteilung umfasst eine Serie von Sex-Treffen mit mindestens vier jungen Frauen, unter anderem einer 20-Jährigen aus Herne.

Die Frauen hatten über Ebay-Kleinanzeigen Nebenjobs zum Putzen oder Babysitten gesucht und waren kurz darauf von dem deutlich älteren Angeklagten kontaktiert worden. Bei den anschließenden Dates hatte sich der 50-Jährige dann als steinreicher Bauunternehmer vorgestellt und ein verlockendes Alternativangebot gemacht: Bis zu 6.000 Euro monatlich für regelmäßige sexuelle Dienste.

Versprochene Bezahlung blieb er schuldig

Alle vier Frauen hatten zunächst abgelehnt, sich später dann aber doch auf mehrere Sex-Treffen eingelassen. Die versprochene Bezahlung war der 50-Jährige aber ausnahmslos schuldig geblieben. Während das Vorgehen bei drei jungen Frauen (wegen der Einvernehmlichkeit des Geschlechtsverkehrs) letztlich „nur“ als Betrug eingestuft wurde, sah das im Fall der Hernerin anders aus.

Hier hatte der Angeklagte zugegeben, die 20-Jährige zuletzt durch Drohungen mit pikanten Veröffentlichungen mindestens einmal auch zum Sex gezwungen zu haben. Bei einem Treffen hatte der Angeklagte offenbar über eine als Autoschlüssel getarnte Mini-Kamera Nacktszenen gefilmt und der Hernerin gedroht, den Clip ins Internet zu stellen beziehungsweise dem Partner zuzuspielen.

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