Smartphone-Handel

Betrug: Wanner Online-Händler steht erneut vor Gericht

Unschlagbar günstige Smartphones hatte ein Online-Händler angeboten. Nun steht der Mann vor dem Landgericht. Die Anklage: Serienbetrug.

Unschlagbar günstige Smartphones hatte ein Online-Händler angeboten. Nun steht der Mann vor dem Landgericht. Die Anklage: Serienbetrug.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Wanne-Eickel/Bochum.  Unschlagbar günstig: Ein Betrüger aus Wanne-Eickel soll Schnäppchenjäger online mit iPhone-Angeboten gelockt haben. Nun steht er vor Gericht.

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Nach einer Serie von Betrügereien mit unschlagbar günstig angebotenen Smartphones steht ein früherer Online-Händler (36) aus Wanne-Eickel seit Dienstag erneut in Bochum vor Gericht.

Der einschlägig vorbestrafte Familienvater soll reihenweise Schnäppchenjäger in die „Vorkassen-Falle“ gelockt haben. Betrugsschaden laut Anklage: 54.068 Euro. Das Bochumer Landgericht hatte den Angeklagten in dieser Angelegenheit bereits am 7. November 2016 zu vier Jahren Haft verurteilt. Weil der Bundesgerichtshof (BGH) dieses Urteil anschließend wegen rechtlicher Mängel jedoch in weiten Teilen wieder aufgehoben hat, muss nun erneut verhandelt werden.

Das damals noch brandneue „iPhone 6s“ für weniger als 600 Euro: Es war dieses Angebot, mit dem der Wanne-Eickeler Online-Händler zwischen Oktober 2015 und Januar 2016 bundesweit dutzende Schnäppchenjäger angelockt hatte. Nach Bestellung und Vorkassen-Bezahlung kam es laut Staatsanwaltschaft aber nur ganz sporadisch zu Auslieferungen des Smartphones. Fast ausnahmslos hieß es stattdessen für die enttäuschten Käufer: Bestellt, bezahlt – aber nichts bekommen.

Beschwichtigende E-Mails

Laut Anklage hielt der Wanne-Eickeler die Besteller teils wochenlang mit beschwichtigenden E-Mails reihenweise hin. Der Angeklagte ist mehrfach wegen Betrugs vorbestraft und hat bereits einige Jahre im Gefängnis gesessen. In dieser Sache hatte er im ersten Prozess am Bochumer Landgericht, bei dem seinerzeit auch noch seine Ehefrau mitangeklagt war, auch bereits sechs Monate U-Haft verbüßt. Wegen ihrer eher untergeordneten Rolle in dem Betrugssystem, hatte das Gericht der Frau damals noch eine Bewährungschance eingeräumt. Weil die Ehefrau ihr Urteil schließlich akzeptiert hat, sitzt sie aktuell nicht mehr mit auf der Anklagebank.

Die Bochumer Richter signalisierten dem Online-Händler für den Fall eines Geständnisses eine Haftstrafe von drei Jahren. Der 36-Jährige und sein Verteidiger Jens Tuschhoff wollen bis zum nächsten Prozesstag überlegen, ob und wie sie sich einlassen. Das Urteil fällt voraussichtlich am 26. Juli.

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