E-Scooter

E-Scooter: Ab August sind sie in Herne auch zu kaufen

Fahrradspezialist Korte - hier Mike Korte - hat seine Produktpalette erweitert und verkauft auch E-Scooter.

Fahrradspezialist Korte - hier Mike Korte - hat seine Produktpalette erweitert und verkauft auch E-Scooter.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Herne.  Die Angebotspalette ist groß - aber nur die wenigsten E-Scooter dürfen bislang auf den Straßen fahren. Darauf sollten Herner beim Kauf achten.

Mal eben mit dem E-Scooter einige Meter zurücklegen und restliche Wege am besten mit Bus und Bahn zurücklegen – so sehen Visionen des künftigen Stadtverkehrs aus. In Herne können die E-Scooter bereits seit einigen Wochen gemietet und somit im Straßenverkehr erprobt werden. Wer überzeugt von der neuen Art der Fortbewegung ist und sich selbst einen solchen Roller zulegen möchte, muss sich allerdings noch ein bisschen gedulden. Denn die Scooter, die aktuell im Verkauf sind, haben nicht unbedingt eine Zulassung für die Straße.

So hat die Decathlon-Filiale in Herne schon reagiert. Dort seien die E-Scooter wieder aus dem Sortiment genommen worden. Grund sei die aktuelle Diskussion, was auf der Straße zugelassen ist und was nicht, erklärt eine Mitarbeiterin. Da es sich bei den angebotenen E-Scootern nicht um eine Decathlon-Eigenmarke handelte, könne das Unternehmen nicht gewährleisten, dass alle Auflagen erfüllt werden und habe sie deshalb aus dem Programm genommen. Ob sie wieder aufgenommen werden, sei zurzeit unklar.

Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Bei Zweirad Romanski gibt es keine E-Scooter im Verkauf, ebenso wenig bei Zweiräder Reinhardt: „Ich sehe aktuell keinen Sinn darin, die zu verkaufen“, sagt Frank Reinhardt. „Es gibt noch zu wenige Hersteller, die Scooter mit Betriebserlaubnis anbieten. Im Zweifel habe ich ein Fahrzeug, das ich nicht bewegen darf.“ Was ein solcher Roller leisten muss, regelt die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV). Trotzdem habe es noch Unstimmigkeiten gegeben. „Seit zwei, drei Wochen weiß die Industrie, welche Voraussetzungen sie für die Zulassung erfüllen muss“, sagt Fahrradhändler Frank Korte. So dürfe der Motor nicht über 500 Watt haben, nicht schneller als 20 km/h fahren, Beleuchtung und Bremsen müssen den Vorgaben entsprechen.

Beim Kauf rät Korte vor allem auf Qualität zu achten. „Ich habe schon einige Modelle getestet, auch günstige, die halten nicht lange.“ Hochwertige Modelle schafften eine Reichweite von 30 Kilometern, brauchten zwei bis vier Stunden zum Aufladen. „Der Akku hat einen maßgeblichen Anteil am Preis.“ Die Modelle, die er empfiehlt, liegen bei 1000 bis 1200 Euro. Ab August hat er sie im Verkauf. Wer einen möchte, sollte reservieren, da die Nachfrage von Woche zu Woche steige.

Fahrer müssen auf gutes Miteinander achten

„Ich finde das ist ein geniales Gefährt“, sagt Frank Korte. Er ist sicher, dass die Preise mit dem Jahreswechsel schrittweise sinken werden. Trotzdem sollen Kunden nicht auf vermeintlich günstige Angebote reinfallen: „Ein E-Scooter, der die allgemeine Betriebserlaubnis nicht hat, darf nicht fahren“, betont er und ergänzt: „Eine Nachrüstung ist nicht möglich.“ Ob der Elektroroller diese Zulassung hat, können Kunden selber prüfen, und zwar am Typenschild, das empfiehlt die Versicherung HUK-Coburg. Dort seien die Fahrzeugart „Elektrokleinstfahrzeug“ und die Fahrzeugidentifikationsnummer ausgewiesen, die man auch für die Versicherung angeben muss.

Neben der Zulassung sollte man darüber hinaus auf die Motorleistung achten. „Wenn ich viele Anstiege auf meinen Strecken habe, brauche ich mehr Power als auf grader Strecke“, gibt Korte zu bedenken. Deshalb sollte man vor dem Kauf überlegen, was man braucht. Bei Korte kann man die E-Scooter übrigens leihen und vor einem Kauf testen. „Ich bin gespannt, wie sich das Miteinander auf den Straßen reguliert. Schließlich kommt mit dem E-Scooter ein neues Verkehrsmittel hinzu.“ Fahren dürfen diese übrigens nur auf Fahrradwegen, auf der Straße nur, wenn kein Radweg vorhanden ist.

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